Ein russisches Gericht hat den Bildhauer Jacques Tilly wegen Karnevalswagen, die Putin und dessen Ukrainekrieg kritisieren, in Abwesenheit zu acht Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Das Moskauer Urteil stößt im politischen Berlin auf scharfe Kritik.
„Das zeigt einmal mehr, dass Diktaturen Kunst und Kultur fürchten und deshalb die Meinungsfreiheit einschränken“, sagte der Außenpolitiker Ralf Stegner (SPD) der „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe). „Es ist zugleich eine Mahnung, dass wir diese Freiheiten verteidigen sollten.“
Der Linken-Bundesgeschäftsführer Janis Ehling fügte hinzu, die russische Justiz wolle „mit diesem Schauprozess“ offenbar klarstellen, dass sie ihre Kritiker auch im Ausland beobachtet und dann zu Hause strafrechtlich belangt. „Das ist auch eine Warnung an die vielen russischen Staatsbürger im Exil“, sagte Ehling der Zeitung.
Der Prozess mache deutlich, dass die Bundesregierung allen aus Russland geflohenen Menschen Asyl gewähren müsse, um sie vor dem System Putin zu schützen, forderte der Linken-Politiker. „Wenn das System Putin so dünnhäutig auf einen Düsseldorfer Karnevalswagen reagiert, müssen die Nerven in Moskau wirklich blank liegen.“ +++
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