NRW-Innenminister kritisiert Umgang mit Laschet

Designierter NRW-Ministerpräsident rät CDU und CSU zur Paartherapie

Armin Laschet (CDU)

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hat sich erschüttert über den politischen Umgang mit Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet gezeigt. „Mich erschüttert das. Es zeigt, wie anfällig ein Politikerleben ist: Es reicht nicht mehr, gute Politik zu machen“, sagte Reul der „Rheinischen Post“. „Wenn Stimmungen aufkommen, die alles vernichten wollen, dann hat man es schwer.“ Dann könne alles Erreichte „für die Katz“ sein. „In meinem Innersten glaube ich immer noch, dass es sich auszahlt, wenn man vernünftig arbeitet und menschlich integer ist. Das kann doch nicht alles nur von Effekthascherei, und kurzen Momenten – wie etwa das Lachen einer war – bestimmt werden. Das macht mich sehr nachdenklich“, fügte er hinzu. Der Führungswechsel in der NRW-CDU könnte auch Vorbild für den Bund sein, so Reul. „Wir haben jetzt nicht jahrelang geackert, um das alles wieder kaputt machen zu lassen. Das hätte man sich für den Bund mit Verlaub auch gewünsch t. Auch aus München“, kritisierte Reul. Er selbst stehe für eine weitere Amtszeit als Innenminister zur Verfügung, „wenn die Wähler und die Partei das wollen“.

Designierter NRW-Ministerpräsident rät CDU und CSU zur Paartherapie

Der designierte nordrhein-westfälische CDU-Chef und Ministerpräsident Hendrik Wüst will nach der Bundestagswahlniederlage die Zusammenarbeit in der Union auf neue Füße stellen. „Ich finde, dass CDU und CSU künftig wenigstens einmal im Jahr gemeinsam mit ihren Vorständen tagen sollten“, sagte er der „Westdeutsche Allgemeinen Zeitung“. „Wir brauchen neben der gemeinsamen Bundestagsfraktion eine weitere Klammer, um mit der Schwesterpartei wieder zusammen zu kommen.“ Trotz der über Monate öffentlich ausgetragenen Streitereien zwischen dem gescheiterten Kanzlerkandidaten Armin Laschet und CSU-Chef Markus Söder hält Wüst nichts davon, künftig getrennte Wege zu gehen: „CDU und CSU waren am Ende immer eine starke Verbindung, müssen aber jetzt an ihrer Beziehung arbeiten: lieber zum Paartherapeuten als zum Scheidungsanwalt.“ Wüst forderte nach dem schlechtesten jemals erzielten Bundestagswahlergebnis der CDU einen neuen Teamgeist in der Union: „Der Neuanfang beginnt im Umgang miteinander. Es hat vielen Parteimitgliedern in der Seele weh getan, wie unsolidarisch einige in der Führung der Union zuletzt gegeneinander gearbeitet haben.“ Neben einer zügigen Klärung der Laschet-Nachfolge im CDU-Bundesvorsitz verlangte der designierte NRW-Ministerpräsident inhaltliche Nachbesserungen: „Auf Bundesebene muss die CDU wieder stärker programmatisch arbeiten und klarer christdemokratische Antworten auf die Fragen der Zeit geben.“ Wüst beklagte, „dass sich die CDU während der langen Kanzlerschaft Angela Merkels zu stark allein über das Regierungshandeln definiert hat“. Die Partei müsse neben der Regierung lebendig bleiben und offen sein für die Alltagssorgen der Menschen. Der 46-jährige NRW-Verkehrsminister soll am Samstag beim Landesparteitag in Bielefeld zum Chef der NRW-CDU gewählt und am kommenden Mittwoch im Landtag mit der knappen Mehrheit von CDU und FDP auch zum neuen Ministerpräsidenten gekürt werden. +++

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