Post bereitet sich auf vierte Streikwoche vor

Post

Berlin. Im Arbeitskampf bei der Deutschen Post ist kein Ende in Sicht. Der Konzern trommelt seine Hilfstruppen zusammen, um sich auf die vierte Streikwoche vorzubereiten. Die F.A.Z. berichtet über eine Rundmail, mit der die Post freiwillige Zusteller suche, und zwar möglichst für die gesamte kommende Woche. Einsatzorte seien Hamburg, Düsseldorf, Nürnberg und Berlin. Auch die Gewerkschaft Verdi richte sich darauf ein, dass der Arbeitskampf noch lange dauern könne. Die Streikkasse sei dafür gerüstet. "Wir halten den Arbeitskampf, wenn es denn sein muss, noch sehr lange aus. Wenn die Post darauf setzen sollte, dass sie Verdi finanziell aushungert, um die Oberhand zu gewinnen, wird das Kalkül nicht aufgehen", sagte Verdi-Vize Andrea Kocis der Zeitung.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Birgit Kömpel (Wahlkreis Fulda/Vogelsberg) zeigt sich solidarisch mit den streikenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Post. Beim Besuch im Lauterbacher Streiklokal und während einer Kundgebung auf dem Fuldaer Uniplatz sagte sie den Streikenden ihre volle Unterstützung zu. „Wir haben beim Parteikonvent die Post aufgefordert, sich an gültige Tarifverträge zu halten“, sagte Kömpel. „Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben beim Abschluss des laufenden Vertrages viele Zugeständnisse gemacht. Und jetzt will die Post alles über den Haufen werfen“, erklärte Kömpel.

Hintergrund des Tarifstreits ist der Aufbau eines flächendeckenden Netzes in der Paketzustellung. Dazu wurden 49 regionale Gesellschaften unter dem Dach der Posttochter DHL Delivery gegründet. Dort werden die Beschäftigten schlechter bezahlt als in der Muttergesellschaft. Den Post-Mitarbeitern drohen künftig Gehaltskürzungen von bis zu 20 Prozent. „Ihr kämpft um eure Rechte, und die Post versucht mit osteuropäischen Arbeitskräften das Streikrecht zu brechen. Das kann nicht sein“, sagte die Abgeordnete den streikenden Post-Beschäftigten. Ein Post-Mitarbeiter machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl: „30 Jahre lang habe ich meine Kraft in das Unternehmen gesteckt. Als Dank bekommen wir jetzt in den Hintern getreten.“ „Haltet durch, die SPD wird sich im Bundestag weiter für die Rechte der Post-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter einsetzen“, rief Kömpel den Betroffenen abschließend zu. +++ fuldainfo


Popup-Fenster

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*