Neue MS-Beratungsstelle in Fulda offiziell eröffnet

Tanja Eiffert (Kreisgesundheitsamt), Bürgermeister Dag Wehner, Monika Dettke (Leiterin Soziale Dienste DMSG Hessen), Bernd Crusius (Geschäftsführer DMSG Hessen), Kerstin Springob (Leiterin Beratungsstelle Fulda), Kreisbeigeordneter Bernd Eckart, Dr. Sybille Starzacher (Vorstandsmitglied DMSG Hessen), Helmut und Marion Wolff (Beratungsstelle Fulda) sowie Sonja Waschilowski (Beratungsstelle Kassel). (v.l.)

Fulda. Die neue MS-Beratungsstelle der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) Landesverband Hessen in Fulda wurde heute offiziell eröffnet. Die Beratungsstelle im Zentrum Vital im Gerloser Weg 20 ist für MS-Betroffene aus Ost- und Mittelhessen zuständig. Bernd Crusius (Geschäftsführer DMSG Hessen) kündigte an, dass die MS- Selbsthilfeorganisation „ihre Angebote mittelfristig“ in Ost- und Mittelhessen ausbauen möchte.

Kerstin Springob, Leiterin der MS-Beratungsstelle, zeigte sich erfreut, dass die DMSG Hessen „wieder ein Standbein“ in der Domstadt hat.  Am Eröffnungsempfang haben unter anderem Kreisbeigeordneter Bernd Eckart, Fuldas Bürgermeister und Sozialdezernent Dag Wehner und Dr. Sibylle Starzacher (Vorstandsmitglied DMSG Hessen) teilgenommen.  Frankfurt am Main / Fulda, 23. November 2016. „Selbstbestimmt leben“ – das muss auch mit der Erkrankung Multiple Sklerose möglich sein. Diesen Aspekt stellte Bernd Crusius, Geschäftsführer der DMSG Hessen, in den Mittelpunkt seiner Ansprache zur Eröffnung der neuen MS-Beratungsstelle in Fulda. Um das zu ermöglichen, „spielen unsere Beratungsstellen wie die neue Anlaufstelle für MS-Betroffene in Fulda eine wichtige Rolle“, betonte Bernd Crusius. Multiple Sklerose ist immer noch eine unheilbare Krankheit. Die Diagnose stellt einen vor große Herausforderungen. Viele Fragen und Ängste tauchen auf. MS betrifft das ganze Umfeld: Partner, Kinder und Eltern, Freunde und Beruf. Die MS-Beratungsstelle in Fulda ist daher für MS-Betroffene und ihre Angehörigen eine Anlaufstelle bei medizinischen, sozialrechtlichen und beruflichen Fragen, für die Organisation der sozialmedizinischen Nachsorge sowie für alle anderen Aspekte des sozialen Lebens. Ebenso pflegt die Beratungsstelle Fulda einen engen Kontakt mit den örtlichen MS-Selbsthilfegruppen. Diese in der Region aktiven Gruppen sind die MS-Gruppe Fulda, die MS-Gruppe Fulda-Neubetroffene, die MS-Gruppe Osthessen „Zusammenhalt“ sowie die MS-Gruppen Rhön und Vogelsberg. „Daher ist der Standort im Zentrum Vital ideal. Zentral gelegen, mit Anschluss an den Öffentlichen Personen Nahverkehr und vor allem komplett barrierefrei“, sagte Bernd Crusius.

Diese Aspekte und der Beratungsbedarf in der Region hatten mit dazu beigetragen, die Beratungsstelle von Alsfeld nach Fulda zu verlegen. „Vor allem junge MS-Betroffene müssen wir erreichen. Die Diagnose stellt vieles auf den Kopf. Sie sorgen sich um die Zukunft, den Beruf, die Familie, die Finanzen. Sie brauchen Information und Begleitung. Dafür sind wir da“, betonte Geschäftsführer Crusius und hob hervor: „Um selbstbestimmt leben zu können, auch mit körperlichen Einschränkungen, fehlen allein in Deutschland zwei Millionen barrierefreie Wohnungen. Das sind erschreckende Zahlen. Das Thema Barrierefreiheit muss mehr in den Fokus der Politik gerückt werden.“   Geschäftsführer Bernd Crusius kündigte an, dass die DMSG Hessen „mittelfristig das Angebot nicht nur stationär in Fulda, sondern im ganzen Einzugsgebiet ausbauen“ möchte. Dafür sei die Selbsthilfeorganisation auf Spender, Sponsoren und Unterstützer angewiesen. Zwei Unterstützer, denen die Eröffnung der neuen Beratungsstelle zu verdanken ist, sind vor allem der Landkreis Fulda und die Stadt Fulda. Der frühere Kreisbeigeordnete Dr. Heiko Wingenfeld, der heute Oberbürgermeister von Fulda ist, „hat gemeinsam mit dem Kreisgesundheitsamt vor gut eineinhalb Jahren den Stein ins Rollen gebracht“, erinnerte Bernd Crusius. Das Ergebnis bezeichnete Kreisbeigeordneter Bernd Eckart, der in Vertretung des erkrankten Ersten Kreisbeigeordneten Frederik Schmitt am Empfang teilnahm, als „sehr gelungen“, da sich die Beratungsstelle am selben Standort befindet wie der Pflegestützpunkt.   Erfreut, dass die MS-Beratungsstelle wieder in Fulda ist, zeigte sich Bürgermeister und Sozialdezernent Dag Wehner. Er erinnerte an die frühere MS-Anlaufstelle am Fuldaer Gemüsemarkt, die vor 23 Jahren ihren Standort nach Alsfeld verlegt hatte. „Mit der Rückkehr schließt sich heute ein Kreis“, sagte Bürgermeister Wehner und pflichtete der Forderung von Bernd Crusius nach einem barrierefreien Umfeld bei. „Wir, die Stadt Fulda, wollen handeln und uns beim Land Hessen als Modellregion für Inklusion bewerben“, berichtete Dag Wehner.

Kerstin Springob, Leiterin der MS-Beratungsstelle, zeigte sich erfreut, dass die DMSG Hessen „wieder ein Standbein“ in der Domstadt hat. Monika Dettke, Leiterin Soziale Dienste bei der DMSG Hessen, betonte, dass die neue Beratungsstelle ein Ort sein soll, „an dem sich die MS- Betroffenen trotz ihrer schweren Erkrankung wohlfühlen können und willkommen sind“.  In Fulda ist die hessische MS-Selbsthilfeorganisation seit dem Spätsommer mit ihrer neuen Beratungsstelle im Zentrum Vital vertreten. Das Einzugsgebiet der MS-Beratungsstelle Fulda umfasst Stadt und Kreis Fulda, Kreis Hersfeld-Rotenburg, Vogelsbergkreis, Werra-Meißner-Kreis, Lahn-Dill-Kreis, Kreis Marburg-Biedenkopf, Schwalm-Eder-Kreis und den Kreis Waldeck- Frankenberg. Die Sozialarbeiterinnen sind somit zuständig für knapp 730 Mitglieder der DMSG Hessen in Ost- und Mittelhessen sowie Ansprechpartnerinnen für andere MS-Betroffene aus dem Gebiet.  +++


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