Multifunktionsgebäude in Liebhards seiner Bestimmung übergeben

Bürgermeister Blum: Baulicher Stillstand ist in Hilders nicht zu erwarten

Nach „Höhen und Tiefen“ ist am Freitagnachmittag nach einer über zweijährigen Bauzeit das Multifunktionsgebäude in der Silberhauckstraße im Hilderser Ortsteil Liebhards im Landkreis Fulda im Beisein geladener Gäste aus der Landes-, Kreis und Kommunalpolitik, Wirtschaft und Verwaltung, dem Ehrenamt, der Feuerwehr sowie Kirche und Gesellschaft im Rahmen einer Feierstunde seiner Bestimmung als Dorfgemeinschaftshaus und Feuerwehrgerätehaus übergeben worden.

Besondere Grußworte galten u.a. dem Landtagsabgeordneten Markus Hofmann (Bündnis 90/Die Grünen), dem Landrat des Landkreises Fulda, Bernd Woide (CDU), dem Kreisbrandinspektor des Landkreises, Adrian Vogler, dem Gemeindebrandinspektor Matthias Trapp mit seinen beiden Stellvertretern, Ingo Habig und Klaus-Peter Schafsteck, den Mitgliedern des Gemeindevorstandes sowie dem Vorsitzenden der Hilderser Gemeindevertretung, Mathias Dickhut, sowie allen Gemeindevertretern, dem Ortsvorsteher Liebhards, Peter Kling, Christof Erb von der Abteilung „Regionalentwicklung“ beim Landkreis Fulda, dem Vorsitzenden des Arbeitskreises „Dorferneuerung“, Rainer Zentgraf, sowie allen Mitgliedern des Arbeitskreises, dem Bauleiter, Rainer Gerk vom Ingenieurbüro Herget aus Geisa, sowie allen Vertretern der am Bau beteiligten Firmen sowie allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern.

„Heute kann endlich das Multifunktionshaus Liebhards seiner Bestimmung übergeben werden“, freute sich Hubert Blum (SPD), Bürgermeister der Marktgemeinde Hilders, am Freitag in seinen einleitenden Worten zur Begrüßung anlässlich der Übergabe und Segnung des Gebäudes in der Silberhauckstraße 6 in Hilders-Liebhards. In Zukunft befindet sich hier das gemeinsame Feuerwehrgerätehaus der Ortsteile Eckweisbach, Liebhards sowie Unterbernhards. Zudem wurde ein Gemeinschaftsraum für etwa 90 Personen – sowohl für die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren als auch die Dorfgemeinschaft – geschaffen. „Eine lange Leidensgeschichte neigt sich heute dem Ende“, so der Hilderser Bürgermeister. Bereits im Januar 2012 waren bezüglich eines Neubaus Gespräche mit diversen Ministerien in Wiesbaden geführt worden. Hier besonders initiativ und vorstellig sei der ehemalige CDU-Landtagsabgeordnete, Dr. Norbert Herr, gewesen. Verschiedene Wege und Möglichkeiten mussten gedanklich durchgespielt werden. Ein Abriss oder doch ein gänzlicher Neubau? waren die zentralen Fragen, über die es in diesem Kontext abzustimmen galt. So zogen sich die Planungen und Abstimmungen bis Juni 2016 hin, bevor man zu Jahresbeginn noch Gespräche mit dem Arbeitskreis Dorferneuerung oder dem Liebhardser Ortsvorsteher führte. Bürgermeister Blum dankte Christof Erb von der Abteilung Regionalentwicklung beim Landkreis Fulda sowie Landrat Bernd Woide, die sich dafür einsetzten, dass das Projekt dann doch realisiert werden konnte. „Es war manchmal ein Kampf wie gegen Windmühlen“, erinnerte sich Bürgermeister Blum.

Im Jahr 2016 konnte dann durch das Ingenieurbüro Herget aus Geisa mit dem Bau des Multifunktionsgebäudes begonnen werden. Vorerst galt es jedoch die Planungen mit den Wünschen und Anmerkungen aus den Ministerien zu überarbeiten. So waren beispielsweise zwei separate Eingangsbereiche (einen für die Feuerwehr und einen für die Dorfgemeinschaft) sowie zwei separat voneinander abgetrennte WC-Anlagen in der ursprünglichen Planung nicht vorgesehen. Die Änderungen verteuerten das Bauprojekt erheblich. Zugleich fiel der Bau in eine Hochphase der Baukonjunktur. „Ausschreibungen, ein Angebot, Angebote, die erheblich über den Ansätzen der Kostenschätzung lagen – oder auch gar keine Angebote bereiteten der Marktgemeinde in der Rhön zusätzliche Kopfschmerzen. Dies alles führte letztlich in der Summe zu einer Gesamtkostenhöhe von 1,27 Millionen Euro. Als Zuschüsse kamen vom Hessischen Innenministerium für den Bereich der Feuerwehr 140.000 Euro, aus dem Bereich „Dorferneuerung“ 200.000 Euro, im Rahmen der Interkommunalen Zusammenarbeit der Feuerwehr 50.000 Euro sowie vom Landkreis Fulda 17.400 Euro dazu. Mindestens 60.000 Euro wurden durch Eigenleistung erbracht.

