Fulda. Am Freitagabend fand im Fuldaer Schlosstheater die Premiere des Spotlight-Musicals „Die Schatzinsel“ statt. Wie Musicalproduzent Peter Scholz preisgab, dauerte es von der „Idee bis zur Premiere“ ganze acht Jahre. In der Zwischenzeit brachte Spotlight Musicals, darunter: „Die Päpstin“, „Bonifatius“, „Friedrich-Mythos und Tragödie“ sowie „Kolpings Traum“ auf die Bühne. Wie es gestern Abend ein Zuschauer auf den Punkt brachte, erkannte man in der „Schatzinsel“ eine typische Spotlight-Produktion; Diese Einschätzung von Einigen aus dem Publikum geteilt wurde.
Das Spotlight-Autorenteam um Komponist Dennis Martin erzählte auf erster Handlungsebene einen Teil der Lebensgeschichte des bis dahin erfolglosen Schriftstellers Robert Louis Stevenson, diese im weiteren Handlungsverlauf des dramaturgischen Geschehens in die eigentliche Binnenhandlung integriert wurde. Die Doppelbesetzung von Protagonist Louis Stevenson, gespielt von Friedrich Rau, der Amerikanischen Künstlerin Fanny, gespielt von der Schwedin Anna Thorén und nicht zuletzt Fannys fantastischer Sohn Lloyd, der für Stevenson überhaupt erst Inspirationsquelle zum Niederschreiben des Abenteuerromans „Die Schatzinsel“ gewesen, sorgte bei den Zuschauern für „leichte Verwirrung“.
Die Geschichte beginnt damit, dass sich der 24-jährige Stevenson, gegen den Willen seinen Vaters, auf den Weg in den Künstlerort Fontainebleau begibt, um sich dort, unter seinesgleichen, den Künstlerkollegen der Bohème, seiner Leidenschaft der Schriftstellerei zu widmen. Dort trifft er auf die amerikanische Malerin Funny und ihren Sohn Loyd. In Loyd’s fantastischem Wesen und seiner Begeisterung für Abenteuerromane, erkennt Louis Stevenson Parallelen zu seiner eigenen Kindheit. Durch die gemeinsame Vorliebe für Piratengeschichten und Abenteuerromane, wird Stevenson zu seinem Abenteuerroman „Die Schatzinselinsel“ inspiriert…
Trotz des sprunghaften Szenenwechsels, dem einige Zuschauer schwerlich folgen konnten, überzeugten die Macher von Spotlight, mit der angewandten Bühnentechnik. Am Ende waren sich die Zuschauer einig, diese den Darstellern sowie den Machern des Musicals, reichlich Beifall spendeten.+++fuldainfo/ja/nh
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7 Kommentare
Ich hatte bisher leider nicht die Möglichkeit, eines der Musicals zu sehen, da das jenseits meiner finanziellen Möglichkeiten liegt.
Aber ich hab mal die Namen „Friedrich Rau“ und „Mirko Möller“ gegoogelt und kann nur sagen, daß beide Profis sind.
Von daher neige ich eher dazu, Herrn Möller Recht zu geben.
Man kann keine deutsche Musicalproduktion mit denen eines Andrew Lloyd Webber vergleichen.
Die Engländer sind u.a. deshalb Weltniveau, weil es dort die BESTEN staatlichen Schulen Europas (u.a. BRIT School) gibt. Davon sind wir in Deutschland auf einigen Ebenen leider immer noch meilenweit entfernt.
Und wenn ich dann noch „Dieter Bohlen“ erwähne wird mancher verstehen, warum das Niveau mancherorts einfach unterirdisch ist, ganz abgesehen davon, daß es in Deutschland einfach nicht gelingt, junge Künstler so zu fördern, daß sie langfristig erfolgreich sind und von ihrer Kunst leben können. Auch da könnten wir von England lernen!
Ich maße mir kein Urteil für eine Leistung an, die ich nicht selbst gehört habe. Was ich allerdings von den Proben an Veröffentlichung im Internet gehört habe, klang durchweg gut.
Wir sollten den Spotlight Künstlern deshalb eine Chance geben!
Ich jedenfalls wünsche der Produktion alles Gute!
Einen schönen guten Abend!
