Nur eine Wolfsfamilie in Hessen

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Der Naturschutzbund (NABU) Hessen hat die Forderung von Umweltminister Ingmar Jung (CDU), in Hessen einen „günstigen Erhaltungszustand“ des Wolfs festzustellen, entschieden zurückgewiesen. Der NABU spricht in einer aktuellen Stellungnahme von „Realitätsklitterung“. Derzeit existiere im gesamten Bundesland nur eine einzige Wolfsfamilie – zu wenig, um von einem stabilen Bestand zu sprechen.

„Bei aktuell nur einer einzigen Wolfsfamilie in ganz Hessen von einem ‚guten Erhaltungszustand‘ zu sprechen, entbehrt jeder fachlichen Grundlage“, betonte Mark Harthun, Geschäftsführer Naturschutz beim NABU Hessen. Der Wolfsbestand sei so gering, dass er kaum mit den politischen Ambitionen mithalten könne: „Es gibt derzeit in Hessen nur etwa so viele nachgewiesene Wölfe wie Minister“, so Harthun weiter.

Hintergrund der Kritik ist die Debatte um den Umgang mit dem Wolf in Hessen. Während Teile der Politik den Abschuss einzelner Tiere ermöglichen wollen – etwa nach Nutztierrissen –, warnt der NABU vor voreiligen Maßnahmen. Entscheidungen über den Abschuss eines streng geschützten Tieres müssten „faktenbasiert“ getroffen werden – und nicht aus „populistischen Motiven“, so die Naturschutzorganisation.

Insbesondere warnt der NABU davor, die wachsende Wolfspopulation im norddeutschen Tiefland mit der Situation in Hessen gleichzusetzen. „Eine zunehmende Wolfspopulation im Norden darf nicht zum Abschuss der wenigen Wölfe im hessischen Mittelgebirge führen“, mahnt Harthun.

Statt auf Konfrontation zu setzen, fordert der NABU ein stärkeres Engagement für den Herdenschutz. Nur durch präventive Maßnahmen wie Zäune und Schutzmaßnahmen für Weidetiere könne ein langfristiges Zusammenleben mit dem Wolf gelingen. „Wir müssen lernen, mit dem Wolf zu leben“, so Harthun abschließend.

Der NABU sieht im Umgang mit dem Wolf auch eine Bewährungsprobe für die Natur- und Artenschutzpolitik in Hessen. +++


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