Scholz bittet junge Menschen um Geduld in der Pandemie

Olaf Scholz (SPD)
Olaf Scholz (SPD)

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) ruft die jüngere Generation zur Geduld auf. „Ich verstehe alle, die jeden Tag voll auskosten, die feiern und Freunde treffen wollen“, sagte der Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten dem Nachrichtenportal Watson. Doch es werde noch einige Zeit dauern, bis eine wirksame Impfung zur Verfügung stehe und man Corona ignorieren könne. Scholz appellierte an die jungen Menschen: „Ich sehe, was viele von Euch schon leisten, weil Ihr verzichtet, weil Ihr anpackt, weil Ihr Eure Eltern, Eure Großeltern und Eure Nachbarn unterstützt. Lasst uns das Beste aus dieser vertrackten Pandemie-Lage machen.

Wenn wir vernünftig sind, zusammenhalten und aufeinander achten, kriegen wir das gemeinsam schon hin.“ Jeder könne seinen Beitrag leisten, damit wir weiter vergleichsweise glimpflich durch die Coronakrise kommen. „Die aktuellen Einschränkungen zum Schutz vor Corona sind für viele nervig, für andere bedrückend und für wieder andere auch wirtschaftlich eine Zumutung. Leider sind sie nötig, um Schlimmeres zu verhindern. Wir sollten weiter alles tun, um die zu schützen, die wir lieben und deren Gesundheit uns wichtig ist. Und es gibt eine Zeit nach Corona – und darauf sollten wir uns alle freuen.“ Die aktuellen Corona-Maßnahmen der Bundesregierung richten sich mit Sperrstunden und Alkoholverboten in erhöhtem Maße an Jugendliche und junge Menschen, die zuletzt verstärkt in der Kritik standen, das Virus weiterzutragen. Gegenüber dem Nachrichtenportal Watson haben nun zahlreiche Spitzen-Politiker junge Menschen aufgefordert, verantwortungsvoll zu sein.

Kühnert: Coronakrise darf kein Generationenkonflikt werden

SPD-Vize Kevin Kühnert mahnt, die Coronakrise nicht zu einem Generationenkonflikt werden zu lassen. „Die Corona-Situation erfordert zwei Botschaften. Die eine lautet: Haltet durch und lasst uns solidarisch miteinander sein“, sagte Kühnert dem Nachrichtenportal Watson in einem Appell an die jungen Menschen in Deutschland. „Wir Jüngeren gehören zu sehr mobilen Generationen, es liegt jetzt also ganz besonders an uns, dass die Infektionszahlen nicht weiter außer Kontrolle geraten“, so Kühnert. Die andere Botschaft sei: „Lasst euch keinen Generationenkonflikt aufdrängen. Weder müssen eure Großeltern sich zu Hause für euch einschließen, noch müsst ihr euch entschuldigen, wenn ihr euch mit anderen auf ein Bier trefft.“ Dem „Gerede von der angeblichen Party-Generation“ müssten die jungen Leute nicht alleine widersprechen, das mache man gemeinsam. „Diejenigen, die euch nun mit billigen Sprüchen angreifen, haben einen großen Nachteil: Sie waren selbst mal jung und wissen ganz genau, dass das Leben mit 18 anders läuft als mit 50. Lasst uns versuchen, ihre Vorurteile nicht auch noch zu bestätigen.“ Linken-Chefin Katja Kipping sieht auch Positives in der aktuellen Corona-Situation: „Die Coronakrise zeigt uns gerade, wie sich eine ganze Gesellschaft im Nu umkrempeln lässt. Masken, Reisebeschränkungen, Rekordsummen zum Abfedern der wirtschaftlichen Folgen: Wer hätte das alles noch vor einem Jahr für möglich gehalten“, so Kipping. Das sei aber auch ermutigend. „Es zeigt, was wir bewegen können, wenn wir nur wirklich wollen. Das macht auch Mut beim Kampf gegen Klimawandel, Armut und Hunger.“ FDP-Politikerin Ria Schröder mahnte, dass vor allem junge Menschen von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Maßnahmen betroffen seien: „Bislang werden die Bedürfnisse junger Menschen ignoriert, verniedlicht oder sogar verspottet und wir kommen kaum vor, wenn es um die Anti-Corona-Maßnahmen geht. Dabei sind wir dramatisch davon betroffen.“ Studenten verlören ihren Nebenjob, wenn Restaurants und Clubs schließen müssen. Sie fordert daher mehr Einbindung der Parlamente in die politischen Entscheidungen bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Die aktuellen Corona-Maßnahmen der Bundesregierung richten sich mit Sperrstunden und Alkoholverboten in erhöhtem Maße an Jugendliche und junge Menschen, die zuletzt verstärkt in der Kritik standen, das Virus weiterzutragen.

RKI meldet neuen Höchststand

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am frühen Samstagmorgen 14.714 Neuinfektionen gemeldet. Wegen eines Serverausausfalls am Donnerstag waren darin allerdings auch Neuinfektionen vom vorletzten Tag enthalten. Die Zahl der Menschen, die nachgewiesener Weise mit einer Corona-Infektion starben, kletterte um 49 auf 10.003 und ist damit erstmals fünfstellig. Die Zahl der „Risikogebiete“ in Deutschland nimmt immer weiter zu, wobei der Westen und Süden Deutschlands spürbar stärker betroffen ist. Eine Inzidenz von unter fünf Infektionen je Woche und 100.000 Einwohner haben nur noch die Stadt Eisenach, der umliegende Wartburgkreis, sowie der Landkreis Holzminden in Niedersachsen. +++ nh/dts


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