Mit einiger Verwunderung musste ich mir ob der vorangegangenen Beiträge soeben die Augen reiben. Im Rahmen eines Nachrichtenportals, das sich als „direkt, kritisch und unabhängig“ beschreibt, dürfen auch gerne die dazugehörigen Kommentare „direkt, kritisch und unabhängig“ veröffentlicht werden. Dennoch sehe ich hier die dringende Notwendigkeit, auch eine kritische Gegenposition zu diesen Kommentaren einnehmen zu müssen.
Die Erfolgsgeschichte von Spotlight umspannt mittlerweile einen großen, sich über ein Jahrzehnt streckenden Bogen, bei welchem in dieser Zeit das künstlerische wie unternehmerische Innovationspotenzial von Beginn an alle Produktionsebenen zu stets umfassenderen Leistungen beflügelte, so dass jedes neue Musical der Fuldaer Macher ein noch professionelleres Niveau erreichen konnte. Vom ersten Stück an („Bonifatius“ in 2004) konnten dabei Darsteller gewonnen werden, die zu den feinsten Sängerinnen und Sängerinnen im deutschsprachigen Raum zählten und welche sich hier von einer Vision anstecken ließen, so dass sie wahrscheinlich unter branchenüblichen Honoraren für Spotlight auftraten. Nun schreibt ein Vorredner, dass der aktuelle Premieren-Cast beim Musical „Die Schatzinsel“ zwar „mit dem ganzen Herzen bei der Sache gewesen“ sei, aber dass er nicht „mit den Großen mithalten“ könne. Gewiss sind Stimmen Geschmacksache – und das ist gut so, denn das macht ja auch den individuellen Reiz von unterschiedlichen Interpretationen aus. Für die „Schatzinsel“-Darsteller kann ich zwar meine subjektive Meinung als Berufsmusiker sprechen lassen, jedoch zeugt der Kommentar von Frau Kaiser und anderen einfach von Unwissenheit: Friedrich Rau, Anna Thorén oder Andreas Lichtenberger gehören rein objektiv betrachtet zweifellos zu den besten Sängern und Sängerinnen, die momentan im deutschsprachigen Raum zu hören und zu sehen sind.
Der Erfolg der großen „Musical-Metropolen“ spricht Bände, ja. Aber der Grund, warum die Spotlight-Produktionen überregional von sich reden machen – und warum andere mit durchaus neidischen Augen in die „Region“ blicken! –, liegt eben in der hiesigen Innovationskraft begründet, welche andere Städte seit geraumer Zeit vermissen lassen. Wirtschaftlich erfolgreich sind dort vor allem die Medley-Musicals, die sich (mit Ausnahmen) gerne inhaltsbeliebig um bereits bekannte Popsongs scharen. Dieses Konzept macht Spaß und hat seine Daseinsberechtigung. Aber das, was man in der „Schatzinsel“ geboten bekommt, ist dazu sicherlich ein grandioses Gegenbeispiel: Wie intelligent, kunstvoll und geschmeidig hier unterschiedliche inhaltliche Stränge ineinandergreifen, ist die wesentliche Basis dafür, dass sich der Zuschauer auf emotionaler Ebene mitreißen lässt. Stevensons Buch „Die Schatzinsel“ ist eben nicht nur ein klassischer Abenteuerroman. Durch ihn erschließt sich eine ganze Biografie mitsamt seinen Wünschen, Sehnsüchten, Berufungen, Hindernissen, Niederlagen und dem Sturm und Drang der Adoleszenz. Und genau aus diesem Grund findet „Die Schatzinsel“ auch einen Widerhall im Zuhörer, weil dort etwas zum Klingen gebracht wird, was im eigenen Leben von Relevanz ist; weil etwas eine musikalische Sprache findet, für das man selbst zu häufig ohne Worte ist, „zu sagen was ich fühl’“ (um mal Tim Bendzko zu bemühen).
