„Podium Musikschule“ präsentierte musikalische Talente

Im „Podium Musikschule“ präsentiert die Musikschule der Stadt Fulda alljährlich ihre besten Schülerinnen und Schüler. Auch diesmal war das Konzert in der Aula der Alten Universität wieder geprägt durch ein vielseitiges und abwechslungsreiches Programm, gespickt mit musikalischen und interpretatorischen Glanzleistungen.

Franca Burkhart (Querflöte) eröffnete das Programm mit dem Divertissement op. 68 Nr. 6 von Friedrich Kuhlau. Mit großer Ruhe und singendem Ton gestaltete sie das einleitende Larghetto. Im folgenden Allegro con agitazione überzeugte sie durch ihre rhythmische Präsenz. Mit sprechender Artikulation und differenziertem Klang spielte Daniel Bretz (Violine) zwei Sätze aus der Sonatine A-Dur von Georg Philipp Telemann. Es war eine Freude, ihm zuzuhören, da er mit jedem Ton wirklich etwas zu sagen hatte. Tim Wettels war sein zuverlässiger Partner am Klavier.

Die erst elfjährige Eileen Tolsdorf (Klavier) beeindruckte durch eine klangschöne Interpretation der Etüde op. 25 Nr. 1 von Frédéric Chopin. Über den weitgriffigen Arpeggien gelang ihr eine weich und singend artikulierte Melodielinie. Orlando Gheorghe hatte sich mit dem Präludium aus der Partita E-Dur für Solo-Violine von Johann Sebastian Bach eine anspruchsvolle Aufgabe gestellt, die er souverän bewältigte. Sicher und auswendig spielend gelang es ihm im ununterbrochenen Fluss der Sechzehntel, Form und Spannungsverlauf des Satzes zu verdeutlichen.

Das beliebte Nocturno Des-Dur von Franz Strauss gab Jakob Richter Gelegenheit, alle Klangfarben des Horns zur Geltung zu bringen. Weich und romantisch beginnend, gelang ihm ein überzeugender Spannungsbogen über den dynamisch hervorgehobenen Mittelteil bis zum beruhigenden Schluss. André Musch und Anna Löbens (Violinen), Oskar-Ewald Holzinger (Viola) und Anton Löbens (Cello) überzeugten im Scherzo aus dem Beethoven-Streichquartett op. 18 Nr. 4 durch ihr perfektes Zusammenspiel. Gut aufeinander hörend machten sie deutlich, wie das Thema durch alle Stimmen wandert, wobei alle Beteiligten sowohl Führungsqualitäten bewiesen als auch die Fähigkeit, sich zurückzunehmen.

Die hochvirtuose Symphonie Espagnole von Edouard Lalo dürfte selten in Schülerkonzerten zu hören sein. Gleichwohl gelang Sarah Meyer (Violine) eine bemerkenswerte Interpretation des ersten Satzes. Mit rasanten Läufen bis in die höchsten Lagen des Instruments, agogischer Freiheit in den lyrischen Passagen und einer differenzierten Bogentechnik überzeugte sie das Publikum und erntete zu Recht viel Applaus. Technisch sicher und klanglich differenziert spielte Anton Löbens (Klavier) den ersten Satz der Sonate op. 31 Nr. 3 von Ludwig van Beethoven. Johanna Moormann (Cello) erfreute das Publikum durch eine farbige, leidenschaftliche Interpretation von „Requiebros“ von Gaspar Cassadó. Die technischen Mittel standen ihr so selbstverständlich zur Verfügung, dass sie sich voll auf die musikalische Gestaltung konzentrieren konnte.

Musikschullehrerin Marina Gajda, die sämtliche Klavierbegleitungen übernommen hatte, trug wesentlich zum Gelingen dieses Beitrags sowie des ganzen Abends bei. Zum Abschluss spielte das Orchester „Sinfonietta Fulda“ – das aus einer Kooperation zwischen Musikschule und Hochschule Fulda entstanden ist – unter Leitung von Martin Klüh einen Satz aus „Messias“ von Georg Friedrich Händel und einen bunten Strauss von Melodien aus dem „Capriccio Italien“ von Pjotr Tschaikowsky. +++

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