RKI meldet 8400 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz steigt auf 44,2

Coronavirus

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am frühen Donnerstagmorgen vorläufig 8.400 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 49 Prozent oder 2.762 Fälle mehr als am Donnerstagmorgen vor einer Woche. Die Inzidenz stieg laut RKI-Angaben von gestern 40,8 auf heute 44,2 neue Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage. Insgesamt geht das Institut laut der vorläufigen Zahlen derzeit von rund 61.400 aktiven Corona-Fällen mit Nachweis aus, das sind etwa 21.900 mehr als vor einer Woche. Außerdem meldete das RKI nun 22 Tote binnen 24 Stunden in Zusammenhang mit dem Virus. Innerhalb der letzten sieben Tage waren es 109 Todesfälle, entsprechend durchschnittlich 16 Todesfällen pro Tag (Vortag: 15). Damit erhöhte sich die Zahl der Todesfälle binnen 24 Stunden auf 91.943. Insgesamt wurden bislang 3,84 Millionen Menschen in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet. Da es sich für den heutigen Tag um vorläufige Zahlen handelt, könnten diese späte  r noch vom RKI korrigiert werden.

Debatte um Pläne zu Impfungen an Schulen

Der Deutsche Lehrerverband (DL) begrüßt die Pläne mehrerer Bundesländer, Impfungen an Schulen durchzuführen. „Alles, was die Sicherheit an Schulen schnell erhöht, ist gut“, sagte Verbandschef Heinz-Peter Meidinger dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Es sei völlig klar, dass eine hohe Impfquote der Schüler „der wohl wichtigste Baustein für mehr Gesundheitsschutz an Schulen in der Pandemie, und damit letztendlich für eine baldige Rückkehr zur Normalität im Schulbetrieb ist“, sagte Meidinger. „Außerdem könnten bei einer hohen Impfquote, nachdem alle in der betreffenden Altersgruppe ein Impfangebot haben wahrnehmen können, andere Gesundheitsschutzmaßnahmen wie Maskenpflicht und regelmäßige Testungen im Gegenzug schrittweise zurückgefahren werden“, so Meidinger weiter. Mit Blick auf die bisherige Zurückhaltung einzelner Länder sagte der Verbandschef: „Dass sich einzelne Bundesländer wie etwa Bayern, weitgehend zurücklehnen und die Hände in den Schoß legen, halte ich für falsch. Wir haben auch nicht die Befürchtung, dass dadurch Konflikte in die Schulen hineingetragen und ein Gruppendruck auf nichtimpfwillige Schüler beziehungsweise deren Eltern ausgeübt werden könnte.“ Es gebe durchaus Möglichkeiten, Impfungen so zu organisieren, dass sowohl der Schulbetrieb kaum tangiert, als auch die notwendige Anonymität und Freiwilligkeit absolut gewahrt wird, so der Verbandschef. Wichtig sei aber, dass die Corona-Impfungen sowohl für Lehrkräfte als auch für Schüler freiwillig bleibe. „Eine Impfpflicht lehnen wir nach wie vor ab. Wir setzen auf Überzeugungskraft und Einsicht der Betroffenen und sind dabei auch sehr optimistisch.“ Das oberste Ziel sei vollständiger Präsenzunterricht im Herbst sowie eine baldmögliche Rückkehr zur Normalität an Schulen ohne größere Einschränkungen. „Eine hohe Impfquote ist der zentrale Schlüssel dafür“, sagte Meidinger. Nachdem die Ständige Impfkommission (Stiko) am Montag die Corona-Impfung  für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren empfohlen hat, sind in ganz Deutschland Impfaktionen für die Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen angelaufen. Der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) kritisierte die Pläne mehrerer Bundesländer hingegen, Kinder und Jugendliche an und im Umfeld von Schulen zu impfen. „Die Jugendlichen stehen in den Schulen sehr stark unter Gruppenzwang, sodass eine freie und unabhängige Entscheidung schwierig wird“, sagte Kinderarzt und Bundessprecher Jakob Maske dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Es sei zudem problematisch, dass die Impfenden die Kinder und Jugendlichen meist nicht kennen würden und auch die Eltern häufig nicht anwesend seien, um eine Einwilligung in die Impfung zu geben. Maske riet stattdessen zur Impfung in den Praxen: „Das Impfen beim eigenen Kinder- und Jugendarzt hat den Vorteil, dass der Arzt die Familie und das Umfeld gut kennt und die Eltern besser beraten kann, ob die Impfung für die Familie sinnvoll ist oder nicht. „Nachdem die Ständige Impfkommission (Stiko) am Montag die Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren empfohlen hat, sind in ganz Deutschland Impfaktionen für die Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen angelaufen.

NRW ändert Coronaschutzverordnung mit Blick auf Schülerausweise

Das NRW-Gesundheitsministerium ändert die Coronaschutzverordnung noch vor Inkrafttreten am Freitag mit Blick auf Schülerausweise. In der neuen Fassung sollen alle Schüler an inländischen Schulen automatisch als getestet gelten, berichtet die „Rheinische Post“ unter Berufung auf das Ministerium. Der Schülerausweis als Testnachweis muss erst ab einem Alter von 15 Jahren mitgeführt werden. Die ursprüngliche Formulierung hatte hingegen gelautet: „Schulpflichtige Kinder und Jugendliche mit Schülerausweis gelten aufgrund ihrer Teilnahme an den verbindlichen Schultestungen als getestete Personen.“ Die Änderung war erforderlich geworden, weil Schülerausweise normalerweise erst für Kinder ab 15 Jahren ausgestellt werden, für jüngere Schüler nur auf Anfrage. Die Ausstellung vieler neuer Ausweise hätte etwa für Grundschulen hohen bürokratischen Aufwand bedeutet. SPD-Fraktionsvize Jochen Ott kritisierte: „Und wieder herrscht das Chaos, we  il niemand genau weiß, was jetzt konkret gilt.“ Der Oppositionspolitiker forderte zudem, alle Schüler dreimal pro Woche zu testen und nicht nur zweimal.

Intensivmediziner: Jeder zehnte Covid-Patient trotz Impfung krank

Der Intensivmediziner Christian Karagiannidis beobachtet mit Sorge die Zahl schwerer Krankheitsverläufe bei Geimpften. Die meisten der Covid-Kranken in deutschen Kliniken seien ungeimpfte Patienten, doch gebe es derzeit auch Fälle von geimpften Corona-Patienten in stationärer Behandlung, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Aktuell haben wir in Nordrhein-Westfalen 12 bis 13 Prozent der Covid-Patienten in den Kliniken mit Impfschutz. Diese Quote dürfte auch der bundesweiten Quote entsprechen.“ Die Mehrzahl werde auf den Normalstationen behandelt, einzelne Fälle gebe es aber auch auf den Intensivstationen. Hier liege die Zahl derzeit im unteren einstelligen Bereich, so der wissenschaftliche Leiter des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Bei den stationär behandelten Impfdurchbrüchen handele es sich etwa um Fälle von Patienten mit einer eingeschränkten Immu  nantwort, zum Beispiel als Folge einer medikamentösen Dämpfung des Immunsystems. Wichtig sei es deshalb, dass jetzt insbesondere den Patienten, die ein gedämpftes Immunsystem haben, eine dritte Impfdosis als Booster angeboten werde, forderte der Intensivmediziner. Karagiannidis kündigte zudem an, dass das DIVI-Intensivregister in Zukunft auch Angaben über den Impfstatus der Covid-Patienten auf den Intensivstationen erheben und veröffentlichen werde. +++


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