Schüsse auf Flüchtlingsheim

Dreieich-Dreieichenhain. Noch völlig unklar sind die Hintergründe eines Vorfalls, bei dem in der Nacht zum Montag ein Asylsuchender in Dreieich verletzt wurde. Es handelt sich hierbei um einen 23-Jährigen, der sich in einer an der Gleisstraße liegenden Unterkunft für Asylsuchende aufhielt. Kurz vor 02.30 Uhr wurden auf ein Fenster des Gebäudes mehrere Schüsse abgegeben, von denen einer den dort Schlafenden leicht verletzte.

Der Mann wurde in ein Krankenhaus gebracht und konnte dies nach kurzer ärztlicher Behandlung wieder verlassen. Die Kriminalpolizei hat das Gelände um die Unterkunft abgesperrt und die sofortigen Ermittlungen aufgenommen; Hinweise über den oder die Täter sowie ein mögliches Motiv liegen derzeit noch nicht vor. Zeugen, die zur Tatzeit oder auch in den Tagen zuvor verdächtige Beobachtungen gemacht haben und Hinweise auf den oder die Täter geben können, werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizei zu melden.

Beuth hat Schüsse scharf verurteilt

Der Hessische Innenminister Peter Beuth hat die nächtlichen Schüsse auf eine Flüchtlingsunterkunft in Dreieich-Dreieichenhain scharf verurteilt. Zwar seien die Hintergründe zurzeit noch völlig unklar, jedoch „werden wir keinerlei Art von Gewalt gegen Schutzsuchende in Hessen dulden. Wir nehmen diesen Angriff sehr ernst“, unterstrich der Minister. Das Polizeipräsidium Südosthessen habe eine „Besondere Aufbauorganisation“ (BAO) eingerichtet und arbeite mit Unterstützung des Hessischen Landeskriminalamts zurzeit mit einem 90-köpfigen Team an der Aufklärung des Sachverhalts. „Die Ermittler arbeiten mit Hochdruck an der Aufklärung dieser feigen Tat“, so Peter Beuth.

Schäfer-Gümbel (SPD): Feiger Angriff ist nicht hinnehmbar

Der SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel hat den Angriff auf eine Flüchtlingsunterkunft in Dreieich-Dreieichenhain am Montagmorgen scharf verurteilt. „Der feige Angriff auf schlafende Menschen, die in unserem Land Schutz suchen, ist unter keinen Umständen hinnehmbar und muss mit der vollen Härte unseres Rechtsstaates aufgeklärt und verfolgt werden. Die Menschen, die solche Taten verüben, greifen nicht nur die Flüchtenden an, sondern uns alle und unsere gemeinsamen Werte“, sagte Schäfer-Gümbel in einer ersten Reaktion am Montag in Wiesbaden.

Bellino: „Schüsse absolut inakzeptabel“

Nach den nächtlichen Schüssen auf eine Flüchtlingsunterkunft in Dreieich, durch welche ein schlafender Asylbewerber verletzt wurde, zeigte sich der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Holger Bellino, entsetzt: „Derzeit ist zum Hintergrund nichts bekannt, aber gleich wer hier aus welchen Gründen geschossen hat: Eine solche Tat ist durch nichts zu rechtfertigen und absolut inakzeptabel.“ Er habe „großes Vertrauen in Polizei und Justiz“, sagte Bellino, dass alles getan werde, um diese Straftat aufzuklären. Der oder die Täter müssten mit konsequenter Verfolgung rechnen. Angesichts der aktuellen Herausforderungen komme es darauf an, den Zusammenhalt in der Gesellschaft weiter zu stärken. Hierfür unternehme die Landesregierung sehr viel. Ausländerfeindlichkeit habe in Hessen keinen Platz.

Grüne verurteilen Angriff

Die Landtagsfraktion der Grünen zeigt sich entsetzt über die heute Nacht abgegebenen Schüsse auf eine Flüchtlingsunterkunft in Dreieich. „Wir sind entsetzt und betroffen, dass auf Menschen, die bei uns Schutz suchen, geschossen wurde. Der Vorfall muss schnellstens aufgeklärt werden“, so Martina Feldmayer, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag. +++ fuldainfo

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