Schlechte Aussichten – Immer mehr Rentner mit Grundsicherung

Rentner, Rente

Berlin. Mehr als eine halbe Million Rentner in Deutschland haben nach der aktuellen Statistik aus eigener Kraft so wenig Geld zum Leben, dass sie auf staatliche Grundsicherung angewiesen sind. Doch was sagt diese Zahl? Für die Sozialverbände ist sie voller Dramatik. Dort spricht man von einer “Lawine der Altersarmut”. Tatsache ist allerdings zunächst einmal, dass es der heutigen Rentnergeneration so gut geht wie kaum einer zuvor.

Ihre Armutsgefahr ist unterdurchschnittlich ausgeprägt. Nur knapp drei Prozent der Ruheständler sind aufs Sozialamt angewiesen. Bei den Alleinerziehenden sind es fast 40 Prozent. Und auch die Zahl der Kinder, die in Hartz-IV-Haushalten leben, liegt rund dreimal so hoch wie die der Rentner mit Grundsicherung. Panikmache ist also unangebracht. Aber auch Entwarnung wäre fehl am Platze. Aber sicher auch keine Entwarnung. Die Steigerungsraten beim immer noch niedrigen Niveau der Altersarmut müssen jedenfalls zu denken geben. Das liegt nicht nur daran, dass die Menschen in Deutschland immer mehr in die Jahre kommen, die Zahl der Bedürftigen im Alter sich also schon wegen der demografischen Entwicklung erhöht.

Viele künftige Rentner werden auch wegen zurückliegender Arbeitslosigkeit und niedriger Löhne Probleme bekommen, die bei der heutigen Generation der Ruheständler noch nicht in dem Maße ausgeprägt waren. Das deutsche Rentensystem ist dafür nur unzureichend gewappnet. Anstatt sich um die wirklich Bedürftigen zu kümmern, hat die amtierende Bundesregierung lieber die abschlagsfreie Rente mit 63 ins Gesetzblatt geschrieben. Eine teure Maßnahme, von der viele profitieren, die es eigentlich nicht nötig hätten. Die Koalitionsvereinbarung stellt zwar eine “solidarische Lebensleistungsrente” für Geringverdiener in Aussicht. Doch ob dafür am Ende noch Geld übrig ist, steht auf einem anderen Blatt, so die Lausitzer Rundschau. +++ fuldainfo

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1 Kommentar

  1. Eine Tatsache unterschlägt der Bericht völlig: Unter der Regierung Schröder/Fischer wurde das Rentenniveau Jahr für Jahr abgesenkt, so dass alle Neurentner davon betroffen sein werden. Rot/Grün hatte seinerzeit mit dem Grundsatz gebrochen, dass die Rente den Lebensstandard sichern soll. Stattdessen kam es zu einer unglaublichen politischen Fehlentscheidung im Hinblick auf die Teilprivatisierung der Rente (Riester). Es wird also künftig viel mehr Rentner geben, die in der Altersarmut landen. Durch den langfristig angelegten Verlauf der gesetzlichen Bestimmungen verschwinden allmählich die politisch Schuldigen in der Erinnerung. Allein das SPD-Umfrageergebnis von konstant 25 Prozent zeigt wohl, dass sich noch einige Leute an den von der SPD zu verantwortenden brutalsten sozialen Kahlschlag („Agenda 2010“) nach dem zweiten Weltkrieg erinnern können. Viel mehr Geld als die vorrübergehende “Rente mit 63” kostet die sog. Mütterrente, weil sich Schäuble geweigert hatte, die Mittel dafür – wie es systemgerecht wäre – aus dem Bundeshaushalt zu finanzieren.

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