Unterbernhards. Am 15. April 2015 verlässt das Institut St. Bonifatius nach mehr als 50 Jahren Arbeit für die Familienpastoral den Michaelshof in Unterbernhards. Die Einrichtung als Familienferienstätte wird damit geschlossen. Dieser schmerzliche Schritt, der nicht leichtfiel, stand am Ende eines längeren Gesprächs- und Entscheidungsprozesses. Ausschlaggebend waren vor allem die personellen und wirtschaftlichen Herausforderungen für das Institut St. Bonifatius, der benediktinischen Gemeinschaft, die in der Nachkriegszeit gegründet wurde, und der heute 180 Frauen in Europa, Afrika und Zentralamerika angehören. Wie viele geistliche Gemeinschaften und Orden, leidet auch das Institut St. Bonifatius in Deutschland unter Nachwuchssorgen. Mittlerweile gibt es mehr ältere, als jüngere Mitglieder.
Viele Mitglieder des Instituts St. Bonifatius haben sich in mehr als einem halben Jahrhundert im Anliegen der Familienpastoral auf dem Michaelshof engagiert. In den vergangenen Jahren wurden immer mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Aufgaben einbezogen. Für ihren engagierten und aufmerksamen Einsatz sind wir allen sehr dankbar. Sie haben durch ihren wertvollen Dienst die Atmosphäre auf dem Michaelshof, die von allen Gästen immer sehr geschätzt wurde, entscheidend mitgeprägt. Am Donnerstag, 12. März 2015, fand nach langen Verhandlungen die Vertragsunterzeichnung zwischen dem Institut St. Bonifatius und der Michaelshof GmbH, einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft des Deutschen Roten Kreuzes, Kreisverband Fulda, statt. Geplant ist eine Nutzung des Michaelshofes für die Unterbringung von Flüchtlingen. Die Kapelle auf dem Michaelshof, die dem Bistum Fulda gehört, bleibt für den gottesdienstlichen Gebrauch erhalten. Dort wird die Gemeinschaft zum Abschluss auch einen Dankgottesdienst feiern.
Zu den Plänen, auf dem Michaelshof Flüchtlinge unterzubringen, erklärte Landrat Bernd Woide auf Anfrage von fuldainfo: „Die Zahl der aufzunehmenden Asylbewerber bzw. Flüchtlinge steigt nicht nur in Deutschland und in Hessen, sondern auch im Landkreis Fulda dramatisch an. Sollte sich der Aufnahmetrend für unseren Landkreis aus den ersten Monaten dieses Jahres fortsetzen, so hat der Landkreis Fulda in diesem Jahr über 1.000 Asylbewerber bzw. Flüchtlinge unterzubringen. Gegenwärtig werden dem Landkreis ca. 30 Asylbewerber bzw. Flüchtlinge wöchentlich zugewiesen. Diese Zahlen machen sehr anschaulich deutlich, dass der LK FD gegenwärtig jede sich bietende Unterbringungsmöglichkeit nutzen muss. Hierzu zählen nicht nur zentrale Unterbringungsmöglichkeiten wie z. B. in Fulda, sondern auch dezentrale Unterbringungsmöglichkeiten in der Region. Gerade in der Stadtregion ist es besonders schwierig, geeignete Gebäude zu finden, da hier eine starke Nachfrage durch andere Nutzergruppen wie z. B. Studenten besteht. Der Michaelshof in Unterbernhards ist als Gebäude für die Unterbringung von Asylbewerbern bzw. Flüchtlingen gut geeignet. Natürlich bringt die Lage des Objektes in der Rhön bestimmte Herausforderungen mit sich, die der LK FD aber bereits bedacht und konzeptionell berücksichtigt hat. Neben der von Ihnen thematisierten geplanten Busanbindung nach Hilders und Hünfeld, wird es in dieser Einrichtung auch die Stelle eines Sozialpädagogen geben, der sich ausschließlich um die betroffenen Menschen kümmern und Angebote unterbreiten wird. Zusätzlich werden vor Ort Deutschkurse sowie berufsorientierende Maßnahmen angeboten. Zusätzlich soll ehrenamtliche Unterstützungsarbeit, z. B. durch die Kirche oder andere Organisationen, gefördert werden. Auch könne von einer Ghettobildung nicht die Rede sein“, erklärte Woide abschließend.+++ fuldainfo / norbert hettler / jessica Auth
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