Berlin. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz zeigt sich vor dem TV-Wahlduell mit Angela Merkel zuversichtlich. „Immer noch sind 46 Prozent der Wählerinnen und Wähler nicht entschieden“, sagte er der „Bild“. „Deshalb glaube ich, dass man sehr wohl die Wahl noch drehen kann.“ Das TV-Duell mache ihn nicht unruhig. „Ich bin nicht nervös, auf keinen Fall“, so Schulz. „Das wird zum ersten Mal und leider auch zum einzigen Mal sein, dass die derzeitige Bundeskanzlerin und ich aufeinandertreffen.“
Vor sozial unausgewogener Verteilung von Flüchtlingen gewarnt
Schulz hat davor gewarnt, Flüchtlinge sozial unausgewogen in Deutschland zu verteilen. Man könne „die Viertel, die am meisten belastet sind, nicht noch zusätzlich belasten“, sagte Schulz Zeitung weiter. „Es ist natürlich schön, wenn ich in einem Villenviertel wohne und darüber sinniere, dass man die Welt verändern muss. Wenn dann kein Flüchtling kommt, dann ist das noch angenehmer. Wenn man aber in den Ballungszentren, wo die Wohnungen billig sind und wo sie requiriert werden, Flüchtlinge unterbringt, steigen dann die Spannungen.“ Die Verteilung der Flüchtlinge sei eine „gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, so Schulz weiter. „Man kann sich nicht hinstellen und sagen: `Wir schaffen das` und anschließend diejenigen, die es leisten müssen, nicht mit dem Geld ausstatten, das sie dafür brauchen.“
Rückkehr von zu Guttenberg sieht Schulz mit gemischten Gefühlen
Martin Schulz sieht eine Rückkehr von Karl-Theodor zu Guttenberg mit gemischten Gefühlen. „Ich glaube, dass Herr von und zu Guttenberg seit jeher eine schillernde Person war, ein interessanter Mann“, sagte Schulz der „Bild“. Auf die Frage, ob zu Guttenberg eine Bereicherung der politischen Landschaft wäre, sagte Schulz: „Das vermag ich nicht zu sagen, es gibt in der Politik sicher keine ewige Verdammnis. Das gilt auch für Herrn von und zu Guttenberg. Aber ob er eine Bereicherung ist? Aus Sicht von radikalkonservativen Wählern bestimmt“, so der SPD-Politiker. „Aus Sicht eines Sozialdemokraten eher nicht.“ +++

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