Psychische Gesundheit im Kindes- und Jugendalter im Fokus

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Prof. Dr. Dirk Breitmeier oblag die wissenschaftliche Leitung des Symposiums. Foto: Sebastian Mannert

In den letzten Jahren ist die Zahl der diagnostizierten psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen angestiegen. Das Gesundheitsamt des Landkreises Fulda organisierte deshalb ein Symposium mit dem Titel „Psychische Gesundheit im Kindes- und Jugendalter – Aktuelle Situation, Strategien und Handlungsansätze“ im Petersberger Propsteihaus. Insgesamt nahmen 130 regionale Akteure aus den Bereichen Bildung, Gesundheit und Soziales teil.

Kindheit und Jugend haben einen maßgeblichen Einfluss auf die lebenslange psychische Entwicklung. Kinder und Jugendliche, die psychisch belastet sind, haben auch im Erwachsenenalter ein höheres Risiko, psychisch zu erkranken. Deshalb ist es essenziell, die psychische Gesundheit in dieser Lebensphase zu stärken, Erkrankungen vorzubeugen und passende Unterstützungsangebote bereitzustellen.

„Das Thema ist ein wichtiger Schwerpunkt der Gesundheitsberichterstattung und -koordination. Ich freue mich über das große Interesse am Symposium“, bemerkte Frederik Schmitt, Vize-Landrat und Gesundheitsdezernent, mit Blick auf die Veranstaltung. Prof. Dr. Dirk Breitmeier, wissenschaftlicher Leiter des Symposiums und Leiter des Fachbereichs Gesundheit beim Landkreis Fulda, betonte die gesamtgesellschaftliche Bedeutung und Dringlichkeit des Themas in seiner Begrüßungsrede.

Ziel des Symposiums war es, über Themen und Angebote zur psychischen Gesundheit im Kindes- und Jugendalter zu informieren. Der Fokus lag auf der aktuellen Situation, den Einflussfaktoren für psychische Gesundheit sowie erfolgreichen Praxisbeispielen. Zudem wurden Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten im Landkreis Fulda vorgestellt. Die Veranstaltung bot den Teilnehmenden auch die Möglichkeit, sich zu vernetzen und auszutauschen. Maren Peuker (Gesundheitskoordinatorin) und Dr. Tobias Schmidt-Degenhard (Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie) moderierten das Symposium. Beide arbeiten im Gesundheitsamt.

Anna Oeltjen, Gesundheitsberichterstatterin im Landkreis Fulda, gab einen Überblick über die aktuelle Situation. Sie beleuchtete verschiedene psychische Krankheitsbilder, deren Häufigkeiten und die Versorgungslage im Landkreis. Dr. Mardjan Ghareman aus der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Praxis in den Dalberghöfen sowie Dr. Christiane Gamber von der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Herz-Jesu-Krankenhaus stellten die Vielfalt der Autismus-Spektrum-Störungen sowie AD(H)S vor.

Prof. Stefanie Biehl von der Hochschule Fulda thematisierte verschiedene Einflussfaktoren auf die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen. Dazu zählen genetische Veranlagung, familiäre Konflikte, Mobbing und der Erziehungsstil der Eltern als Risikofaktoren. Positiv wirken sich ein stabiler Selbstwert, familiäre Unterstützung und emotionale Intelligenz aus. Diese Faktoren beeinflussen die psychische Entwicklung von Kindern maßgeblich. Felix Rudolph-von Niebelschütz (filmreflex medienpädagogik GbR) betonte die Bedeutung der Medienkompetenz. Diese umfasst die Fähigkeit, Medieninhalte kompetent zu nutzen. Sie fördert die psychische Gesundheit. Wissensaustausch über Medieninhalte und gemeinsame Nutzung zwischen Kindern, Jugendlichen, Eltern und Fachkräften unterstützen die Entwicklung dieser Kompetenz.

In einem weiteren Themenblock wurden Angebote in den Bereichen Gesundheitsförderung, Prävention und Versorgung vorgestellt: die Frühen Hilfen, die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche, Präventionsprogramme für Kitas und Schulen sowie das im Aufbau befindliche Sozialpädiatrische Zentrum im Klinikum Fulda.

Die Rückmeldungen der Teilnehmenden verdeutlichten die hohe Relevanz des Themas psychische Gesundheit im Kindes- und Jugendalter. „Der Anstieg der diagnostizierten psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen ist durch Daten belegt“, erklärte eine Teilnehmerin. In der Praxis nehme man diese Entwicklung ebenfalls wahr. Ein weiterer Teilnehmer verwies auf die ambulante Versorgungssituation: „Trotz einer Überversorgung im Landkreis Fulda, befanden sich viele Patienten in langen Wartelisten auf Therapieplätze.“ Die Rückmeldungen unterstrichen zudem, dass das Thema als gesamtgesellschaftliche Aufgabe betrachtet werden muss. Auch Eltern sollten mehr in den Fokus und verantwortlicher mit eingebunden werden. +++


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