Prof. Dr. Jaspersen in den Ruhestand verabschiedet

Jaspersen mit der Ehrennadel der IPO ausgezeichnet

Fulda. Nach fast 30-jähriger erfolgreicher Tätigkeit am Klinikum Fulda ist am gestrigen Mittwochabend Prof. Dr. Daniel Jaspersen, als Direktor der Medizinischen Klinik II, im Rahmen einer Feierstunde im Hörsaal des Klinikums Fulda offiziell in den Ruhestand verabschiedet worden. Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Gesellschaft sowie der Ärzteschaft des Klinikums Fulda, waren gekommen, um den Menschen zu würdigen, der auch über die Region Osthessen hinaus als Koryphäe seines Fachgebiets „Gastroenterologie“, „Stoffwechselerkrankungen“, gilt und daher bundesweit hohes Ansehen genoss.

Neben dem Klinikvorstand Priv.-Doz. Dr. med. Thomas Menzel, würdigten Jaspersen auch der Bürgermeister der Stadt Fulda Dag Wehner, der gestern in seiner Funktion als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums Fulda sprach sowie die Direktorin der Medizinischen Klinik III (Nephrologie) am Klinikum Fulda Prof. Dr. med. Marion Haubitz. Als Laudator fungierte der ehemalige Fuldaer Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Hamberger, der Jaspersen seinerzeit zum Ärztlichen Direktor ernannt hatte. Seine Laudatio trug den Titel „Der Beitrag von Prof. Dr. Daniel Jaspersen zur Entwicklung des Klinikums Fulda“.

Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel ging in seiner Rede auf die verschiedenen Stationen der medizinischen Laufbahn von Jaspersen ein und erinnerte in diesem Kontext an das Jahr 1989, das Jahr, in diesem sich Jaspersen – damals noch an den „Städtischen Kliniken“ – vorgestellt hatte. Das Studium der Humanmedizin in Düsseldorf und Marburg absolviert, erhielt Jaspersen im Jahr 1978 seine ärztliche Approbation und promovierte noch in demselben Jahr. 1984 schloss er in Kassel seine Facharztweiterbildung zum Internisten ab. Daraufhin war Jaspersen in Position, als leitender Oberarzt, an den Kliniken Melsungen und Villingen-Schwenningen tätig, bevor er sich 1989 für die ausgeschriebene Stelle des leitenden Oberarztes der „Medizinischen Klinik II“ des heutigen Klinikums bewarb. 1996 trat Jaspersen die Nachfolge von Prof. Dr. Carl-Heinz Hammer als Chefarzt an. Der Antritt zum Klinischen Direktor der Abteilung, blieb bis heute die einzige Hausberufung am Klinikum Fulda überhaupt. Hier intensivierte Prof. Dr. Jaspersen seine wissenschaftlichen Arbeiten – insbesondere im Bereich der transendoskopischen Dopplersonographie. Dies war auch Jaspersens Thema, worin er 1993 an der Universität Marburg habilitierte. Seine wissenschaftlichen Arbeiten bewältigte Jaspersen neben seiner täglichen Tätigkeit, als leitender Oberarzt der Medizinischen Klinik II am Klinikum Fulda.

In seiner Rede würdigte Priv-Doz. Dr. Thomas Menzel Jaspersen als jemanden, der immer schon mehr als „nur“ der Ärztliche Direktor der Medizinischen Klinik II gewesen sei. „‘Verantwortung, Kompetenz, Geborgenheit‘ – die Werte des Klinikums, waren immer schon die ihren. Sie waren und werden es immer bleiben, ein geachteter Repräsentant, ein Gesicht unseres Klinikums, unermüdlich im Einsatz für ihre Patientinnen und Patienten, ein geschätzter Kollege im Kreis der Chefärzte des Klinikums Fulda, anerkannt bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie beim Vorstand.“ In diesem Kontext überbrachte der Klinikvorstand der Krankenversorgung auch die Grüße und Glückwünsche seines ehemaligen Vorstandskollegen Dietmar Pawlik, der heute in München lebt und arbeitet. In seinem Grußwort lies das ehemalige Vorstandsmitglied (Administration) des Klinikums Fulda verlauten, dass Jaspersen „das ihm entgegengebrachte Vertrauen“ und damit auch die an ihn geknüpften Erwartung, „vollkommen gerechtfertigt“ habe. In diesem Sinne sei Jaspersen für das Klinikum Fulda immer auch „ein wertvoller Impuls- und Ratgeber“ gewesen. Abschließend seiner Rede ging Menzel auf Jaspersens ausgeprägte Vorliebe für Zartbitterbitterschokolade sowie auf die gemeinsame Begeisterung und Leidenschaft für Langstreckenläufe ein. „Ich wünsche ihnen, lieber Herr Jaspersen, für ihren weiteren Lebensweg alles erdenklich Gute, Glück, Gesundheit und noch viele Kilometer auf der Laufstrecke.“

