RKI erwartet deutlich mehr Intensivpatienten und Tote

Das Robert-Koch-Institut (RKI) geht davon aus, dass es im Zuge der immer schneller steigenden Corona-Fallzahlen auch wieder deutlich mehr Intensivpatienten und Tote geben wird. Es müssten schon jetzt immer mehr Menschen intensiv behandelt werden, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Donnerstagvormittag in Berlin. Er gehe davon aus, dass künftig immer mehr alte Menschen wieder betroffen sein werden. Die Zahl der Toten werde weiter steigen, so Wieler. Er fügte allerdings hinzu, dass Altenheime und Krankenhäuser ihre Hygienekonzepte verbessert hätten. Das Virus werde dementsprechend nicht mehr so schnell wie im Frühjahr in die Einrichtungen hineingetragen. Aktuell gebe es aber ein „langsames Eindriften“ in diese Institutionen. Insgesamt bezeichnete Wieler die Situation in Deutschland als inzwischen wieder „sehr ernst“. Der RKI-Chef appellierte an alle Bürger, die sogenannten AHA+L-Regeln konsequent zu befolgen. „Die Fallzahlen sind seit Anfang September leider von Woche zu Woche gestiegen.“ Das Ziel des RKI bleibe aber weiterhin, die Fallzahlen so gering wie möglich zu halten.

Kubicki nennt Lockdown in Berchtesgaden „unverantwortlich“

Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki hat bei seiner Kritik an Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und der bayerischen Corona-Politik nachgelegt. „Markus Söder gibt anderen Ländern regelmäßig Empfehlungen, wie sie sich verhalten sollen, kann aber nicht erklären, warum in Bayern die Infektionszahlen mit am höchsten sind und vor allem die Todeszahlen die höchsten sind, die wir deutschlandweit haben“, sagte Kubicki dem RTL-Magazin „Guten Morgen Deutschland“. Jeder sollte zunächst seinen Job zu Hause richtig machen, fügte der FDP-Politiker hinzu. Kubicki kritisierte auch den teilweisen Lockdown im Berchtesgadener Land. Das sei ein Fehler und treffe die Falschen, so Kubicki. „Denn wir wissen, dass dort, wo die Hygienekonzepte eingehalten werden – in Hotels und Restaurants beispielsweise, die sich große Mühe gegeben haben – die Infektionszahlen nicht hochgeschnellt sind.“ Man müssen sich auf diejenigen Dinge konzentrieren, wo es wirklich ausbreche und dort Maßnahmen ansetzen und nicht „flächendeckend wieder einen ganzen Kreis lahmlegen“. Kubicki kritisierte auch die Art und Weise, wie der Lockdown vollzogen wurde: „Ich halte es nach wie vor für unverantwortlich, dass man aus einem Hotspot-Gebiet 2.000 Touristen ausreisen lässt, ohne sie vorher zu testen – in dem Wissen, dass möglicherweise einige von ihnen das Virus in Deutschland weiter verbreiten.“ Man hätte sie vorher testen müssen. Das schreibe das Infektionsschutzgesetz geradezu vor, um sicherzugehen, dass es aus Berchtesgaden heraus keine weitere Verbreitung gebe, so Kubicki.

RKI erklärt Österreich fast komplett zum Risikogebiet

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat Österreich fast komplett zum Corona-Risikogebiet erklärt. Das geht aus der Auflistung der Ausweisungen internationaler Risikogebiete des RKI hervor, die am Donnerstagvormittag aktualisiert wurde. Demnach gelten nun auch die österreichischen Bundesländer Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich, Burgenland und Steiermark als Risikogebiete. Damit ist nur noch Kärnten nicht betroffen. Ab Samstag soll eine entsprechende Reisewarnung des Auswärtigen Amts gelten. Weitere Länder wurden vom RKI nun ebenfalls als Risikogebiete deklariert, darunter Polen, die Schweiz, Irland, Liechtenstein sowie das gesamte Vereinigte Königreich. In Bulgarien wurden die Verwaltungsbezirke Rasgrad, Sofia Stadt und Sliven neu in die Liste aufgenommen, in Estland die Region Jogeva, in Italien die Regionen Aostatal, Umbrien, Lombardei, Piemont, Toskana, Venetien, Latium, Abrruzzen, Friaul-Julisch Venetien, Emilia-Romagna, Sardinien und die autonome Provinz Bozen sowie in Kroatien die Gespanschaften Karlovac, Osijek-Baranja, Zagreb, Varaždin und Bjelovar-Bilogora. In Schweden gelten nun auch die Provinzen Jönköping und Östergötland als Risikogebiete, in Slowenien die Regionen Posavska und Goriška und in Ungarn die Regionen Heves, Zala und Somogy. Die Kanarischen Inseln in Spanien und die Region Ida-Viru in Estland gelten unterdessen nicht mehr als Risikogebiete. Für Einreisende in die Bundesrepublik Deutschland, die sich innerhalb der letzten 14 Tage vor Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben, kann gemäß den jeweiligen Quarantäneverordnungen der zuständigen Bundesländer eine Pflicht zur Absonderung bestehen. +++ nh/dts


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