Für jemanden, der aus Fulda stammt und nun seit 17 Jahren nur noch gelegentlicher Wochenendgast ist, erscheint mir so mancher Kommentar hier zu sehr davon getrieben zu sein, etwas Erfolgreiches a bisserl madig machen zu müssen. Nahezu hundertprozentige Kundenzufriedenheit für Spotlight-Musicals in Ticketbörsen (4.9 von 5 Sternen bei vielen Hunderten von Bewertungen, so etwas gibt es quasi nie!!!) sprechen da eine eindeutig andere Sprache. Und dass sich eine ganze Stadt anstecken lässt, von einer Euphoriewelle getragen wird, viele unentgeltliche bzw. ehrenamtliche Leistungen stemmt, eine Geschlossenheit für dieses Projekt an den Tag legt, die auch durch einen Gang durch die Fuldaer Straßen überall offenbar wird und mich beeindruckt, das sollte nicht mit „Selbstverherrlichung“ verwechselt werden, sondern zeugt vielmehr von ehrlicher Wertschätzung. Dass sich Menschen begeistern lassen und dazu noch über einen mittlerweile solch langen Zeitraum, das ist viel zu selten geworden in unserer heutigen Gesellschaft. Mag sein, dass das auf manche leider befremdlich wirkt.
Um es mit Robert Louis Stevenson zu sagen: „Die große Sache ist, sich zu bewegen.“ Fulda und die deutsche Musical-Landschaft kann sich glücklich schätzen, dass hier ein Kreativ-Team mit seiner Heimat nicht stehen bleibt, sondern die Besucher alle ein bis zwei Jahre auf eine neue musikalische Reise mitnimmt, welche Bewährtes mit Neuem verbindet; welche professionelle Akteure im bezahlbaren Rahmen auf eine Bühne in der Mitte Deutschlands lockt; welche mit der geschickten Verbindung von Musik und Dramaturgie sowohl die ratio als auch die emotio der Zuhörer berührt.
Sie haben alle ein wenig Recht. Das Musical ist eine nette Unterhaltung für die Region. Hier London oder andere große Musical-Städte ins Spiel zu bringen ist völlig daneben. Auch die Berichterstattung von so manchen sogenannten Medien kann man nicht nachvollziehen. Sicher sind die Schauspieler mit ihrem ganzen Herzen bei der Sache gewesen, das heißt aber nicht, das sie mit den Großen mithalten können, wie es oft geschrieben wurde. Sorry das ist Hofberichterstattung. Eine ausgewogene Sichtweise wie man sie als Journalist haben sollte, scheinen die meisten Berichterstatter nicht zu haben, denn Journalisten sind das nicht. Fazit: Nett für Fulda und Osthessen, mehr nicht.
Den bisherigen Kommentaren kann ich mich nicht anschließen. Ich war von der Premiere der Schatzinsel begeistert! Das Stück ist unterhaltsam und kurzweilig. Die Darsteller spielen mit so viel Begeisterung, dass man ihnen den Spaß anmerkt, den sie selber haben. Stimmlich waren einige herausragende Leistungen dabei. Die Kulisse/Bühnentechnik war faszinierend. Ich persönlich hatte auch keinerlei Schwierigkeiten, der Handlung zu folgen und fand das Ineinandergreifen der Handlungsebenen ein gekonntes Mittel um die Geschichte darzustellen. Ich werde mir das Musical noch einmal mit meinen Kindern anschauen und freue mich schon sehr darauf. Fulda muss sich vor anderen Musicalstädten meiner Meinung nach nicht verstecken!
Was man in den restlichen Medien – kann die überhaupt so nennen – dazu liest, ist der Beweis, dass man in Osthessen kaum einen wahren Journalismus hat. Fast kaum einer schreibt das, was es in Wirklichkeit war. Was Soll es auch, wenn das Premierenpublikum – zum großen Teil – selbst an Wahrnehmungsstörungen leidet, muss man ja auch nicht. Somit ist wie immer alles gut auf der “Schatzinsel Fulda”, eben alles ein großer Erfolg!
