Point-Alpha-Preis 2016 an Prof. Dr. Richard Schröder verliehen

Point-Alpha-Preis 2016 an Prof. Dr. Richard Schröder verliehen. (rechts)

Rasdorf/Geisa. Am heutigen Sonntag, den 19. Juni 2016, fand an der Gedenkstätte „Point Alpha“ an der Straße zwischen dem thüringischen Geisa (Wartburgkreis) und dem hessischen Rasdorf (Landkreis Fulda) die diesjährige „Point-Alpha-Preisverleihung“ an Prof. Dr. Richard Schröder durch das „Kuratorium Deutsche Einheit e. V.“ statt. Mit dem Vorsitzenden der SPD-Fraktion in der einzigen frei gewählten Volkskammer 1990 und dem heutigen Vorsitzenden der, – einst u. a. von Helmut Schmidt gegründeten, – Deutschen Nationalstiftung, wurde heute nach Worten von Kuratoriumspräsidentin Christine Lieberknecht MdL, ein „gefragter Begleiter und Ratgeber für Politik, Wissenschaft, Kultur, Kirche, Gesellschaft und Medien“ sowie ein „aufrechter Patriot, Rat-, Impuls- und Ideengeber“ für seine Verdienste ausgezeichnet. Für das Kuratorium Deutsche Einheit ist es bereits die neunte Preisverleihung für herausragende Verdienste um die Einheit Deutschlands und Europas in Frieden und Freiheit.

„Mit dem Vorsitzenden der SPD-Fraktion in der einzigen frei gewählten Volkskammer 1990 und dem heutigen Vorsitzenden der, – einst u. a. von Helmut Schmitt gegründeten, – Deutschen Nationalstiftung, dem stets hellwachen und streitbaren intellektuellen Kopf der Deutschen Sozialdemokratie, mit dem in seiner nüchternen Analyse und pointierten Aussage gefragten Begleiter und Ratgeber für Politik, Wissenschaft, Kultur, Kirche, Gesellschaft und Medien, ehren wir heute einen aufrechten Patrioten, einen Akteur der friedlichen Revolution des Herbstes 1989 und des Einigungsprozesses 1990; Einen Rat-, Impuls- und Ideengeber für die Einheit Deutschlands und Europas bis zum heutigen Tag: Wir ehren den Theologen und Philosophen Professor Dr. Richard Schröder“, so die Kuratoriumspräsidentin Christine Lieberknecht MdL und ehemalige Ministerpräsidentin des Landes Thüringen in ihrer Begrüßung.

Als Laudator fungierte Dr. Wolfgang Clement, ehemaliger Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen und Bundesminister a. D.. Clement erinnerte in seiner Laudatio an das Erfordernis einer Zweidrittelmehrheit in der DDR-Volkskammer für die Zustimmung zum Einigungsvertrag. Für diese Mehrheit und die Ergebnisse der Verhandlungen mit den westdeutschen Kollegen, habe Richard Schröder als führender Vertreter der ostdeutschen Sozialdemokratie entscheidend beigetragen. Auch nach der Wiedervereinigung und bis in die Gegenwart – sei Schröder mit seinen Diskussionsbeiträgen und Veröffentlichungen, ein Gewinn für Deutschland. „Sein umfassendes Wissen und seine Erfahrung in Ost und West, in Kirche, Wissenschaft und Politik, machen ihn zu einem herausragenden Repräsentanten unseres gemeinsamen Deutschland“, so Clement.

In seiner Erwiderung bewegten Prof. Dr. Richard Schröder die aktuellen Entwicklungen und gesellschaftlichen Herausforderungen der Pegida-Bewegung und der Partei „Alternative für Deutschland“. Er mahnte die Politik, Wissenschaft und Gesellschaft, die argumentative Auseinandersetzung mit diesen Entwicklungen und politischen Strömungen nicht abreißen zu lassen. Insbesondere vermutete Schröder einen eklatanten Mangel der politischen Bildung nicht nur in Ostdeutschland. Es reiche nicht aus, auf den bloßen Gegensatz von Diktatur und Demokratie einzugehen und aus den Wirkungsweisen der Diktatur den Wert von Freiheit und Demokratie zu erkennen. So zeige sich in den aktuellen Entwicklungen sehr deutlich, dass es keineswegs unumstritten sei, was unter Demokratie zu verstehen sei – und wie der bestmögliche Gebrauch der Freiheit aussehe. Dieser Dialog und Aushandlungsprozess bleibe eine der wesentlichen gesellschaftlichen Herausforderungen, so der Preisträger.

Prof. Dr. Dr. h.c. Richard Schröder ist 1943 geboren und war u. a. als emeritierter Hochschullehrer für Philosophie in Verbindung mit der systematischen Theologie an der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität Berlin tätig sowie Vorsitzender des Beirats beim Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR und Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Nationalstiftung sowie Vorsitzender des Fördervereins Berliner Schloss.

Der Point-Alpha-Preis ist mit 25.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung wird insbesondere ermöglicht, durch die Unterstützung der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Der Point-Alpha-Preis wurde erstmalig im Jahre 2005 an den Altbundeskanzler a. D. Dr. Helmut Kohl, den US-Präsidenten a. D. George Bush Sen. und den ehemaligen Staatspräsidenten der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, verliehen. Der Festakt wurde musikalisch umrahmt vom Jugendblasorchester der Musikschule Wartburgkreis unter der Leitung von Bernhard Hergert. +++ fuldainfo | jessica auth


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1 Kommentar

  1. Schröder war es damals, der nach der Wende seine eigene Partei – die SPD – kritisiert hat, dass sie es strikt ablehnte, ehemalige Parteimitglieder der SED aufzunehmen. Damit hat sie die Grundlage für das Erstarken der LINKEN gesetzt und landet derzeit bei 20 Prozent. CDU und FDP waren da großzügiger: Sie übernahmen alle ehemaligen „Blockflöten“ aus der DDR, obwohl diese teilweise strammere Kommunisten waren als die SED-Leute.

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