Merz nennt Hartz IV "beachtenswerte Leistung"

Hartz-IV

Der Kandidat für den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, hat die Hartz-IV-Reformen gegen Kritik aus der SPD verteidigt. Hartz IV sei "eine beachtenswerte Leistung unseres Sozialstaates", sagte Merz den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Familien, die gar nichts haben, wird mit einer solchen Transferleistung wirklich geholfen. Ja, das sind äußerst bescheidene Bedingungen. Aber in Deutschland fällt niemand ins Bodenlose." Das Hartz-IV-System sei einer der größten Erfolge, den die SPD als Regierungspartei erzielt habe, stellte Merz fest. "Mit diesen Reformen ist Deutschland aus der Massenarbeitslosigkeit herausgekommen. Ich kann nicht verstehen, dass sie damit bis heute nicht ihren Frieden gemacht hat. Von einer Abschaffung von Hartz IV halte ich persönlich gar nichts." Wenn die Hartz-IV-Pläne der SPD in Richtung eines bedingungslosen Grundeinkommens gingen, werde es "hoffentlich den geschlossenen Widerstand der Union geben"


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3 Kommentare

  1. Das System Hartz IV ist selbstverständlich eine zu Dank verpflichtende Einrichtung - zu Dank gegenüber den Steuerzahlern und Steuersparern, die das Budget für Menschen in Not zur Verfügung stellen.

    Gleichwohl gibt es neben der Existenzsicherung auch die Verteilungsgerechtigkeit und eine Absicherung von Erwerbslosigkeit mit einem Existenzminimum reduziert die Verhandlungsmacht von Arbeitnehmern insbesondere im Niedriglohnsektor - dies verschärft die Einkommensschere. Arbeitslosigkeit ist zu einem gewissen Grad strukturell und basiert nicht auf Verschulden der Arbeitslosen, die häufig öffentlich und privat als Sozialschmarotzer tituliert werden, was von erheblichem Disrespekt gegenüber Dritten zeugt.

    Jedenfalls habe ich basierend auf meinen Erfahrungen als Absolvent im Hartz-IV-System versucht konstruktives kritisches Feedback zu formulieren. Dieses Feedback finden Sie in folgendem Artikel: https://marius-a-schulz.de/2018/09/16/arbeitsvermittlung-4-0/ .

    Mit freundlichen Grüßen,
    Marius Alexander Schulz.

  2. Nicht mit dem sozialen Kahlschlag der Agenda 2010 ist Deutschland aus dem Tief herausgekommen, sondern mit dem Aufwärtstrend der Weltwirtschaft hat unsere auf Export getrimmte Wirtschaft wieder Fahrt aufgenommen. Die Agenda-Politik von Schröder/Fischer und Hartz IV war ein erster Abschied von der sozialen Marktwirtschaft und der Beginn einer grandiosen Umverteilung des Erwirtschafteten von unten nach oben. So etwas gefällt natürlich einem Kapitalisten wir Merz. Dass er trotzdem wohl gewählt wird, zeigt, wie verkommen die Volkspartei CDU geworden ist.

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