Schutz von Rotem Moor und Kaskadenschlucht auf der Kippe

Naturschutzgebiete als lästige Bürokratie?

Rotes Moor

Zum Stopp der Ausweisung des Roten Moors und der Kaskadenschlucht und 12 weiteren Naturwäldern in Hessen als Naturschutzgebiete durch die hessische Landesregierung sagt der GRÜNE Landtagsabgeordnete Daniel May und regionaler Ansprechpartner für den Landkreis Fulda: „In den vergangenen Jahren hat sich Hessen auf den Weg gemacht, besonders wertvolle Flächen im Staatswald als Naturschutzgebiete auszuweisen. Auch das Rote Moor und die Kaskadenschlucht waren dafür vorgesehen. Durch den Status als Naturschutzgebiet wäre sein Erhalt als Lebensraum und Erholungsort rechtskräftig abgesichert. Doch obwohl schon viel Arbeit in den Ausweisungsprozess geflossen ist, hat die Landesregierung diesen jetzt gestoppt. Der Schutz dieser einzelnen Gebiete steht auf der Kippe.

Wir sind erschüttert, dass in diesem Zuge ausgerechnet der Umweltminister die Naturschutzgebiete als lästige Bürokratie abtut. Dabei müsste Ingmar Jung als Jurist eigentlich bestens wissen, dass es einen großen Unterschied macht, ob ein Wald Naturschutzgebiet ist oder – wie momentan – eine ‚Naturwaldentwicklungsfläche‘. Denn ‚Naturwaldentwicklungsflächen‘ werden zwar aktuell nicht bewirtschaftet. Aber es handelt sich um eine freiwillige Selbstverpflichtung der Landesregierung, die jederzeit gekippt werden kann und nicht hilft, wenn der Wald durch Bauprojekte gefährdet wird.

Umweltminister Ingmar Jung hatte eine ‚ergebnisoffene‘ Prüfung angekündigt, ob das Rote Moor und die Kaskadenschlucht und 12 weitere Naturwaldflächen doch noch zu Naturschutzgebieten werden sollen. Ein wenig später verkündete er in den sozialen Medien jedoch bereits, ‚eine Bürokratieebene im Naturwaldschutz‘ abgeschafft zu haben. Mit diesem Vorgehen löst er in den betroffenen Regionen große Irritation aus. Das Rote Moor und die Kaskadenschlucht bedeuten den Menschen vor Ort viel. Durch eine Ausweisung als Naturschutzgebiet würde die Landesregierung das anerkennen und den Menschen vergewissern, dass ihr Wald auch in Zukunft von Bauvorhaben und Holzeinschlägen verschont bleibt.

Bereits jetzt ist unser Wald durch den Klimawandel geschwächt– die Schäden bleiben niemandem verborgen. Deswegen braucht es eigentlich mehr, nicht weniger Umweltschutz im Wald. Aus dieser Verantwortung kann und darf die Landesregierung sich nicht unter dem Vorwand des Bürokratieabbaus zurückziehen. Wir fordern Umweltminister Ingmar Jung auf, die Ausweisung der geplanten Naturschutzgebiete umgehend fortzusetzen.“ +++

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