Schulen im Landkreis Fulda: Die Don-Bosco-Schule in Künzell

"Veränderungen brauchen Zeit, damit sie gelingen“

Don-Bosco-Schulleiterin Stefanie Schwan nimmt ihren schwarzen Labrador Enios häufig mit in den Unterricht. Auf seine ganz eigene Art fördert er das positive Lernklima. Foto: G. Diener

Auf knapp 400 Schülerinnen und Schüler ist die Don-Bosco-Schule in Künzell inzwischen angewachsen. Damit sind die Herausforderungen, dass die Schulgemeinschaft in einem guten Miteinander zusammenwächst und zugleich jeder einzelne optimal unterstützt wird, nicht weniger geworden. Doch alle ziehen an einem Strang.

„Es gibt immer mehr Schülerinnen und Schüler, die besondere Förderung brauchen – sei es sprachlich oder sozial-emotional“, erzählt Rektorin Stefanie Schwan und ergänzt: „Im Grundschulbereich ist es noch nicht ganz so geballt, aber in unserer Klasse 5 zum Beispiel trifft das von 18 Schülern auf 10 zu.“ Darüber zu lamentieren ist nicht ihre Art, ihr Motto in vielen Lebenslagen: „Man muss schnell in die Vorwärtsbewegung kommen.“ Und dabei unterstützen sie tagtäglich ihr Team, zu dem ihre Konrektorin Silke Weigelt, 37 Lehrerinnen und Lehrer, 10 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Ganztagsangebot, Sekretärin, Hausmeister, Arbeitscoach und nicht zuletzt Schulhund Enios gehören.

Neben der Wissensvermittlung nimmt an der Don-Bosco-Schule ein zweiter Bereich großen Raum ein: die Förderung sozialer und emotionaler Kompetenzen. Vielfältigste Angebote kommen dabei allen Kindern und Jugendlichen zugute. So gibt es etwa das Präventionstheater gegen sexuellen Missbrauch, das Projekt „Nicht mit mir!“, die Klasse 2000, eine Faustlos-Stunde, in der es um aggressionslose Konfliktlösung geht, den Klassenrat und eine Klassenlehrer-Stunde, in der die unterschiedlichsten Themen besprochen werden können. „Derzeit entwickeln wir außerdem eine Art ‚Schul-Knigge‘ – das ist eine sehr spannende Arbeit“, gibt Stefanie Schwan einen Einblick. In ihm soll festgeschrieben werden, welche Werte und Kompetenzen sie alle gemeinsam für wichtig erachten. „Ein Kernthema ist die Kommunikation, etwa mit der Regel ‘Einander aussprechen lassen‘ oder dass man sich freundlich begrüßt“, sagt die Pädagogin und ergänzt: „Das gilt dann übrigens für alle an der Don-Bosco-Schule – Schüler wie Erwachsene.“

Eine Sonderstellung hat dabei nur Labrador Enios. Der Schulhund gehört zu Stefanie Schwan und hat für den Einsatz inmitten der Schülerschar mit „Frauchen“ eine eineinhalb Jahre dauernde Ausbildung gemacht. „Manchmal binde ich ihn aktiv in die Unterrichtsaufgaben ein, manchmal ist er einfach mit im Raum und hilft durch seine Anwesenheit, wenn er unruhigen Jugendlichen seinen Kopf auf den Schoß legt“, erzählt die Rektorin. So unterstützt der Hund auf seine ganz eigene Art das Lernklima. Diese positive Grundstimmung im Schulgebäude ist den Pädagogen sehr wichtig, mehr noch: „Schule soll Spaß machen“, ist Stefanie Schwan überzeugt. Anteil daran hat auch die sehr beliebte und gut gebuchte Nachmittagsbetreuung mit attraktiven Angeboten wie Yoga, Handarbeit, Wattenmeer, Werken und Theater. Zum „Spaßfaktor“ trägt aber auch zum Beispiel die Teilnahme am Musikvideo-Dreh bei. Schüler der Don-Bosco-Schule machen immer wieder mit beim „Von der Straße ins Studio“-Projekt von Timm Fütterer – bundesweite mediale Aufmerksamkeit inklusive.

„Ein gutes soziales Miteinander ist kein Selbstläufer, sondern Arbeit“, weiß Stefanie Schwan und fügt an: „Veränderungen brauchen Zeit, damit sie gelingen.“ Dass sie aber auf dem richtigen Weg sind, davon zeugten immer wieder Beispiele: „Wenn sich Schüler uns Lehrern anvertrauen und erzählen, wenn etwas nicht in Ordnung ist – ob es sie selbst oder andere betrifft – , dann beweist mir das, dass sie sich verantwortlich für ihr Umfeld fühlen“, sagt die Rektorin nicht ohne Stolz. +++ pm

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