„Lieber Herr Jaspersen, sie sind nicht nur Gesicht und Repräsentant der Medizinischen Klinik II, sie sind geschätzt und anerkannt. Sie sind eine Koryphäe auf ihrem Gebiet, denn sie haben Außerordentliches geleistet. Ihre Fachkenntnisse sind weithin bekannt. Mit ihrem Eintritt in den Ruhestand, endet sicherlich eine Ära in der Medizinischen Klinik II. Lieber Herr Jaspersen, ich wünsche ihnen im Rückblick auf ein erfolgreiches Berufsleben für ihre weitere Zukunft alles erdenklich Gute; Vielen Dank für ihre Tätigkeit in diesem Hause“, so Bürgermeister Dag Wehner, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums Fulda.

„In welcher Stimmung – vor allem mit welcher Erwartung – kommt man zu einer Veranstaltung, wie die heutige? Dies mag gewiss von der Rolle abhängen, diese man zu spielen hat“, so der ehemalige Oberbürgermeister der Stadt Fulda Dr. Wolfgang Hamberger anfänglich seiner Rede. In diesem Kontext erinnerte Dr. Wolfgang Hamberger an das Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse. „Dieser Grundhaltung des Gedichts schließen wir uns in unseren Wünschen für sie, lieber Herr Jaspersen, an.“ In seiner Laudatio hob der ehemalige Fuldaer Oberbürgermeister hervor, dass, „wenn einer geht, es nicht mehr so wichtig ist, was er einst gewesen war, sondern wie er gewesen ist“. „Das, sehr verehrtes Auditorium, wird unsere Erinnerung an Herrn Jaspersen gewiss prägen.“ In diesem Zusammenhang ging Hamberger auf Jaspersens Persönlichkeit ein. Die Atmosphäre des Hauses habe er in bedeutendem Maße im Positiven mitgestaltet. In jungen Jahren geleitet davon, wie ein Arzt in der Gesellschaft auftrete und welchen Status und Stellenwert dieser ihr innehabe, entschied sich Daniel Jaspersen in jungen Jahren für das Studium der Humanmedizin. Sein innerer Wunsch: „Wie ein Arzt zu sein und aufzutreten“. Auf die Frage, warum er sich gerade für das Praktizieren im Krankenhaus entschieden habe und nicht für das Praktizieren auf dem Land, etwa „als Landarzt“, antwortet Jaspersen heute: „Ich wollte dort sein, wo auch der medizinische Fortschritt ist, also Krankenhaus.“ Auch verwies Hamberger in seiner Laudatio auf die Bedeutung der Fachkonferenzen der interdisziplinären Zusammenarbeit. Ein Teamplayer sei Jaspersen gewesen und auch der Erste, an den damaligen Städtischen Kliniken, der sich neben seiner ärztlichen Tätigkeit hat habilitieren lassen. „Darauf sind wir stolz.“ „Heilen kann nur der Arzt, der zuerst das Vertrauen aufbringt, sich untersuchen zu lassen, erst dann kommt die Untersuchung, die Diagnose“, so Hamberger, der gestern an das für Jaspersen persönlich am schönsten empfundene Kompliment einer ehemaligen ängstlichen Patientin erinnerte. Dr. Wolfgang Hamberger beendete seine Laudation mit dem melancholisch-denkwürdigen Satz: „Mit Herrn Jaspersen geht auch ein Stück Humanqualität am Klinikum Fulda verloren.“

