Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am frühen Donnerstagmorgen vorläufig 116.806 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 19,6 Prozent oder 28.407 Fälle weniger als am Donnerstagmorgen vor einer Woche. Die Inzidenz sank laut RKI-Angaben von gestern 670,5 auf heute 661,3 neue Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage. Insgesamt geht das Institut laut der vorläufigen Zahlen derzeit von rund 1.671.800 aktiven Corona-Fällen mit Nachweis aus, das sind etwa 229.400 mehr als vor einer Woche. Außerdem meldete das RKI nun 223 Tote binnen 24 Stunden in Zusammenhang mit dem Virus. Innerhalb der letzten sieben Tage waren es 1.005 Todesfälle, entsprechend durchschnittlich 144 Todesfällen pro Tag (Vortag: 137). Damit erhöhte sich die Zahl der Todesfälle binnen 24 Stunden auf 152.100. Insgesamt wurden bislang 35,01 Millionen Menschen in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet. Da es sich für den heutigen Tag um vorläufige Zahlen handelt, könnten diese später noch vom RKI korrigiert werden.
Hospitalisierungsrate steigt auf 12,85
Die bundesweite Hospitalisierungsrate für Corona-Infizierte ist erneut leicht gestiegen. Das RKI meldete am Donnerstagmorgen zunächst 12,85 Einweisungen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen (Mittwoch ursprünglich: 12,61, Donnerstag letzter Woche ursprünglich 12,23). Es handelt sich um die jeweils vorläufigen Zahlen, die stets nachträglich noch nach oben korrigiert werden, da manche Einweisungen erst später gemeldet werden. Am höchsten ist die Hospitalisierungsinzidenz laut der vorläufigen Daten weiterhin im Saarland (25,45). Dahinter folgen Thüringen (19,77), Mecklenburg-Vorpommern (19,61), Brandenburg (19,58), Sachsen (17,39), Sachsen-Anhalt (17,19), Bayern (17,19), Schleswig-Holstein (14,17), Hessen (12,20), Rheinland-Pfalz (11,64), Nordrhein-Westfalen (11,34), Baden-Württemberg (10,62), Berlin (8,21), Niedersachsen (6,78), Hamburg (6,36) und Bremen (5,77). In der Altersgruppe 0-4 Jahre liegt die Hospitalisierungsinzidenz bunde sweit vorläufig bei 5,08, in der Altersgruppe 5-14 Jahre bei 0,88, in der Altersgruppe 15-34 Jahre bei 2,85, in der Altersgruppe 35-59 Jahre bei 4,97, in der Altersgruppe 60-79 Jahre bei 20,33 und bei den Über-80-Jährigen bei 77,59 Krankenhauseinweisungen mit Covid-19 je Woche und 100.000 Einwohner.
Soziologe sieht deutsche Politik kaum gerüstet für Corona-Winter
Deutschland steuert womöglich auf einen dritten Corona-Winter zu und der Soziologe Armin Nassehi sieht die Politik erneut kaum gerüstet, sich rechtzeitig auf Maßnahmen zu einigen. Das "Zu-spät-Reagieren" sei identisch mit den Diskussionen über Maßnahmen im Spätsommer 2020 und 2021. "Darin zeigt sich eine grundlegende Überforderung, dann etwas für die Zukunft vorzubereiten, wenn die Parameter gerade noch nicht so drastisch sind", sagte Nassehi dem "Spiegel". Das Unvermögen, auf die Coronakrise zu reagieren, setze sich auch bei anderen Krisen fort. "Regierungspolitik steht immer unter dem Druck in der konkreten Gegenwart funktionieren zu müssen, sonst fehlen oft Legitimation und Durchsetzungsmöglichkeiten", sagte der Münchner Soziologe. Entscheidend sei in der Politik nicht nur, was sachlich richtig ist, sondern was politisch durchsetzbar ist. Zugleich würden Sachdiskussionen zu oft "von interessierter Seite extrem symbolisch aufgeladen". Mittel- und langfristige Strategien würden so eher zur Ausnahme. Dennoch sieht Nassehi darin keine Gefahr für die Demokratie - sondern eher ihre Stärkung: "Womöglich bieten solche Krisensituationen auch ein Zeitfenster, in dem sich manches ordnet und manche Dringlichkeiten klarer werden", sagte Nassehi. "Trotz aller Symbolfragen gibt es hierzulande einen großen Pragmatismus, sich zu einigen." Das sei etwas, das so nur in stabilen Demokratien möglich ist. Dass es im Winter wieder steigende Infektionszahlen gibt, gilt als sicher - in den letzten Tagen waren die Inzidenzen aber auch etwas zurückgegangen. +++
