Romröder Stadtverordnetenversammlung – Abriss des Oberforstamtes zugesichert

Romrod sv014

Romrod. Rund um das Projekt „Leben und Wohnen im Alter“ drehte sich am Donnerstagabend die Romröder Stadtverordnetenversammlung im Bürgerhaus. „Das Projekt ist Anlass, dass wir uns zwischen den Zeiten treffen“, erklärte Bürgermeisterin Dr. Birgit Richtberg zu der Parlamentssitzung kurz nach der Kommunalwahl. Sowohl die Bürgermeisterin als auch der Architekt Thomas Otte stellten die aktuellen Planungen und Entwicklungen vor.

Architekt Thomas Otte präsentierte die aktuellen Pläne
Architekt Thomas Otte präsentierte die aktuellen Pläne

Wie Richtberg mitteilte, sei ein Abriss des ehemaligen Oberforstamtes seitens des Landesamtes für Denkmalpflege zugesichert. Voraussetzung sei jedoch die Realisierung des Projekts an diesem Standort. Architekt Otte sprach dahingehend von neuen Chancen für das Vorhaben, da nun ein kompletter Neubau realisiert werden könne. Wie er schilderte, können nun bis zu 54 Bewohner und zwölf Plätze zur Tagespflege in dem geplanten Gebäude untergebracht werden. Die alte Planungen sahen nur 47 Plätze vor. „Das führt zu einer Verbesserung der Wirtschaftlichkeit“, so Otte. Er schilderte die bisherigen Kostenschätzungen des Projektes, die im Jahr 2014 mit 4,64 Millionen Euro begannen, im Jahr 2015 auf 5,26 Millionen Euro stiegen und derzeit mit 5,42 Millionen Euro veranschlagt werden. Der genaue Finanzrahmen soll laut Bürgermeisterin Dr. Richtberg in der nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses erörtert werden, insbesondere im Hinblick auf die gesteigerte Wirtschaftlichkeit. Die Fördermittel des Hessischen Sozialministeriums stehen laut Dr. Richtberg für das Projekt nach wie vor zur Verfügung.

So könnte das Projekt nach seiner Fertigstellung aussehen
So könnte das Projekt nach seiner Fertigstellung aussehen

Auch einige bauliche Details zu den aktuellen Planungen wurden auf der Versammlung präsentiert. So sind neben den üblichen sanitären Einrichtungen auch zwei Wellness-Bäder für die Wohngruppen geplant. Als Besonderheit hob Richtberg hervor, dass jeder Wohngruppe über einen eigenen Balkon verfüge. Im Hinblick auf die bauliche Situation zu einer benachbarten Halle teilte Richtberg mit, dass eine Lösung mit dem Bauamt des Kreises gefunden worden sei. Statt einem Abstand von drei Metern, sei eine Regelung mit eineinhalb Metern Abstand gefunden worden. Ein Brandschutzkonzept müsse jedoch noch erstellt werden. Das sogenannte Fischhaus soll in Form einer Nachbildung auf dem Areal wiederaufgebaut werden. Es soll nach den Plänen zur Begegnung einladen, aber auch eine Unterbringung von Müllcontainern ermöglichen.

Einige Fragen wurden von den Stadtverordneten zu den aktuellen Planungen gestellt. So vermisste Udo Kornmann die Möglichkeit zur Unterbringung von Ehepaaren in Doppelzimmern. Architekt Otte erklärte dazu, dass es in der Regel keine Nachfrage für solche Zimmer bestehe. Bürgermeisterin Richtberg ergänzte, dass solche Zimmer auch nicht förderfähig seien. Willy Eifert erkundigte sich, ob die bestehende Bruchsteinmauer zur Einfriedung des Geländes erhalten bleibe. Bürgermeisterin Dr. Richtberg teilte dazu mit, dass für die Freifläche des Areals eine extra Planung nötig sei. Thilo Naujock forderte im Hinblick auf die Finanzierbarkeit eine aktuelle Kostenaufstellung für die Fraktionen ein. Die Stadtverordneten fassten den einstimmigen Beschluss, im Bau- und Umweltausschuss weiter zu beraten.

