RhönEnergie Fulda-Gruppe gibt Gasumlage ohne Aufschlag weiter

Heizlüfter sind nicht wirtschaftlichHeizlüfter sind nicht wirtschaftlich, weshalb von ihnen abzuraten ist

Die Verantwortlichen der RhönEnergie Fulda-Gruppe – der Sprecher der Geschäftsführung der RhönEnergie Fulda GmbH Martin Heun, der Geschäftsführer der RhönEnergie Fulda GmbH Dr. Arnt Meyer sowie der Bereichsleiter des Zuständigkeitsbereiches „Energiewirtschaft“ bei der RhönEnergie Fulda Klaus Moll haben am Mittwochnachmittag in Fulda über den momentanen Stand des Energiemarktes im Hinblick auf eine mögliche Gasmangellage und Staatliche Umlagen vor dem Hintergrund der Inflation in Folge des russischen Angriffskrieges in der Ukraine informiert.

In einem informellen Hintergrundgespräch, das es von Seiten des heimischen Energieversorgers fortan häufiger geben solle, betonten die Verantwortlichen der RhönEnergie Fulda GmbH, dass die geplante Gasumlage ab 1. Oktober ohne Aufschlag zu 100 Prozent weitergegeben wird. Der Sprecher der Geschäftsführung der RhönEnergie Fulda GmbH Martin Heun erläuterte, dass die Gasumlage zwar schmerzlich sei, aber er sieht diese auch als Lenkungsinstrument, um Gas einzusparen. Der Preis entscheidet, wie viel Gas eingespart werde, so Heun weiter. Und die Notwendigkeit, dass gespart werden muss, darin waren sich beide Geschäftsführer einig. Kundinnen und Kunden müssten zum jetzigen Zeitpunkt etwa 20 Prozent einsparen. Wenn dies nicht gelinge und die Lieferung aus Russland ausbleibe, werde es zur Gasmangellage kommen, und die möchten keiner.

„Die aktuelle Krise in der Erdgasversorgung stellt die Energiewirtschaft, ebenso wie alle Verbraucherinnen und Verbraucher vor enorme Herausforderungen. Mit der Gasbeschaffungs- und der Gasspeicher-Umlage hat die Bundesregierung zwei notwendige und sinnvolle Instrumente geschaffen, um die Versorgungsinfrastruktur in Deutschland dauerhaft zu sichern. Das begrüßen wir ausdrücklich. Für uns als Versorgungsunternehmen sind die Umlagen nur durchlaufende Posten, auf die wir keinen Einfluss haben. Wir werden diese neuen Umlagen in vollem Umfang an die vorgelagerten Instanzen weitergeben – wir behalten sie auch nicht für uns und koppeln sie nicht mit einer weiteren Preiserhöhung“, so Martin Heun, Sprecher der Geschäftsführung RhönEnergie Fulda GmbH.

Klaus Moll, Bereichsleiter Energiewirtschaft erläuterte: „Die Umlagen im Bereich Gas verhindern einen Kollaps der Lieferketten und bestehen aus zwei Teilen: Der Gasspeicherumlage (gemäß §35e EnWG) sowie der Gas-Beschaffungsumlage nach §26 des Energiesicherungsgesetzes (EnSiG). Bei der Gas-Beschaffungsumlage in Höhe von 2,419 ct/kwH handelt es sich um eine staatliche Stützungs- und Steuerungsmaßnahme. Sie wurde ins Leben gerufen, um das System der Erdgasversorgung in Deutschland abzusichern und Sparanreize zu setzen. Der Hintergrund: Die Beschaffungskosten für Erdgas haben sich für die deutschen Importeure durch den Wegfall der Importmengen aus Russland in den vergangenen Monaten signifikant erhöht. Vor dem Hintergrund dieser hohen Vorleistungen müssen die Importeure und Verteiler von Erdgas in die Lage versetzt werden, ihre Mehrkosten zeitnah an die Endverbraucher weiterzugeben, weil den Unternehmen sonst die Insolvenz droht.“

„Die Versorgungssicherheit im Gas ist aktuell gegeben, die Versorgungslage bei uns im Netzgebiet ist ebenfalls stabil. Trotz der Drosselung von NordStream 1 haben die deutschen Gasspeicher einen Füllstand von 75 Prozent erreicht. Die Gasspeicher allein werden uns aber nicht über den Winter bringen: Wir benötigen in allen Szenarien der Bundesnetzagentur dringend Verbrauchseinsparungen in substanzieller Höhe. Wir müssen alles tun, um eine Gasmangellage im Winter schon vorbeugend zu vermeiden. Zum Thema Netzstabilität: Zwar können Heizlüfter helfen, vorübergehend einen oder mehrere Räume zu erwärmen, doch sie sind weder technisch noch wirtschaftlich eine sinnvolle Alternative für die Beheizung eines gesamten Haushalts über einen längeren Zeitraum hinweg. Das Heizen mit elektrischen Direktheizgeräten sorgt nicht für eine Heizkostenentlastung und kann in problematischer Weise unser regionales Stromnetz belasten, wenn viele Geräte gleichzeitig zugeschaltet werden“, so Dr. Arnt Meyer, Geschäftsführer RhönEnergie Fulda GmbH.

Es wird Abnehmer geben, die diese außergewöhnlichen Belastungen nicht stemmen können. Hier werde man mit Sozial- und Verbraucherverbänden an möglichen Lösungen arbeiten, um diesen Kunden helfen zu können. Hier sei Ratenzahlung möglich, das aber alleine kann nicht die Lösung sein. Hier ist auch der Staat gefragt. Die Versorgung einzustellen, sei hier das letzte Mittel. Keinen Zweifel ließen die beiden Geschäftsführer daran, dass es richtig teuer werde, sie raten den Verbraucher, ihre Abschlagszahlung auf jeden Fall anzupassen. Heun rechnet mit einer Verdoppelung der Preise. Auch weitere Erhöhungen sind nicht ausgeschlossen. Man rechnet nicht damit, dass sich die Lage in nächsten Jahren so schnell beruhigen werde. Ein Preisniveau wie vor der Krise wird es sicher nicht mehr geben.

Laut Rhönenergie Fulda bedeuten allein die neu erhobenen Umlagen (Gasbeschaffungs-, Speicher- und Bilanzierungsumlage) für einen Kunden mit 18.000 kWh (Hausanschluss für eine ca. 4-köpfige Familie) monatliche Mehrkosten von ca. 55,00 Euro pro Monat. +++

Coronadaten

Letzte Aktualisierung: 02.10.2022, 05:22 Uhr
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Fulda
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Vogelsberg770,3 →814
Hersfeld
616,7 →741
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