Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am frühen Freitagmorgen vorläufig 297.845 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 17,8 Prozent oder 45.009 Fälle mehr als am Freitagmorgen vor einer Woche und mehr als jemals zuvor seit Beginn der Pandemie. Der bisherige Höchstwert lag bei 294.931 neuen Fällen binnen eines Tages. Die Inzidenz stieg laut RKI-Angaben von gestern 1651,4 auf heute 1706,3 neue Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage. Das ist wie schon in den letzten Tagen wieder ein Allzeithoch. Insgesamt geht das Institut laut der vorläufigen Zahlen derzeit von rund 3.837.800 aktiven Corona-Fällen mit Nachweis aus, das sind etwa 358.800 mehr als vor einer Woche und mehr als jemals zuvor. Außerdem meldete das RKI nun 226 Tote binnen 24 Stunden in Zusammenhang mit dem Virus. Innerhalb der letzten sieben Tage waren es 1.374 Todesfälle, entsprechend durchschnittlich 196 Todesfällen pro Tag (Vortag: 200). Damit liegt die Zahl der Todes fälle nun bei 126.646. Insgesamt wurden bislang 18,29 Millionen Menschen in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet. Da es sich für den heutigen Tag um vorläufige Zahlen handelt, könnten diese später noch vom RKI korrigiert werden.
Hospitalisierungs-Inzidenz steigt auf 7,81
Die bundesweite Hospitalisierungsrate für Corona-Infizierte ist gestiegen. Das RKI meldete am Freitagmorgen zunächst 7,81 Einweisungen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden 7 Tagen (Donnerstag ursprünglich: 7,58, Freitag letzter Woche ursprünglich 7,00). Damit ist das Geschehen in den Krankenhäusern nicht mehr weit von seinem Allzeithoch entfernt: Das war mit rund acht Einweisungen pro Woche und 100.000 Einwohner an Weihnachten 2020 erreicht worden. Es handelt sich um die jeweils vorläufigen Zahlen, die stets nachträglich noch nach oben korrigiert werden, da manche Einweisungen erst später gemeldet werden. Am höchsten ist die Hospitalisierungsinzidenz laut der vorläufigen Daten in Mecklenburg-Vorpommern (19,99). Dahinter folgen Thüringen (18,06), Sachsen-Anhalt (12,56), Saarland (11,99), Nordrhein-Westfalen (8,01), Baden-Württemberg (7,92), Sachsen (7,89), Bayern (7,60), Hessen (7,26), Schleswig-Holstein (6,53), Brandenburg (6,48), Rheinland-P falz (6,42), Bremen (6,18), Niedersachsen (5,79), Hamburg (3,67), Berlin (3,25). In der Altersgruppe 0-4 Jahre liegt die Hospitalisierungsinzidenz bundesweit vorläufig bei 7,86, in der Altersgruppe 5-14 Jahre bei 2,76, in der Altersgruppe 15-34 Jahre bei 4,00, in der Altersgruppe 35-59 Jahre bei 3,92, in der Altersgruppe 60-79 Jahre bei 10,43 und bei den Über-80-Jährigen bei 36,96 Krankenhauseinweisungen mit Covid-19 je Woche und 100.000 Einwohner.
Landkreise verlangen mehr Handlungsspielraum beim Infektionsschutz
Angesichts steigender Infektionszahlen verlangen die deutschen Landkreise mehr Spielraum beim Infektionsschutz. Die geplante Regelung zu Corona-Hotspots sei zu bürokratisch und zu träge, sagte der Präsident des Deutschen Landkreistags, Reinhard Sager den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Betroffene Landkreise sollten selbst über den Einsatz eines verschärften Instrumentariums entscheiden können, ohne dass es eines vorherigen Beschlusses des Landtags bedarf“, so Sager. Der weitgehende Verzicht auf den bewährten Instrumentenkasten im Infektionsschutzgesetz komme zudem zu früh, weil nicht auszuschließen sei, dass spätestens im Herbst auf eine erneute Dynamisierung des Infektionsgeschehens oder das Auftreten neuer Virusvarianten reagiert werden müsse. „Auch sollten wir auf Masken nicht sofort verzichten“, so Sager. In Schulen und Kitas etwa sollte nach wie vor eine Maskenpflicht möglich sein. An diesem Freitag entscheidet der Bundestag abschließend über die von der Ampel-Koalition geplanten Änderungen im Infektionsschutzgesetz. +++

Hinterlasse jetzt einen Kommentar