Putin-Hitler-Vergleich: Moskaus Protest sorgt für Unruhe in Koalition

Wolfgang Schäuble (CDU)
Wolfgang Schäuble (CDU)

Berlin. Dass Russland beim deutschen Botschafter in Moskau gegen eine umstrittene Äußerung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) über den Krim-Anschluss protestiert hat, sorgt für Unruhe in der Großen Koalition. “Dass solche historischen Parallelen gerade gegenüberRussland mit Blick auf die jüngere Geschichte sehr problematisch sind, kann wohl niemand ernstlich in Zweifel ziehen”, sagte SPD-Bundesvize Ralf Stegner “Handelsblatt-Online”. “Nützlich ist das in der gegenwärtigen Lage sicher nicht.” Helmut Kohl habe sich einst bei Michail Gorbatschow für einen entsprechenden “sprachlichen Fehlgriff” entschuldigen müssen. Linksparteichef Bernd Riexinger forderte Schäuble auf, sich bei Russland zu entschuldigen. “Das deutsch-russische Verhältnis ist ein Schlüssel zur Lösung der Krim-Krise”, sagte Riexinger “Handelsblatt-Online”.

“Schäuble sollte sich entschuldigen. Wenn er das nicht tut, muss Merkel für ihn handeln.” Es wäre überdies gut, “wenn jetzt von deutscher Seite kein Öl ins Feuer gegossen wird”, sagte Riexinger weiter. Schäubles Vergleich sei “geschichtslos und geschmacklos” gewesen. “Ein Minister kann nicht einfach so daher quatschen”, fügte der Linke-Chef hinzu. Er rede öffentlich immer für Deutschland. “Niemand weiß das besser als Herr Schäuble”, so Riexinger.

Schäuble: Habe Putin nicht mit Hitler verglichen

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat erklärt, er habe Russlands Präsident Wladimir Putin nicht mit Hitler verglichen. “Ich habe ausdrücklich gesagt, ich vergleiche das nicht, man kann das nicht vergleichen”, sagte Schäuble am Donnerstag in der ARD-Sendung “Beckmann”. “Ich bin doch nicht blöd, dass ich Hitler mit irgendjemandem vergleiche.” Eine seiner Aussagen bei einer Veranstaltung am Montag sei isoliert veröffentlicht worden. Er hatte einen Vergleich zwischen der heutigen Lage in der Ukraine und der 1938 von Nazi-Deutschland teilweise annektierten Tschechoslowakei gezogen: “Das kennen wir alles aus der Geschichte. Solche Methoden hat schon der Hitler im Sudetenland übernommen.” Moskau hatte diese Aussage scharf kritisiert und sie als “Provokation” bezeichnet. +++ fuldainfo

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