Merz hört mit – Multikulti – Leitkultur

Gießen/ Fulda. Sind wir eine multikulturelle Nation? Lassen wir mal die Frage beiseite, ob sich Multikulti und Nation überhaupt miteinander vertragen, diese Kolumne ist schließlich kein philosophisches Proseminar. “Multikulti ist tot” hat die Kanzlerin des Volkes der Dichter und Denkervor nicht allzu langer Zeit gesagt und “Multikulti ist tot” tönt es aus vielen Leitkulturmedien der Republik. Tatsächlich? Ein Blick in die Spalten genau dieser Leitkultur-Medien und ein Hören auf die Reden der Leitkulturwölfe des politischen Betriebs ergibt folgendes Bild.

Wir haben: eine Streit-, eine Begrüßungs-, eine Schulqualitäts-, eine Organisations-, eine Feedback-, eine positive Rückmeldungs-, andererseits aber auch eine Vorurteils-, eine Event-, eine bei den allfälligen Kulturfrühstücken waltende Häppchen-, eine Flirt-, eine Freistellungs-, eine Präsenz- und eine Empörungskultur. Anderseits aber auch eine Diskussionskultur des offenen Visiers, eine Kultur der Misstrauensgesellschaft, eine Kultur der zweiten Chance, eine Kultur der Zurückhaltung bzw. der militärischen Zurückhaltung, eine Kultur der Aufmerksamkeit und eine Kultur des (genauen) Hinsehens. Die Liste ist unvollständig.

Ganz besonders aber haben wir eine Willkommenskultur, die bisweilen auch als “sozialräumliche Willkommens- und Anerkennungskultur” oder gar als “Willkommensstruktur” firmiert. Die “Willkommenskultur” hat in der öffentlichen Beliebtheit die lange vorne liegende “Streitkultur” abgelöst. Diese Arten von Kulturen werden umso mehr beschworen, je mehr es an dem mangelt, was vor dem Suffix “-kultur” steht. Im Falle der “Willkommenskultur” ist die Häufigkeit der Beschwörung direkt proportional zu dem Mangel an ganz normalem menschlichem Anstand, der bei der Behandlung von Flüchtlingen und anderen Zuwanderern in diesem Land herrscht. Gäbe es von letzterem, also vom Anstand, mehr, wäre der Bedarf an ersterer, also an “Willkommenskultur”, geringer. Dann wären wir vielleicht eine Kulturnation. Von mir aus könnten wir das dann auch “Anstandskultur” nennen. +++ fuldainfo / Merz

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