Da kann ich Ihnen, sehr geehrte Frau/Herr Frey, nur zustimmen! Ich bin gestern das erste Mal in einem Spotlight-Musical gewesen und bin ehrlich gesagt mehr als enttäuscht. Nicht zu glauben, wie das Musical in anderen Medienberichten gelobt wird. Bin mir aber sicher, dass Jeder, der intellektuell wie kognitiv auf der Höhe ist, da anderer Meinung ist. Das Stück war dramaturgisch gesehen eine einzige Fehlzündung; Tonal, die reinste Folter. Als Musicaldarsteller sollte man im Stande sein, Töne zu treffen und über einen solides Maß an schauspielerischem Können verfügen. Grammatik und Syntax des Librettos ließ auch sehr zu wünschen übrig. Sorry, aber mit London oder diverser anderer Musicalmetropolen kann sich Spotlight ja nun nicht wirklich vergleichen! Selbst dann nicht, wenn man sich als besonders innovativ glaubt und meint, episch-tiefsinnige Musicals kopieren und zudem mit viel Input auf eine Fuldische Kleinkunstbühne bringen zu müssen.
sorry! wenn man das gesülze auf dem on-Portal liest, kommt es einem sie wissen schon …
wie kann man diese musical nur so hypen??? diese sogenannten journalisten die anscheinend nur das dollarzeichen im blick haben, schreiben darüber eine dicke lobeshymne. was ist nur los in osthessen? gibt es hier wirklich nur noch bezahlte berichterstattung? sind diese schreiberlinge nicht in der lage, etwas so zu erfassen, wie ist? das musical ist alles andere als gut und ich habe dazu einige stimmen im publikum gehört. nur, was man nicht hören will, muss auch nicht wiedergeben. auch wer heute in fulda unterwegs war, konnte das ein oder andere negative auffassen. soviel selbstverherrlichung, grenzt schon an größenwahn …
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Ich hatte bisher leider nicht die Möglichkeit, eines der Musicals zu sehen, da das jenseits meiner finanziellen Möglichkeiten liegt.
Aber ich hab mal die Namen „Friedrich Rau“ und „Mirko Möller“ gegoogelt und kann nur sagen, daß beide Profis sind.
Von daher neige ich eher dazu, Herrn Möller Recht zu geben.
Man kann keine deutsche Musicalproduktion mit denen eines Andrew Lloyd Webber vergleichen.
Die Engländer sind u.a. deshalb Weltniveau, weil es dort die BESTEN staatlichen Schulen Europas (u.a. BRIT School) gibt. Davon sind wir in Deutschland auf einigen Ebenen leider immer noch meilenweit entfernt.
Und wenn ich dann noch „Dieter Bohlen“ erwähne wird mancher verstehen, warum das Niveau mancherorts einfach unterirdisch ist, ganz abgesehen davon, daß es in Deutschland einfach nicht gelingt, junge Künstler so zu fördern, daß sie langfristig erfolgreich sind und von ihrer Kunst leben können. Auch da könnten wir von England lernen!
Ich maße mir kein Urteil für eine Leistung an, die ich nicht selbst gehört habe. Was ich allerdings von den Proben an Veröffentlichung im Internet gehört habe, klang durchweg gut.
Wir sollten den Spotlight Künstlern deshalb eine Chance geben!
Ich jedenfalls wünsche der Produktion alles Gute!
Einen schönen guten Abend!
Mit einiger Verwunderung musste ich mir ob der vorangegangenen Beiträge soeben die Augen reiben. Im Rahmen eines Nachrichtenportals, das sich als „direkt, kritisch und unabhängig“ beschreibt, dürfen auch gerne die dazugehörigen Kommentare „direkt, kritisch und unabhängig“ veröffentlicht werden. Dennoch sehe ich hier die dringende Notwendigkeit, auch eine kritische Gegenposition zu diesen Kommentaren einnehmen zu müssen.
Die Erfolgsgeschichte von Spotlight umspannt mittlerweile einen großen, sich über ein Jahrzehnt streckenden Bogen, bei welchem in dieser Zeit das künstlerische wie unternehmerische Innovationspotenzial von Beginn an alle Produktionsebenen zu stets umfassenderen Leistungen beflügelte, so dass jedes neue Musical der Fuldaer Macher ein noch professionelleres Niveau erreichen konnte. Vom ersten Stück an („Bonifatius“ in 2004) konnten dabei Darsteller gewonnen werden, die zu den feinsten Sängerinnen und Sängerinnen im deutschsprachigen Raum zählten und welche sich hier von einer Vision anstecken ließen, so dass sie wahrscheinlich unter branchenüblichen Honoraren für Spotlight auftraten. Nun schreibt ein Vorredner, dass der aktuelle Premieren-Cast beim Musical „Die Schatzinsel“ zwar „mit dem ganzen Herzen bei der Sache gewesen“ sei, aber dass er nicht „mit den Großen mithalten“ könne. Gewiss sind Stimmen Geschmacksache – und das ist gut so, denn das macht ja auch den individuellen Reiz von unterschiedlichen Interpretationen aus. Für die „Schatzinsel“-Darsteller kann ich zwar meine subjektive Meinung als Berufsmusiker sprechen lassen, jedoch zeugt der Kommentar von Frau Kaiser und anderen einfach von Unwissenheit: Friedrich Rau, Anna Thorén oder Andreas Lichtenberger gehören rein objektiv betrachtet zweifellos zu den besten Sängern und Sängerinnen, die momentan im deutschsprachigen Raum zu hören und zu sehen sind.