Das Projekt brachte der Gemeinde Hilders als auch der Region viele Aufträge. Die Fertigstellung dieses Projektes fungiert als Abschluss der Dorferneuerungsmaßnahme der Ortsteile Leibhards und Dörmbach. In dieser Zeit ist viel geschehen. So wurde beispielsweise eine Gebäude- und Infrastrukturanalyse durchgeführt. Für diese Beratungstätigkeiten wurden 22.000 Euro aufgewendet. In diesem Rahmen wurde auch der Dorfplatz in Liebhards sowie der Friedhof des Ortsteiles neu gestaltet, wofür 68.000 Euro und 54.000 Euro aufgebracht werden mussten. In Dörmbach wurde die Alte Schule saniert (191.000 Euro). Die Wiedererrichtung des Platzes um die Marienfigur in Dörmbach-Harbach kostete die Gemeinde 12.400 Euro. Der Neubau der Dreschhalle in Harbach war mit 24.000 Euro veranschlagt. In diesem Zeitraum wurden fast 1,7 Millionen Euro durch die E-Maßnahmen investiert. Die Gesamtzuschüsse betrugen 615.000 Euro, hier die Gemeinde Hilders mit rund 1 Million Euro den größten Anteil trug. Zudem wurden 15 Privatmaßnahmen mit Zuschüssen in Höhe von 200.000 Euro gefördert. Doch ein baulicher Stillstand in Hilders ist damit nicht zu erwarten. Als Beispiele nannte Bürgermeister Blum das Feuerwehrgerätehaus und Dorfgemeinschaftshaus in Simmershausen, das Feuerwehrgerätehaus in der Kerngemeinde und die zukünftigen Investitionen im Rahmen des integrierten kommunalen Entwicklungskonzeptes (IKEK) wie sie beispielsweise beim Dorfgemeinschaftshaus im Ortsteil Batten vorgesehen sind.

„Die Gemeinde Hilders investiert viel in ihre Infrastruktur. Wir wollen, dass sich unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger in der Gemeinde wohlfühlen. Dafür bedarf es natürlich einer zeitgemäßen Infrastruktur. Neben den Gebäuden und der Feuerwehr zählt ebenso die Ausweisung von Neubaugebieten, die Breitbandversorgung oder WLAN dazu. Wir haben die Voraussetzungen geschaffen. Viel wurde im Rahmen der Dorferneuerung geschaffen und erreicht. Ob die Investitionen richtig gewesen sind, wird die Zukunft zeigen. Speziell, was dieses Haus angeht, liegt es nun an den Mitbürgerinnen und Mitbürgern aus Liebhards und den Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren, das Ganze mit Leben zu füllen. Hierfür wünsche ich uns allen viel Erfolg“, so Bürgermeister Blum. Abschließend dankte der Hilderser Bürgermeister allen, die diesen Prozess der Dorferneuerung aktiv begleiteten. „Ohne Sie wäre das Erreichte nicht möglich gewesen. Vielen Dank!“

Landrat Bernd Woide erinnerte in seinem Grußwort, in das er die Grüße und Glückwünsche des Landkreises Fulda einschloss, an die anfänglichen Schwierigkeiten und die an den Bauprozess geknüpften Regularitäten, diese es in Deutschland einzuhalten gelte. Auch sagte Woide, dass solche Gespräche, die auch im Vorfeld auf die Baumaßnahme in Liebhards geführt worden waren, nicht immer zielführend seien und dass man oft mit Fragen konfrontiert sei, die darauf abzielen: warum muss in Deutschland eigentlich immer alles so und so erfolgen? Sodass man am Ende des Tages eigentlich gar nicht mehr zusammenkommt. Auf dem Land, im Dorf müsse man es anders machen. Denn hier habe man nicht für alles und jedermann eine Anlaufstelle. Da muss man zusammenarbeiten. Dennoch gelte es danke zu sagen, denn ist es gelungen. Woide dankte der Gemeinde mit ihren Gemeindevertretern, den verantwortlichen Gremien sowie den Behörden und all denen, die sich engagiert haben. So etwas wäre nicht möglich gewesen, wenn nicht viele helfende Hände daran mitgewirkt hätten. „Jetzt gilt es, dieses Gebäude mit Leben zu füllen – im Positiven und im Zusammenhalt.“ Für das Dorfgemeinschaftshaus überreichte Woide Bürgermeister Hubert Blum abschließend seines Grußwortes ein Bild mit den Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten Fuldas sowie der Region.

