MKK: Scholz Besonnenheit ist weiterhin das Gebot der Stunde

Sonderweg für die Stadt Hanau keine Notwendigkeit

Landrat Thorsten Stolz

„Es gibt keinen Grund, für Aufregung oder Verunsicherungen zu sorgen, vielmehr sind Besonnenheit und Entscheidungen auf fachlicher Grundlage weiterhin das Gebot der Stunde. Und hier kann ich sagen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes des Main-Kinzig-Kreises sowie Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler hervorragende Arbeit leisten und das nicht erst jetzt, sondern seit Wochen“, mit diesen Worten entgegnet Landrat Thorsten Stolz den von Hanaus Oberbürgermeister formulierten Ängsten und Sorgen rund um das Ausbruchsgeschehen in einer Frankfurter Baptisten-Gemeinde.

Der Landrat könne verstehen, dass nach dem Ausbruch in Frankfurt, der medial auch noch so stark begleitet wurde, sofort viele Fragen aufkommen, doch müsse man sich hier ganz nüchtern auf die wesentlichen Dinge konzentrieren. Und genau dazu führt Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler aus: „Der Fall in Frankfurt ist für das Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises keine neue Situation oder Herausforderung. Genau wie in den zurückliegenden Wochen auch, gilt es Infektionsketten nachzuvollziehen, Kontaktpersonen ausfindig zu machen und zu ermitteln, Tests anzuordnen und häusliche Absonderungen umzusetzen. Das ist aber kein anderer Weg als beispielsweise bei den vielen Urlaubsheimkehrern Anfang und Mitte März, beim Ausbruch im Klinikum Hanau oder bei den Ausbrüchen in Senioren- und Pflegeheimen.“

In ihrer Stellungnahme an die Bevölkerung verweisen Landrat und Gesundheitsdezernentin darauf, dass auch im Main-Kinzig-Kreis das allgemeine Infektionsgeschehen rückläufig ist und die aktuellen Fälle vom Gesundheitsamt engmaschig aufgearbeitet werden. Jeden Tag bewerte der Main-Kinzig-Kreis die Situation in den 29 Städten und Gemeinden und entscheide über einzelne Maßnahmen. Es ist aufgrund der geltenden Verhaltensregeln und der konsequenten Aufarbeitung durch das Gesundheitsamt im Landkreis, genau wie im überwiegenden Teil der Bundesrepublik offenbar gelungen, die Übertragung weitgehend zu einzudämmen. Die Praxis zeigt, dass derzeit die jeweiligen Fälle sehr klar einzugrenzen und auf wenige Ereignisse zurückzuführen sind. Was im Gesamten betrachtet eine ermutigende Nachricht ist, zeigt aber ebenso, dass im Einzelfall auch eine einzige Veranstaltung zu weitreichenden Folgen führen kann. Dazu zählt auch die Versammlung einer Frankfurter Kirchengemeinde, auf der sich nach offiziellen Angaben über 100 Personen im Rhein-Main-Gebiet mit Covid-19 angesteckt haben sollen.

Dieses Infektionsgeschehen betrifft seit Mitte der letzten Woche auch den Main-Kinzig-Kreis. Sowohl in der Stadt Hanau, wo etwa 30 Personen betroffen sind, als auch in Maintal sind Fälle aus diesem Zusammenhang bekannt. In dem vorliegenden Ereignis ziehen sich die Infektionen laut offiziellen Angaben über mehrere Landkreise hinweg. Aber auch in dieser Situation konnte die zuständige Behörde des Gesundheitsamtes des Landkreises umfassend und schnell agieren. Schon am Donnerstag und Freitag lagen die Testergebnisse vor. Die jeweiligen Familien sind vom Gesundheitsamt vollständig erfasst und häuslich isoliert. Außerdem wurden mit hohem Einsatz die relevanten Kontaktpersonen sowie mögliche weitere Ansteckungswege ermittelt, selbstverständlich auch über die Feiertage und das Wochenende hinweg.

„Im Zusammenhang mit dem Coronavirus arbeitet das Gesundheitsamt mit großer Sorgfalt und besonderer Energie“, erklären Landrat Thorsten Stolz und Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und verweisen auf die „seit Wochen hervorragende Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“. Weil vor allem eine hohe Fachlichkeit, ein verantwortungsvoller Umgang mit Informationen und eine Verlässlichkeit für alle Beteiligten wichtig sind, sind die Beschäftigten des Gesundheitsamtes dafür auch rund um die Uhr und an allen Wochentagen im Einsatz. Ebenso werden betroffene Einrichtungen wie z.B. Krankenhäuser, Pflegeheime, Kindergärten oder Schulen schnellstmöglich informiert. Für diese Bereiche gibt es innerhalb des Gesundheitsamtes spezielle Fachteams, die ihre Aufgabe gezielt und geordnet und in der Regel außerhalb der öffentlichen Diskussion ausführen.

