Berlin. Der Berliner SPD-Fraktionschef Raed Saleh macht auch eine verfehlte Integrationspolitik für die jüngsten Ausfälle bei israelfeindlichen Demonstrationen verantwortlich. "Wie unter einem Brennglas zeigen sich jetzt Konsequenzen einer über Jahrzehnte falsch verstandenen Integrationspolitik", schreibt der im Westjordanland geborene Politiker in einem Essay für den "Spiegel". Viel zu lange hätten sowohl die politische Linke als auch die Konservativen die Augen vor den Problemen der Einwanderungsgesellschaft verschlossen. "Diese wegschauende und damit ungewollt beschwichtigende Haltung müssen wir überwinden." Dass manche Jugendliche "wegen eines weit entfernten Konflikts zu Hasspredigern im Kleinformat werden", führt Saleh auf ein verbreitetes Opferbild zurück: "Die Hoffnungslosigkeit der eigenen Situation lässt sich in der Ausweglosigkeit der ewigen Gewaltspirale gut spiegeln." Die Chancen der Einwanderer müssten deshalb verbessert werden. "Wenn wir es nicht schaffen, den sozialen Aufstieg der jungen Leute mit fremden Wurzeln zu organisieren, dann wird der soziale Frieden und der Wohlstand unseres Landes bedroht sein." +++ fuldainfo
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