„Es ist schön, dass die Inbetriebnahme dieses Multifunktionshauses auf den 3. Mai fällt“, so Pfarrer Carsten Noll. „Es ist für die Liebhardser ihr verlobter Tag, da sich Liebhards bewusst macht seiner christlichen Wurzeln und das Erbe der Vorfahren in guter Art und Weise weiterzuführen. Dieser 3. Mai ist nach dem alten liturgischen Kalender der Tag der Kreuzauffindung. Als Kaiserin Helena in Jerusalem das wahre Kreuz Jesu Christo gefunden haben soll. Dieser Tag wurde bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts hinein begangen. Vielleicht passt es daher ganz gut, dass Bürgermeister Blum von einer Leidensgeschichte gesprochen hat. Dann, dass wir uns an diesen Tag erinnern. Ein Kreuz begegnet uns immer im Leben, aber auch Leben entsteht durch das Kreuz“, so Pfarrer Carsten Noll, der im Namen der Kirchengemeinde Eckweisbach die Segnung der Räumlichkeiten vollzog. Als Geschenk überreichte Pfarrer Carsten Noll den Verantwortlichen für das neu entstandene Dorfgemeinschaftshaus ein Kreuz.

Landtagsabgeordneter Markus Hofmann überbrachte die Grüße sowie Glückwünsche des Hessischen Innen- und Umweltministeriums. Hofmann bekundete seine Freude über das Harterkämpfte und Erreichte. Als kommunalpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen bekundete er seine persönliche Freude darüber, dass die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren mit der Fertigstellung des Feuerwehrgerätehauses als auch des Dorfgemeinschaftshauses neue Räumlichkeiten erworben haben, die u.a. eine der Rahmenbedingung für die Möglichkeit der Ausübung ehrenamtlicher Tätigkeiten schaffen. Gerade ehrenamtliche Tätigkeiten, so der Grünen-Politiker, rücken heutzutage immer mehr in den Hintergrund, diesem Phänomen müsse man entgegenwirken.

Im Jahr 2016 übernahm das Ingenieurbüro Herget aus Geisa die genehmigte Planung für das Multifunktionsgebäude in der Silberhauckstraße in Hilders-Liebhards. Nach den geführten Gesprächen mit den Ministerien bestand für das Ingenieurbüro zunächst einmal die Aufgabe darin, die entstandene Planung an die neuen Normen und die gestiegenen Anforderungen anzupassen. Ein wichtiger Punkt war hier auch die Barrierefreiheit, auf dieser in der heutigen Zeit eine besondere Achtsamkeit liegt. „Laut dem VDK haben wir in diesem Gebäude alle Vorgaben gut umgestezt und somit auch für Menschen mit Behinderung gute Orientierungshilfen geschaffen“, so Bauleiter Rainer Gerk vom Ingenieurbüro Herget aus Geisa. „Wie bei jeder anderen Baumaßnahme auch gab es natürlich auch hier bei der Ausführung Angelegenheiten, die auf kurzem Wege besprochen, geändert oder umgeplant werden mussten.“ Bauleiter Rainer Gerk stellte am Freitag auch die gute Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Akteuren heraus. „Entstanden ist ein Mehrzweckgebäude, in diesem die Feuerwehr Platz findet, ihre Aufgaben – das Retten, Bergen und Schützen in der Region – ordnungsgemäß vorzubereiten und wahrzunehmen. Das Dorfgemeinschaftshaus bietet ausreichend Platz für Veranstaltungen, Feierlichkeiten und Zusammenkünfte. Im Namen des Ingenieurbüros Herget bedanke ich mich für die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten, die gute Unterstützung und das uns entgegengebrachte Vertrauen der Marktgemeinde Hilders.“ Anschließend seines Grußwortes überreichte Rainer Gerk symbolisch an Bürgermeister Blum die Schlüssel für die beiden Räumlichkeiten.

Weitere Grußworte sprachen u.a. der Vorsitzende des Arbeitskreises „Dorferneuerung“, Rainer Zentgraf und Kreisbrandinspektor Adrian Vogler. Die Veranstaltung wurde vom Trio in Es musikalisch umrahmt. +++ ja

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