Parteienforscher warnt Merz vor Kooperation mit Werte-Union

Günther rügt CDU-kritische Vertreter der Werte-Union

Friedrich Merz

Der Düsseldorfer Parteienforscher Gregor Zons hat Friedrich Merz, einen der möglichen Anwärter auf den CDU-Parteivorsitz, davor gewarnt, am rechten Rand nach Wählerstimmen zu suchen. Mit Blick auf die umstrittene Werte-Union sagte Zons dem Nachrichtenportal T-Online: “Es ist eine wahrnehmbare Gruppierung, die aber in den letzten Tagen von vielen Seiten und aus den Spitzengremien Zurückweisung erfahren hat. Es wäre kein kluger Schachzug von Herrn Merz, wenn er sich an die Spitze dieser Bewegung setzen würde”.

Laut jüngsten Umfragen gilt Merz als einer der beliebtesten unter den möglichen Kandidaten für den CDU-Vorsitz. Der Parteienforscher erklärte dies mit Merz` langer Abstinenz vom politischen Tagesgeschäft. “Friedrich Merz ist unverbraucht und muss sich für nichts rechtfertigen, was er in den vergangenen zehn Jahren in der Politik gemacht hat”, sagte Zons. Er biete damit eine große Projektionsfläche, müsse aber in Strategie und Inhalt noch viel konkreter werden. Für die Große Koalition dürfte die Führungsfrage der CDU keine Auswirkungen haben, so der Parteienforscher weiter. “Die Union und die SPD haben kein Interesse daran, Neuwahlen oder einen verfrühten Wahlkampf herbeizuführen”, sagte Zons dem Nachrichtenportal. Die Regierungsparteien hätten mit der Grundrente und der EU-Ratspräsidentschaft in diesem Jahr viele Themen auf der Agenda und seien zudem personell nicht für vorzeitige Wahlen aufgestellt.

Günther rügt CDU-kritische Vertreter der Werte-Union

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat besonders CDU-kritischen Vertretern der Werte-Union nahe gelegt, ihre Parteimitgliedschaft zu überdenken. “Es gibt jedenfalls hinreichend Äußerungen von Protagonisten dieser sogenannten Werte-Union, die schlicht und ergreifend nicht im Einklang mit denjenigen Werten stehen, für die die CDU steht”, sagte Günther der “Welt”. Insofern wundere er sich “schon sehr, dass diese Leute tatsächlich noch glauben, dass sie bei den Christdemokraten gut aufgehoben sind”, so der CDU-Politiker weiter. Er führt die CDU-Krise und die Rückzugsankündigung von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer auf die mangelnde Führungskraft der gesamten Parteispitze zurück. “Wir haben insgesamt zu wenig Führungsstärke und Klarheit gezeigt”, kritisierte Günther. Diese Defizite hätten sich dann bei den Vorgängen um die Wahl eines Ministerpräsidenten in Thüringen manifestiert. Ergebnis dieser mangelnden Führung sei es gewesen, dass die Erfurter Christdemokraten “im Regen stehen gelassen” worden seien. “Die hatten spätestens im dritten Wahlgang keinerlei Handlungsoptionen mehr”, so der schleswig-holsteinische Ministerpräsident. Ein solcher Vorgang dürfe sich nicht wiederholen. Die CDU müsse in solchen komplizierten Situationen immer nach der Maxime “erst das Land, dann die Partei” handeln, sagte Günther der Zeitung. Er bekräftigte, dass es in der Partei erhebliche Zweifel gebe, ob die Führungsfrage in der Union wie geplant bis zum Bundesparteitag im Dezember offengehalten werden könne. Er gehe davon aus, dass Kramp-Karrenbauer und CSU-Chef Markus Söder “sich bald zusammensetzen und einen praktikablen Zeitplan vorlegen” würden, so der CDU-Politiker. +++

 
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1 Kommentar

  1. Die Union, nicht die LINKE, hat – auch nach dem unvermeidlichen Rückzug von AKK – mal wieder ein Nazi-Problem. In Form ihres geschichtsbewußten Flügels Werteunion – und anderer Abweichler. Und das nicht erst seit der auf einem Quasi-Teufelspakt zwischen CDU, FDP und AfD beruhenden Ministerpräsidenten-Wahl in Thüringen.
    Worte wurden nach dem Dammbruch von Thüringen viele gewechselt: staatspolitisch unverantwortlich, unverzeihlich! Diesen Worten folgten aber noch keine, die Staatskrise wirklich lösenden Taten, wenn man von dem CDU-Bauernopfer Hirte absieht! Unglaubwürdig! Und das nächste Bauernopfer heißt wohl Mohring! Immer noch unglaubwürdig! Schließlich AKK! Ob das reicht?
    Meine Einschätzung von CDU und „C“SU in dieser Frage:
    Aller lautstark vorgetragenen Abgrenzungen zur AfD zum Trotz, kaum steht diese Abgrenzung machtpolitischen Optionen im Weg, sind FDP und Union zu jedwedem Teufelspakt bereit, um anschließend wieder scheinheilig zur Tagesordnung einschließlich der üblichen Tricksereien, wie Altmaier bei Anne Will zugegeben hat, überzugehen – bis zum nächsten Teufelspakt.

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