Der Erfolg der großen „Musical-Metropolen“ spricht Bände, ja. Aber der Grund, warum die Spotlight-Produktionen überregional von sich reden machen – und warum andere mit durchaus neidischen Augen in die „Region“ blicken! –, liegt eben in der hiesigen Innovationskraft begründet, welche andere Städte seit geraumer Zeit vermissen lassen. Wirtschaftlich erfolgreich sind dort vor allem die Medley-Musicals, die sich (mit Ausnahmen) gerne inhaltsbeliebig um bereits bekannte Popsongs scharen. Dieses Konzept macht Spaß und hat seine Daseinsberechtigung. Aber das, was man in der „Schatzinsel“ geboten bekommt, ist dazu sicherlich ein grandioses Gegenbeispiel: Wie intelligent, kunstvoll und geschmeidig hier unterschiedliche inhaltliche Stränge ineinandergreifen, ist die wesentliche Basis dafür, dass sich der Zuschauer auf emotionaler Ebene mitreißen lässt. Stevensons Buch „Die Schatzinsel“ ist eben nicht nur ein klassischer Abenteuerroman. Durch ihn erschließt sich eine ganze Biografie mitsamt seinen Wünschen, Sehnsüchten, Berufungen, Hindernissen, Niederlagen und dem Sturm und Drang der Adoleszenz. Und genau aus diesem Grund findet „Die Schatzinsel“ auch einen Widerhall im Zuhörer, weil dort etwas zum Klingen gebracht wird, was im eigenen Leben von Relevanz ist; weil etwas eine musikalische Sprache findet, für das man selbst zu häufig ohne Worte ist, „zu sagen was ich fühl’“ (um mal Tim Bendzko zu bemühen).
Für jemanden, der aus Fulda stammt und nun seit 17 Jahren nur noch gelegentlicher Wochenendgast ist, erscheint mir so mancher Kommentar hier zu sehr davon getrieben zu sein, etwas Erfolgreiches a bisserl madig machen zu müssen. Nahezu hundertprozentige Kundenzufriedenheit für Spotlight-Musicals in Ticketbörsen (4.9 von 5 Sternen bei vielen Hunderten von Bewertungen, so etwas gibt es quasi nie!!!) sprechen da eine eindeutig andere Sprache. Und dass sich eine ganze Stadt anstecken lässt, von einer Euphoriewelle getragen wird, viele unentgeltliche bzw. ehrenamtliche Leistungen stemmt, eine Geschlossenheit für dieses Projekt an den Tag legt, die auch durch einen Gang durch die Fuldaer Straßen überall offenbar wird und mich beeindruckt, das sollte nicht mit „Selbstverherrlichung“ verwechselt werden, sondern zeugt vielmehr von ehrlicher Wertschätzung. Dass sich Menschen begeistern lassen und dazu noch über einen mittlerweile solch langen Zeitraum, das ist viel zu selten geworden in unserer heutigen Gesellschaft. Mag sein, dass das auf manche leider befremdlich wirkt.
Um es mit Robert Louis Stevenson zu sagen: „Die große Sache ist, sich zu bewegen.“ Fulda und die deutsche Musical-Landschaft kann sich glücklich schätzen, dass hier ein Kreativ-Team mit seiner Heimat nicht stehen bleibt, sondern die Besucher alle ein bis zwei Jahre auf eine neue musikalische Reise mitnimmt, welche Bewährtes mit Neuem verbindet; welche professionelle Akteure im bezahlbaren Rahmen auf eine Bühne in der Mitte Deutschlands lockt; welche mit der geschickten Verbindung von Musik und Dramaturgie sowohl die ratio als auch die emotio der Zuhörer berührt.