„Lieber Daniel, du bist wirklich etwas Besonderes, ein aufrichtiges Original. Ich danke dir für deinen Fleiß, für deine Ausdauer, für deinen unermüdlichen Einsatz. Du bist immer jemand gewesen, der mit der ‚Fakel der Wahrheit‘ in den Händen durchs Leben gegangen ist. Ich habe dich, als Kollegen – vor allem aber auch als Mensch, sehr schätzen gelernt“, so die Direktorin der Medizinischen Klinik III Marion Haubitz.

Im Rahmen seiner Verabschiedung wurde Prof. Dr. Daniel Jaspersen für seine klinische Leistung sowie sein persönliches Engagement, mit der Ehrennadel sowie dem Ehrenbrief der „International Prevention Organization“ (IPO), deren Organisation Jaspersen, als Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates, vorsteht, ausgezeichnet. Weltweit gibt es nur 50 Träger dieser Ehrennadel.

In seiner Erwiderung dankte Prof. Jaspersen, „gerührt und mit ein paar Tränen in den Augen“, wie er gestern selbst mitteilte, für all die ihm entgegengebrachten rührenden Worte des Dankes. „Ich danke in voller Aufrichtigkeit und bin ergriffen von den Menschen, die mir alle etwas bedeuten. Besonders gefreut haben mich die ehrlichen und anerkennenden Worte von ihnen allen. Ich danke ihnen, Herr Menzel, dafür, dass sie mir diese heutige Verabschiedung gewidmet haben. Das haben wir alle ihrem Charme, ihrem Charisma, zu verdanken. Meine sehr verehrten Damen und Herren, sie müssen wissen, wenn sich Marathon-Läufer das erste Mal gegenüberstehen, dann ist das wie bei Hahnenkämpfen, da geht es nur um die Zeit – dazu muss ich aber sagen, dass Herr Menzel und ich in ganz unterschiedlichen Disziplinen laufen. Herr Hamberger, ich bin angerührt von ihren Worten. Ich danke ihnen für die vielen persönlichen Gespräche, es ist fast so, als, dass ich väterliche Gefühle für sie habe. Ihnen, liebe Frau Hamberger, wünsche ich für ihre Gesundheit alles erdenklich Gute. Meinen vollsten Respekt haben die Patienten, die in frohen Mutes, den Glauben an das Leben und die Hoffnung nicht verloren glauben. Es ist beispielhaft, wie sie ihr Schicksal tragen. Sie haben mir, als Mensch, ganz, ganz viel gegeben. Ich danke ihnen allen für ihren Beistand, ihre Loyalität – im Besonderen möchte ich meiner Familie und meinen Freunden danken. Ich wünsche dem Klinikum Fulda eine gute Zukunft und glückliche Patienten.”

Im Anschluss an seine Erwiderung erhob sich das übervolle Auditorium, das Prof. Daniel Jaspersen mit langem Beifall würdigte.  +++ jessica auth

 

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1 Kommentar

  1. Erst einmal möchte ich Herrn Prof. Dr. Jaspersen alles Gute für seinen Ruhestand wünschen. Ein großer Arzt hat das Klinikum verlassen. Was mir in diesem Zusammenhang wiederholt auffiel, ist, wie man die beiden O-Portale von Seiten des Klinikums hofiert! Die Berichterstattung kann es nicht sein. Die vielen Bilder vielleicht? Macht das Klinikum sich etwa keine Gedanken darüber, dass es in der Bevölkerung so langsam auffällt? Man muss sich doch nur den FB-Auftritt anschauen! Möglicherweise täusche ich mich ja auch und es liegt einfach nur daran, dass die O-Portale immer schnell alles veröffentlichen und das Eindruck macht. Aber schnell ist halt nicht immer gut. Übrigens gilt das nicht nur für das Klinikum in der Region.

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