RP stellte Projekte zum Jahrestag der Ermordung Dr. Walter Lübckes vor

Klüber: Wir wollen erinnern und ermutigen

Am 2. Juni 2019 wurde der Kasseler Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke ermordet. „Der Mordanschlag richtete sich gegen den Präsidenten und mithin auch gegen die Behörde, ihre Mitarbeiter und ihre Aufgaben“, sagte heute Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber in Kassel erläuterte: „Die Aufgabe des Regierungspräsidiums Kassel ist es, Politik in staatliches Handeln umzusetzen und dieses staatliche Handeln verständlich zu machen.“ Zu diesem ersten Jahrestag seien die Gedanken und guten Wünsche der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Familie Dr. Walter Lübckes.

Regierungspräsident Klüber stellte Projekte zum Jahrestag der Ermordung Dr. Walter Lübckes vor.

Anlässlich des 2. Junis hat das Regierungspräsidium Kassel eine Reihe von unterschiedlichen Projekten geplant. „Sie sollen an das Verbrechen erinnern, sie sollen an den Regierungspräsidenten Walter Lübcke erinnern, und sie sollen dazu ermutigen, seine Haltung zu teilen, unsere freiheitliche und offene Gesellschaft zu schützen und zu verteidigen“, sagte Regierungspräsident Klüber. Die Veranstaltungen am Jahrestag beginnen mit einer Andacht in der Kasseler Martinskirche, die Stadtdekan Dr. Michael Glöckner halten wird und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Regierungspräsidiums mitgestalten. Aufgrund der Corona-Pandemie muss diese Andacht kurz zuvor aufgezeichnet werden, sodass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an ihren PCs daran teilnehmen können. Gerade in diesem Zusammenhang wird die soziale Distanz von allen im Regierungspräsidium als besonders bitter wahrgenommen, zumal ursprünglich im Anschluss an die Andacht und in Erinnerung an den so geselligen Walter Lübcke noch ein längeres Zusammensein geplant war.

Bereits am 19. Mai wurde eine Diskussionsrunde unter dem Titel „Haltung zeigen!“ aufgezeichnet. Sie wird am 2. Juni ab 16 Uhr auf dem YouTube-Kanal des RP Kassel (YouTubeRegierungspräsidiumKassel) und der Homepage der Uni Kassel (www.uni-kassel.de ) sowie im Offenen Kanal Kassel, Fulda, Gießen und Rhein/Main (https://www.lpr-hessen.de/medienprojektzentren/) zu sehen sein. Zusätzlich wird sie über www.mediathek-hessen.de abrufbar sein. Drei Gesprächsrunden gehen drei Fragen rund um das Thema „Haltung zeigen!“ nach: In der ersten Runde fragen wir nach den Feinden der Freiheit und den Quellen des Hasses, in der zweiten Runde nach der Wahrnehmung von Verantwortung in der Freiheit und in der dritten Runde schließlich nach der ganz persönlichen Verantwortung unter Bedingungen, wie wir sie gerade durch die Corona-Pandemie erleben. Die Veranstaltung beginnt mit dem Impulsvortrag von Prof. Dr. Daniel Hornuff von der Kunsthochschule Kassel. Die Gesprächsrunden werden eingerahmt von kurzen eingespielten Statements – unter anderem des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier -, die eigens zu diesem Zweck aufgezeichnet wurden. Moderator ist der Kasseler Journalist und Medienberater Claus-Peter Müller von der Grün. „Dieses Veranstaltungsformat wollen wir in den kommenden Jahren gemeinsam mit Akteuren und Institutionen aus der Region weiter entwickeln“, so Klüber.

Um nach außen und nach innen dauerhaft die enge Verbindung mit einem Regierungspräsidenten zu dokumentieren, der zehn Jahre lang so viel für das Regierungspräsidium und für die Region erreicht hat, soll der Große Sitzungssaal des Gebäudes am Alten Stadtschloss in Kassel künftig seinen Namen tragen; ein Vorschlag aus den Reihen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses, der von allen Bediensteten getragen wird. Die Umbenennung wird im Rahmen einer kleinen Feierstunde anlässlich des 67. Geburtstags von Dr. Lübcke am 22. August vollzogen werden. Alle hoffen, dass dieses Ereignis dann tatsächlich gemeinsam begangen werden kann. Der aus Afghanistan stammende Kasseler Künstler Behrana Massoum schuf dazu eine Bronzetafel mit dem Relief Walter Lübckes, die am Eingang des Saales an ihn erinnern wird. Ebenfalls anlässlich des Geburtstages wird eine Briefmarke der Deutschen Post mit einem Sonderblatt erscheinen. Auch dieses Projekt war ursprünglich für den 2. Juni geplant und musste aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden. Als zentrales und zukunftsweisendes Projekt schließlich hat eine Arbeitsgruppe aus den Reihen der RP-Bediensteten die Ausschreibung eines Wettbewerbs für eine künstlerische Arbeit ein Kunstwerk vorgeschlagen. Mit Unterstützung und Beratung des langjährigen Dozenten der Kasseler Kunsthochschule und Vorsitzenden des Kasseler Kunstvereins Bernhard Balkenhol hat sich der Kreis dazu auf einen Ausschreibungstext geeinigt, der die Frage des künstlerischen Mediums bewusst offenlässt; ein Kunstwerk, das offensiv die Ermutigung und Forderung formulieren soll, für Werte wie Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und eine offene Gesellschaft einzustehen. Der beschränkte Wettbewerb dazu soll in Kürze ausgeschrieben werden. +++ pm

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