Wichtige Botschaften gingen von der kürzlich durchgeführten virtuellen Mitgliederversammlung der katholischen Träger der Bahnhofsmissionen aus: Immerhin dreiviertel aller Bahnhofsmissionen in Deutschland haben trotz der Corona-Krise und den strengen Vorgaben für die sozialen Einrichtungen zumindest einen Notbetrieb aufrechterhalten. Dies ist umso bemerkenswerter, da die Räumlichkeiten der Bahnhofsmissionen oft zu gering sind, um Abstandsregeln überhaupt annähernd einzuhalten. Doch die lokalen Gäste, für die neben den Reisenden die Bahnhofsmissionen oft wichtige Anlaufstation sind – die Schwächsten und Ärmsten der Gesellschaft – leiden ohnehin bereits am stärksten unter den Folgen des Shutdown und der Pandemie.
Eine zentrale Forderung der Mitgliederversammlung, an der von der Fuldaer Caritas die zuständige Diözesanreferentin Daniela Manke teilnahm, ist daher die nach besserem Infektionsschutz und Möglichkeiten für wohnungslose, suchtkranke und arme Menschen, die Hygieneempfehlungen wie Händewaschen und Desinfektion überhaupt einzuhalten. „Es geht für die Bahnhofsmissionen auch im Bistum Fulda also um die Möglichkeiten, auch in solchen Zeiten wie sie jetzt erleben, ihr Angebot für die betroffenen Menschen überhaupt aufrechtzuhalten“, äußerte sich Daniela Manke in ihrem Bericht gegenüber Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch. „Dazu gehört neben dem nötigen räumlichen Platz auch die entsprechende Ausstattung. Und wir benötigen stets weitere Ehrenamtlichen, die keiner Risikogruppe angehören und sich in einer Bahnhofsmission engagieren wollen.“ Viele ältere Ehrenamtliche mussten wegen ihrer Zugehörigkeit zur Risikogruppe in der Corona-Krise ihre Mitarbeit vorsichtshalber einstellen.
Zur aktuellen Situation zeigte sich Caritasdirektor Juch erfreut darüber, dass die Bahnhofsmissionen im Bistum Fulda allesamt zu denjenigen Einrichtungen gehören, die trotz Corona Angebote bereithalten. „Dies entspricht unserer Linie, für Menschen mit Hilfebedarf unbedingt an jeder Stelle und in allen Diensten erreichbar zu bleiben“, betonte er. In Fulda ist die Bahnhofsmission derzeit nur vormittags geöffnet, um hilfebedürftige Menschen zumindest ambulant mit Essen und Trinken zu versorgen. Ein Aufenthalt in den Räumen der Bahnhofsmission ist momentan nicht möglich. In Kassel wurde das Angebot umgestellt. Auch hier sind die Aufenthaltsräume nicht zugänglich. Über einen „Abstandtisch“ erfolgt durch ein kleines Team mit nur wenigen Ehrenamtlichen die Ausgabe von Proviantpaketen an Bedürftige. Ein- und Umstiegshilfen erfolgen ebenfalls nur punktuell im kleinen Rahmen. In Bad Hersfeld schließlich arbeiten zurzeit nur die Hauptamtlichen. Die Bahnhofsmission ist für Gäste nicht zugänglich. Über eine Fensterausgabe erfolgen Information sowie die Ausgabe von Getränken. Einstiegshilfe an den Zügen kann gegeben werden. +++

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