Zahlreiche Zuschauer verfolgten die Stadtverordnetenversammlung.
Zahlreiche Zuschauer verfolgten die Stadtverordnetenversammlung.

Einstimmig beschlossen die Stadtverordneten auch, die Beratungen um die Finanzierbarkeit im Haupt- und Finanzausschuss fortzuführen. Die Bürgermeisterin sprach dazu von einem Kostengerüst aus unterschiedlichen Bestandteilen, die sich in Förderung, Darlehen und Eigenanteil gliedern sollen. Wie sie sagte, sei der Eigenanteil seit der ersten Planung gestiegen und es sei mit einer weiteren Kostensteigerung zu rechnen. Sie hob jedoch zur Wirtschaftlichkeit hervor: „Der Mieter ist grundsätzlich bereit, den Mietvertrag zu ändern und eine höhere Miete zu zahlen“.

Im Bericht aus dem Magistrat teilte Bürgermeisterin Richtberg mit, dass derzeit Verträge zum Verkauf von Grundstücken im Rahmen des Ausbaus der Strebendörfer Ortsdurchfahrt gefasst werden. Es handele sich jedoch nur um wenige Quadratmeter, dennoch sei dafür ein Notar notwendig. Dieser würde für einen Sammeltermin in das dortige Dorfgemeinschaftshaus einbestellt werden. Des Weiteren teilte die Bürgermeisterin mit, dass der städtische Bauhof vor dem 1. März mit Baumschnittmaßnahmen sehr aktiv gewesen sein. So seien unter anderem in der Romröder Brechtsstraße und über Kanälen im Ortsteil Zell mehrere Bäume gefällt worden. Für die Brechtstraße in Romrod teilte Dr. Richtberg mit, dass sich die Anwohner künftig für eine ehrenamtliche Pflege der Beete ausgesprochen hätten.

Im Hinblick auf die Spielplätze im Stadtgebiet teilte die Rathauschefin mit, dass der Bauhof mit der Instandsetzung beschäftigt sei. So sollen unter anderem Zäune repariert werden und frischer Sand ausgebracht werden. Wie Richtberg informierte, wurde der Parkplatz für das Projekt „Leben und Wohnen im Alter“ in der Jägerstraße kurz vor der Stadtverordnetenversammlung offiziell eröffnet. Die Baukosten beliefen sich laut ihren Angaben auf 74.400 Euro, die zu 66 Prozent mit einer Summe von 49.000 Euro gefördert wurden. Für das Dorfgemeinschaftshaus in Ober-Breidenbach teilte Richtberg mit, dass ein Wasserboiler gegen ein Durchlauferhitzer bei der Warmwasserversorgung ausgetauscht werde.

Über die städtische Feuerwehr informierte die Bürgermeisterin, dass der Bedarfs- und Entwicklungsplan angepasst werden müsse. Dahingehend habe ein Gespräch im Hessischen Innenministerium stattgefunden, bei dem es intensive Beratungen mit dem Kreisbrandinspektor und einem Sachbearbeiter des Ministeriums gegeben hätte. Das für das Jahr 2017 zur Anschaffung geplante Tanklöschfahrzeug wird laut Richtbergs Angaben nicht mehr gefördert. Nun soll in den Kreisen der Feuerwehr über das weitere Vorgehen beratschlagt werden. Für die Nachwuchsgewinnung in der Feuerwehr informierte Richtberg, dass Planungen für eine Stelle im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres betrieben werden. Diese FSJ-Stelle soll den Bedarf in der schulischen Nachmittagsbetreuung füllen, möglicherweise im Gebiet des Gemeindeverwaltungsverbandes. Derzeit werde eine mögliche Förderung durch den Kreisfeuerwehrverband geprüft. +++ fuldainfo | pw


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