Berlin. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) mischt sich in die aktuelle Tarifrunde ein und warnt vor zu hohen Abschlüssen. „Wir befinden uns jetzt in unserer Lohnentwicklung deutlich über dem Produktivitätszuwachs“, sagt Schäuble in einem Interviewbuch mit seinem französischen Amtskollegen Michel Sapin, das nächste Woche veröffentlicht wird und aus dem der „Spiegel“ in seiner Samstagsausgabe vorab zitiert. „Wir müssen jetzt aufpassen, dass wir nicht in fünf Jahren von Frankreich kritisiert werden, wir seien wirtschaftlich nicht mehr genügend kompetitiv.“ Früher hatte Schäuble Arbeitgeber und Gewerkschaften schon einmal zu höheren Abschlüssen ermutigt. „Das ist für einen deutschen Finanzminister ziemlich ungewöhnlich“, bekennt er nun. Den Zustand der Bundesrepublik hält Schäuble offenbar für schlechter als deren Ruf. „Auch Deutschland ist lange nicht in einer so starken Position, wie manche gelegentlich glauben.“ +++ fuldainfo
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Viele Jahre, in denen die Lohnentwicklung deutlich unter dem Produktivitätszuwachs lag, blieben von Schäuble weitgehend unkommentiert. Nach wie vor ist Deutschland das größte Niedriglohnland Europas. Auch gegenüber Frankreich besteht ein Nachholbedarf und der zu kritisierende Außenhandelsüberschuss macht anderen EU-Ländern nach wie vor Probleme. Ganz abgesehen davon, dass das deutsche Volkseinkommen nach wie vor ungleich verteilt ist und die Vermögen der Superreichen immer schneller steigen lassen, während der Anteil der Arbeitnehmer am Volkseinkommen weiterhin unangemessen niedrig ist.
Viele Jahre, in denen die Lohnentwicklung deutlich unter dem Produktivitätszuwachs lag, blieben von Schäuble weitgehend unkommentiert. Nach wie vor ist Deutschland das größte Niedriglohnland Europas. Auch gegenüber Frankreich besteht ein Nachholbedarf und der zu kritisierende Außenhandelsüberschuss macht anderen EU-Ländern nach wie vor Probleme. Ganz abgesehen davon, dass das deutsche Volkseinkommen nach wie vor ungleich verteilt ist und die Vermögen der Superreichen immer schneller steigen lassen, während der Anteil der Arbeitnehmer am Volkseinkommen weiterhin unangemessen niedrig ist.