Wegen der unbeständigen Wetterlage war das beliebte Schlossgarten-Konzert des PIANALE Piano Festivals in das Auditorium maximum der Theologischen Fakultät verlegt worden. Dort überraschten acht Pianistinnen und Pianisten mit einem selbst inszenierten Programm und eigener Moderation.
Am einzigen sonnigen Tag dieser Woche zog die PIANALE trotz allem in die stimmungsvolle Bibliothek, denn spontan konnte man einen Flügel nicht in den Pavillon des hinteren Schlossgartens transportieren und der Ungewissheit von Regenschauern überlassen. Die Zuhörerinnen und Zuhörer, welche alle den Weg in die Theologische Fakultät fanden, wurden nicht enttäuscht. Wieder einmal spielten sich die jungen Virtuosen in die Herzen ihres Publikums. Dieses Mal hatten sie ihr Programm selbst auf die Beine gestellt. „Auch ich weiß nicht, was heute gespielt wird“, verriet PIANALE-Gründerin und Dozentin Uta Weyand kurz vor dem Konzert.
So stellten sich die jungen Künstler am Mikrophon selbst vor und sagten ihr Programm auch selbst an. Die 16 Jahre alte Phoebe Papandera machte den Anfang mit einem wundervollen Adagio von Bach und einem einem mitreißenden Moment musical von Rachmaninoff. Irene Berzosa Lévano brachte ebenfalls ein Präludium und Fuge von Bach zu Gehör. Beim Thema Präludium blieb dann auch Floréal Dervin. Er interpretierte 4 Préludes von Chopin und spielte dann ein Stück französischer Filmmusik. Sympathisch erklärte die Italienerin Silvia Carlin ihre Scarlatti Sonate in E-Dur, die sie dann spritzig und fröhlich interpretierte. Der Spanier Joan Rosal wagte sich, die Parade-Etüde op.10 Nr. 1 von Chopin zu spielen und gewann sein Publikum mit viel Charme. Eine weitere komplizierte Etüde, dieses Mal von Liszt, spielte Mikolaj Plak aus Polen, bevor der aus der Türkei stammende Günes Tunckiran seine eigene Komposition „Walking Valse“ als ein Herzensstück vorstellte.
Zum Schluss konnte Julius Egensperger aus München das Publikum mit den 3 Danzas Argentinas von Ginastera begeistern. Rundum herrschte gelöste Stimmung im Saal. Dieses Konzert stand schon außerhalb der Jurybewertung, denn die Entscheidung der 8 Halbfinalisten war am Vortag gefallen. Das Halbfinale findet am Sonntagabend (08.06.) um 18:30 Uhr im Fürstensaal des Fuldaer Stadtschlosses statt. Die Reihenfolge der Spieler wurde ausgelost. „Wir werden einen Klavierabend ganz im Zeichen der Romantik erleben“, freut sich Uta Weyand. Große Werke von Chopin, Liszt, Brahms und Schumann stehen auf dem Programm. Karten sind noch an der Abendkasse erhältlich. +++ pm/ja