Sie haben alle ein wenig Recht. Das Musical ist eine nette Unterhaltung für die Region. Hier London oder andere große Musical-Städte ins Spiel zu bringen ist völlig daneben. Auch die Berichterstattung von so manchen sogenannten Medien kann man nicht nachvollziehen. Sicher sind die Schauspieler mit ihrem ganzen Herzen bei der Sache gewesen, das heißt aber nicht, das sie mit den Großen mithalten können, wie es oft geschrieben wurde. Sorry das ist Hofberichterstattung. Eine ausgewogene Sichtweise wie man sie als Journalist haben sollte, scheinen die meisten Berichterstatter nicht zu haben, denn Journalisten sind das nicht. Fazit: Nett für Fulda und Osthessen, mehr nicht.
Den bisherigen Kommentaren kann ich mich nicht anschließen. Ich war von der Premiere der Schatzinsel begeistert! Das Stück ist unterhaltsam und kurzweilig. Die Darsteller spielen mit so viel Begeisterung, dass man ihnen den Spaß anmerkt, den sie selber haben. Stimmlich waren einige herausragende Leistungen dabei. Die Kulisse/Bühnentechnik war faszinierend. Ich persönlich hatte auch keinerlei Schwierigkeiten, der Handlung zu folgen und fand das Ineinandergreifen der Handlungsebenen ein gekonntes Mittel um die Geschichte darzustellen. Ich werde mir das Musical noch einmal mit meinen Kindern anschauen und freue mich schon sehr darauf. Fulda muss sich vor anderen Musicalstädten meiner Meinung nach nicht verstecken!
Was man in den restlichen Medien – kann die überhaupt so nennen – dazu liest, ist der Beweis, dass man in Osthessen kaum einen wahren Journalismus hat. Fast kaum einer schreibt das, was es in Wirklichkeit war. Was Soll es auch, wenn das Premierenpublikum – zum großen Teil – selbst an Wahrnehmungsstörungen leidet, muss man ja auch nicht. Somit ist wie immer alles gut auf der “Schatzinsel Fulda”, eben alles ein großer Erfolg!
Da kann ich Ihnen, sehr geehrte Frau/Herr Frey, nur zustimmen! Ich bin gestern das erste Mal in einem Spotlight-Musical gewesen und bin ehrlich gesagt mehr als enttäuscht. Nicht zu glauben, wie das Musical in anderen Medienberichten gelobt wird. Bin mir aber sicher, dass Jeder, der intellektuell wie kognitiv auf der Höhe ist, da anderer Meinung ist. Das Stück war dramaturgisch gesehen eine einzige Fehlzündung; Tonal, die reinste Folter. Als Musicaldarsteller sollte man im Stande sein, Töne zu treffen und über einen solides Maß an schauspielerischem Können verfügen. Grammatik und Syntax des Librettos ließ auch sehr zu wünschen übrig. Sorry, aber mit London oder diverser anderer Musicalmetropolen kann sich Spotlight ja nun nicht wirklich vergleichen! Selbst dann nicht, wenn man sich als besonders innovativ glaubt und meint, episch-tiefsinnige Musicals kopieren und zudem mit viel Input auf eine Fuldische Kleinkunstbühne bringen zu müssen.
sorry! wenn man das gesülze auf dem on-Portal liest, kommt es einem sie wissen schon …
wie kann man diese musical nur so hypen??? diese sogenannten journalisten die anscheinend nur das dollarzeichen im blick haben, schreiben darüber eine dicke lobeshymne. was ist nur los in osthessen? gibt es hier wirklich nur noch bezahlte berichterstattung? sind diese schreiberlinge nicht in der lage, etwas so zu erfassen, wie ist? das musical ist alles andere als gut und ich habe dazu einige stimmen im publikum gehört. nur, was man nicht hören will, muss auch nicht wiedergeben. auch wer heute in fulda unterwegs war, konnte das ein oder andere negative auffassen. soviel selbstverherrlichung, grenzt schon an größenwahn …