Pro Bahn ruft Lokführer zum Streikbruch auf

Berlin. Der Fahrgastverband Pro Bahn ruft die Lokführer der GDL zum Streikbruch auf. „Es wäre besser, wenn die Lokführer der GDL-Führung die Gefolgschaft verweigern“, sagte Pro-Bahn-Sprecher Gerd Aschoff dem Nachrichtenmagazin „Focus“. „Sie sollten sich ganz genau überlegen, ob sie noch länger an dem Ast sägen wollen, auf dem sie selber sitzen.“

Laut Aschoff trifft der Streik langfristig diejenigen Bahnmitarbeiter, die nur dann einen sicheren Arbeitsplatz haben, wenn die Deutsche Bahn weiter genügend Aufträge bekommt. „Im Güterverkehr besteht die große Gefahr der Abwanderung zu privaten Bahngesellschaften und auf die Straße. In jedem Fall benötigt dann die Deutsche Bahn weniger Lokführer. Im Personenverkehr könnten mehr Ausschreibungen der Länder gegen die Deutsche Bahn in Richtung private Bahngesellschaften laufen.“ Auch dann benötige die Deutsche Bahn weniger Lokführer. Dasselbe sei der Fall, „wenn Fahrgäste aus Verärgerung über die Streiks reihenweise ihre Monatskarten zurückgeben.“ Der GDL-Streik sei „nicht zu rechtfertigen“, so der Sprecher des Fahrgastverbands.

Bahnstreik belastet Klima

Der Bahnstreik schadet auch dem Klima: Weil die Kunden auf Autos und Busse ausweichen, werden in einer Woche Ausstand 167.000 Tonnen CO2 zusätzlich ausgestoßen. Das haben Experten der Agentur für Erneuerbare Energien ausgerechnet, berichtet die „Saarbrücker Zeitung“ (Donnerstagausgabe). Die Menge entspricht so viel CO2, wie rund 1,5 Millionen Kühlschränke bei normalem Strommix in einem Jahr verbrauchen. Oder 30.000 Einfamilienhäuser jährlich beim Heizen ausstoßen. Die Agentur nahm bei ihrer Berechnung an, dass zwei Drittel der Züge ausfallen und sich die Reisenden auf andere Verkehrsmittel verteilen. Noch nicht mit in die Rechnung einbezogen wurde der Güterverkehr, bei dem die Bahn das klimafreundlichste Verkehrsmittel ist. Anders als im Stromsektor sei ein Umstieg auf Erneuerbare Energien auf der Straße bisher weitgehend ausgeblieben, sagte AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer der Zeitung. „Das hat zur Folge, dass die Klimagasemissionen steigen, wenn die Bahn ausfällt.“ +++ fuldainfo


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