Denn wie Landrat Thorsten Stolz und Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler deutlich machen, basiert die Arbeit des Gesundheitsamtes in einem hohen Maße auf Fachlichkeit, Verantwortlichkeit und Verlässlichkeit. Alle staatlichen Institutionen sind gefordert in der eigenen Verantwortlichkeit und Zuständigkeit ihren jeweiligen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie zu leisten. Gemeinsam verweisen Stolz und Simmler hierbei nochmals darauf, dass es vor allem auch die enge und sachliche Zusammenarbeit mit den Kommunen gewesen ist, die auch dazu beigetragen haben, dass die Infektionszahlen derzeit so niedrig sind.

Für die von Oberbürgermeister Claus Kaminsky formulierte Forderung nach „einem Sonderweg für die Stadt Hanau“ gibt es für Landrat Thorsten Stolz und Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler keine Grundlage und auch keine Notwendigkeit. „Wir haben im Zusammenhang mit dem Coronavirus bisher alle Aufgaben und Vorkehrungen im Sinne der Bevölkerung umgesetzt und die Infektionszahlen in der Stadt sind klar nachzuvollziehen“, erklären sie. So sind zum Beispiel von den insgesamt 258 positiven Fällen mehr als 100 auf den Ausbruch im städtischen Klinikum zurückzuführen. Auch hier habe das Gesundheitsamt mit seinen Fachleuten beim Management der Krise intensiv geholfen und in guter Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des Klinikums Hanau das Geschehen im Griff. „Dass sich in der Krise der Charakter beweist hat sich in unserer Region bewahrheitet. Als es notwendig war, haben alle an einem Strang gezogen, uns miteinander abgestimmt und Vorgehen diskutiert – jeder hat in seiner Verantwortung dann die notwendigen Dinge umgesetzt. Es wäre fahrlässig diesen Pfad nun zu verlassen“, sind sich Stolz und Simmler einig. Zudem gebe es zu diesem Thema klare rechtliche Vorgaben, die aus Sicht der zuständigen Behörde nicht in Frage zu stellen sind. Das machen Landrat und Erste Kreisbeigeordnete an dem Wunsch des Oberbürgermeisters nach der Herausgabe von persönlichen Daten deutlich: „ Kein Bürgermeister und keine Bürgermeisterin im Main-Kinzig-Kreis erhält die Namen der positiv getesteten Personen und auch keine Angaben zu den jeweiligen Arbeitgebern. Wenn im Einzelfall Kontaktaufnahmen zu den Arbeitgebern notwendig sind, übernimmt diese Aufgabe das Gesundheitsamt und nicht das örtliche Rathaus. Die personenbezogenen Daten werden nicht einmal im Verwaltungsstab des Main-Kinzig-Kreises besprochen.“

Sollte es darüber aber hinaus ein berechtigtes öffentliches Interesse zu Hintergründen von Infektionswegen geben oder strategische Entscheidungen zu treffen sein, so geschehe das in der Regel in Abstimmung mit den jeweiligen Kommunen. „Die kurzfristige Absage des am vergangenen Wochenende geplanten Fastengebetes in Hanau ist ein gutes Beispiel, dass wir hier pragmatisch und situationsabhängig an der Seite der Städte und Gemeinden unseren Teil der Verantwortung wahrnehmen“, sagen Thorsten Stolz und Susanne Simmler. Das wird auch weiterhin der Fall sein, denn das Vorgehen des Gesundheitsamtes ist zielgerichtet und geprägt von Verhältnismäßigkeit und Augenmaß. Etwa 45 Minuten vor der Pressemitteilung des Hanauer Oberbürgermeisters hat der Main-Kinzig-Kreis um 14:13 Uhr am Montag unter anderem 15 Fragen zugesandt bekommen. Die Antwort wurde am heutigen Dienstag, 12:28 Uhr, an das Rathaus übermittelt. Diese Informationen geben wir hiermit auch der Öffentlichkeit zur Kenntnis: Als Landkreis haben wir die gesetzliche Aufgabe und Verpflichtung, alle notwendigen Schritte einzuleiten, die helfen, eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. Seien Sie versichert, dass wir diese Schritte wohlüberlegt und konsequent gehen. Das derzeitige Infektionsgeschehen, nach Ausbrüchen im Klinikum in Hanau, Altenheimen in Hanau und weiteren Städten und Gemeinden zeigt, dass wir hier sehr wohl – gemäß den Vorgaben des RKI und des Landes – die Aufgaben des konsequenten Nachverfolgens von Infektionsgeschehen und des strikten Containments umsetzen und damit derzeit die Infektionsketten gut unterbrechen können. +++

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