Pulse of Europe: 300 Menschen auf dem Fuldaer Universitätsplatz

Für den kommenden Ostersonntag wird der Ablauf verändert

Fulda. Bei schönstem Frühlingswetter versammelten sich über 300 Menschen auf dem Fuldaer Universitätsplatz, um den „Pulse of Europe“ auch in Fulda spürbar werden zu lassen. In bester Stimmung wurden die unterschiedlichen generationsspezifischen Erfahrungen mit Europa behandelt, an denen sich ablesen ließ, wie wertvoll und einzigartig das europäische Projekt für uns alle ist.

In seiner Begrüßung ging Carsten Schütz vor allem auf die unmittelbar bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in Frankreich ein und drückte im Namen aller Anwesenden seine Trauer und Anteilnahme über die Terroranschläge in St. Petersburg und Stockholm aus. Im Mittelpunkt der mittlerweile fünften „Pulse of Europe“-Veranstaltung stand der Beitrag des Fuldaer Philosophen Dr. Christoph Quarch. Er präsentierte einen europäischen Bildungsroman am Beispiel seiner eigenen Person. Ausgehend von seinen Reisen als junger Mann in den 80er und 90er Jahren, bei denen er Europa entdeckte und lieben lernte, stellte er die weiteren Stationen seiner Europäer-Werdung dar. Besonderen Wert legte er auf ein Wort des früheren EU-Kommissionspräsidenten Jacques Delors: Man müsse Europa eine Seele geben. Dieser Aufgabe werde angesichts der vielen ökonomischen und finanziellen Auseinandersetzungen um je nationalstaatliche Vorteile viel zu wenig Beachtung geschenkt. Aber, so Quarch, diese Aufgabe beherzt anzugehen, sei heute dringender als je. Denn um die Seele Europas zu kämpfen, die wir als die Liebe zum Leben verstehen sollten, sei angesichts des um sich greifenden Hasses und der Intoleranz, die zentrale Aufgabe unserer Zeit.

In den drei anschließenden Redebeiträgen am „offenen Mikrofon“ sprachen dann drei Vertreter unterschiedlicher Generationen. Eberhardt Lauer, ehemaliger Bürgermeister von Hofbieber, schilderte aus seiner Generation, die Europa als noch durch Schlagbäume, Zölle, Grenzen und Abschottung voneinander getrennt lebende und arbeitende Nationen erlebt hat, welche unglaubliche Befreiung die Überwindung dieser Grenzen für sie bedeutet hat. Und vor dem Hintergrund des zweiten Weltkrieges: Es war praktisch unvorstellbar, dass mit der europäischen Einigung solch ein Maß an Sicherheit, Stabilität, Frieden und Wohlstand in Europa Realität werden würde. Sich diese Errungenschaften immer wieder bewusst zu machen und gegen diejenigen Kräfte zu verteidigen, die sie zerstören wollen, deshalb spreche er heute auf dem Uniplatz. Thomas Berger, EU-Forschungsreferent und Vertreter der mittleren Generation, hob die Bedeutung des dieses Jahr sein 30-jähriges Bestehen feierndes Erasmus-Programms für Zusammenhalt und gegenseitiges Verständnis in Europa hervor. Studierende haben auf diesem Wege, wie er selbst damals als Student auch, die Möglichkeit, in einem anderen Land zu studieren, Land und Leute kennenzulernen und grenzüberschreitende Bande zu knüpfen. Erfahrungen und Kontakte, die in ihrer Bedeutung kaum zu überschätzen seien. Für die junge Generation sprach abschließend Lukas Adomeit, sich gerade im Prüfungsstress befindlicher Abiturient des Marianums. Er stellte das Selbstverständliche in den Mittelpunkt seiner Rede: Die vielfältigen Möglichkeiten, die ein Leben in Freiheit, Sicherheit und Frieden bietet. Aber auch für ihn, den jungen Menschen, müsse es darauf ankommen, diese Rahmenbedingungen zu erhalten, zu schützen und anderen jungen Menschen bewusst zu machen, dass diese vermeintlichen Selbstverständlichkeiten keineswegs selbstverständlich seien. Sich dafür einzusetzen sei der Grund, warum er heute hier stehe und eine Rede halte.

Die musikalische Begleitung stammte dieses Mal von der Samba-Trommel-Gruppe unter der Leitung von Juliane Jorden. Den Ausklang bildete wieder eine Menschenkette, die zu den Klängen von „Insieme“ die innere Verbundenheit der Anwesenden auch nach außen zum Ausdruck brachte. Für den kommenden Ostersonntag wird der Ablauf verändert. Treffpunkt wird wieder um 14 Uhr am Uniplatz sein. Danach wird man gemeinsam in den Schlosspark gehen, um ein europäisches Picknick zu veranstalten. Alle Teilnehmer wurden gebeten, Stühle, Decken und gefüllte Picknickkörbe mitzubringen. +++ (sl)

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1 Kommentar

  1. Europa verliert gerade seine Seele in Griechenland, wo auf Druck von Schäuble & Co. erneut die Armen und Rentner mit Steuererhöhungen und Rentenkürzungen für die Fehler alter Regierungen und Banken teuer bezahlen müssen, während die reichen Griechen weiter verschont bleiben und wir hier im satten Deutschland über die tolle EU herumphilosophieren und damit das menschenverachtende neoliberale Projekt samt seinem überbordenden Brüsseler Apparat mit mit einem Heer völlig überbezahlter Beamter verteidigen. Wer finanziert eigentlich diese Aktion? Ich würde mich nicht wundern, wenn das Geld wieder aus dem Propagandafonds der EU käme und somit auch von den Steuerzahlern finanziert würde, die eine kritische Sicht auf die EU in ihrem derzeitigen Zustand haben.

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