Wiesbaden/ Fulda. Tausende Menschen suchen in Hessen Schutz vor Krieg, Bürgerkrieg, Verfolgung und Vertreibung. Kein Flüchtling verlässt freiwillig seine Heimat und oftmals seine Familie auf Hoffnung einer besseren Zukunft. Nur ein Bruchteil der Menschen, die fliehen, kommt in Europa an. Viele Menschen sterben auf dem Weg über das Mittelmeer oder auf den anderen Fluchtrouten. Auch die, die europäischen Boden erreichen, finden nicht immer - zumindest vorübergehend - gesicherte, menschenwürdige Lebensbedingungen.
Wir sind der Auffassung, dass man sich auch um Menschen kümmern muss, die bedroht sind, aber nicht zu uns kommen können. Deshalb haben wir für Hessen die Forderung nach einem Sonderkontingent für Frauen und Kinder aus dem Nordirak und Syrien gestellt. Die nach wie vor steigenden Flüchtlingszahlen stellen Deutschland und Hessen vor große innenpolitische Herausforderungen. Die Zustände in den Erstaufnahmeeinrichtungen und Flüchtlingslagern sind bedrückend. Die aufgebauten Zeltstädte können nur eine Notlösung sein. Flüchtlinge brauchen nicht nur eine angemessene Unterkunft, sondern brauchen auch psychosoziale Begleitung, gesundheitliche Versorgung und Hilfestellung bei der Integration.
Tausende Bürgerinnen und Bürger unseres Landes helfen dabei Flüchtlingen ein neues und sicheres Zuhause zu geben. Es ist der Verdienst der Kommunen und aller Akteure vor Ort, dass die Aufnahme von Flüchtlingen gelingt. Mein Dank gebührt Ihnen und den ehrenamtlichen Helfern. Der Zahl feiger, rechtsradikaler Attentate steht ein starkes und mitfühlendes Land gegenüber. Ich bin der Ansicht, dass wir gemeinsam diese Herausforderung bewältigen können und das ohne den üblichen parteipolitischen Streit. Wir dürfen das Feld nicht den rechten Populisten überlassen.Wir müssen durch zusätzlichen Einsatz von Personal im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Dauer von Asylverfahren deutlich beschleunigen. Dies gilt sowohl für diejenigen Menschen, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Asyl in unserem Land erhalten, als auch für die Menschen, die nicht in Deutschland bleiben können.
Der Bund und das Land müssen die Kommunen massiv bei der Unterbringung von Flüchtlingen in Form von finanzieller, räumlicher und personeller Ausstattung unterstützen. Angesichts der großen Herausforderungen, die mit der Lösung der Flüchtlingsfrage einhergehen, muss die Schaffung eines wirklichen Einwanderungsgesetzes unser Ziel sein. +++ fuldainfo | Gastbeitrag Thorsten Schäfer-Gümbel
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