Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am frühen Sonntagmorgen 8.616 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 23 Prozent oder 2.576 Fälle weniger als am Sonntagmorgen vor einer Woche, als 11.192 Neuinfektionen binnen eines Tages offiziell veröffentlicht worden waren. Auch die 7-Tage-Inzidenz sank weiter, von 77,3 auf 75,6. Insgesamt geht das Institut derzeit von rund 193.300 aktiven Corona-Fällen mit Nachweis aus, das sind etwa 44.400 weniger als vor einer Woche. Die Dunkelziffer ist unbekannt, nach Meinung unterschiedlicher Experten könnte sie doppelt oder bis zu sieben Mal so hoch sein. Außerdem meldete das RKI nun 231 Tote binnen 24 Stunden in Zusammenhang mit dem Virus. Innerhalb der letzten sieben Tage waren es 4.572 Todesfälle, entsprechend durchschnittlich 653 Todesfällen pro Tag. Am Vortag lag dieser Wert bei durchschnittlich 677 Corona-Toten innerhalb der letzten sieben Tage. Auf den Intensivstationen wurden unterdessen am frühen Sonntagmorgen 3.966 Covid-19-Patienten intensiv behandelt. Am Samstagmittag waren es 3.965.
Großstadt-Bürgermeister: Kontaktverfolgung über Inzidenz 50 möglich
Mehrere Oberhäupter deutscher Großstädte widersprechen der Feststellung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die Gesundheitsämter seien nicht in der Lage, Kontakte nachzuverfolgen, wenn die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen über 50 liegt. „So pauschal kann man das nicht sagen“, sagte Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) der „Welt am Sonntag“. In Köln sei man trotz Werten von über 50 seit Monaten in der Lage, sowohl die positiv Getesteten als auch die Kontaktpersonen „innerhalb von 24 Stunden zu kontaktieren und Quarantäneanordnungen zu verhängen“. Bremens Stadtoberhaupt Andreas Bovenschulte (SPD) zufolge können auch in seiner Stadt, wo die Inzidenz zurzeit 71,2 beträgt, alle Kontakte nachverfolgt werden. Ähnliche Angaben machten Rathäuser in München, Leipzig und Düsseldorf. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Helmut Dedy, verweist auf die schnelle Einführung von IT-Lösungen in Großstädten: „Die dortigen Lösungen laufen rund und befähigen die Gesundheitsämter dieser Städte schon jetzt, auch bei einer Inzidenz weit über 50 die Kontaktnachverfolgung zu gewährleisten. Das wird nur in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen.“ Allerdings können laut Dedy bundesweit nicht alle Ämter bei hohen Inzidenzen so umfassend agieren. +++

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