Merkel: Kitas und Schulen werden zuerst geöffnet

RKI: 7-Tage-Inzidenz jetzt bei 90,9

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihre Ankündigung erneuert, dass Kitas und Schulen im aktuellen Lockdown als erstes wieder öffnen. „Wir setzen alles daran“, sagte Merkel in ihrem am Samstag veröffentlichten Video-Podcast. „Noch sind wir nicht so weit“, ergänzte sie. Die Bundesregierung sei sich sehr bewusst, wie hart der Alltag für viele Eltern und Kinder zurzeit ist. „Das unterschätzt niemand von uns“, sagte Merkel. Offen ließ die Kanzlerin, welches Kriterium über eine mögliche Öffnung entscheidet. Formal gelten die aktuellen Lockdown-Maßnahmen bis 14. Februar, auch scheint es realistisch, dass die 7-Tage-Inzidenz bis dahin den früher genannten Schwellwert von 50 Neuinfektionen je Woche und 100.000 Einwohner erreichen könnte. Allerdings haben sich zuletzt immer mehr Experten zu Wort gemeldet, die den Wert für zu hoch halten und die Maßnahmen fortsetzen wollen.

RKI: 7-Tage-Inzidenz jetzt bei 90,9

Die 7-Tage-Inzidenz für Corona-Neuinfektionen sinkt in Deutschland immer weiter. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Samstag haben sich in den letzten sieben Tagen rechnerisch 90,9 Personen je 100.000 Einwohner neu infiziert. Würde diese Maßzahl im gleichen Tempo weiter fallen wie in den letzten Tagen, wäre in knapp zwei Wochen die Schwelle von 50 Neuinfektionen je Woche und 100.000 Einwohner erreicht, die die Politik als Grenze für eine mögliche Lockerung des Lockdowns ausgegeben hat. Zuletzt mehrten sich aber die Stimmen, dass diese Grenze zu hoch angesetzt sei und die Maßnahmen beibehalten werden müssten. Zudem entspricht der Inzidenzwert des RKI auch nicht ganz den gemeldeten Neuinfektionen der letzten sieben Tage: Die behalten nach RKI-Angaben nämlich auch stets Nachmeldungen aus früheren Zeiträumen. Nachmeldungen sind aber wiederum auch für die aktuellen Zahlen zu erwarten, sodass die wahre 7-Tage-Inzidenz etwas höher liegen dürfte – wobei die Dunkelziffer an unentdeckten Fällen noch gar nicht mit eingerechnet ist.

Zahl der Corona-Impfungen in Deutschland steigt auf 1,87 Millionen

Am Tag 34 nach Beginn der europaweiten Corona-Impfkampagne ist die Zahl der erstmals verabreichten Dosen in Deutschland auf 1.872.225 angestiegen. Das zeigen Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) und der Bundesländer, die teilweise voneinander abweichen. Biontech ist hier nach wie vor der dominierende Hersteller, nur 33.827 Dosen von Moderna wurden bisher verabreicht. Gegenüber den am Freitag im Laufe des Tages bekannt gewordenen 1.821.614 erstmaligen Verimpfungen stieg die Zahl der Impflinge ingsesamt um 50.611 an – auch hier hat das RKI etwas andere Zahlen. Die bundesweite Impfquote (ohne Zweitimpfungen) liegt damit bei 2,26 Prozent der Bevölkerung. In den letzten sieben Tagen wurden täglich durchschnittlich 45.000 Menschen erstmalig gegen das Coronavirus geimpft. In den Pflegeeinrichtungen haben allerdings mittlerweile schon rund 72 Prozent der Bewohner mindestens die erste Spritze bekommen, wie aus Daten des RKI hervorgeht. Da sich auch hier nich t alle Berechtigten tatsächlich impfen lassen wollen, dürfte diese Gruppe bald als so weit wie möglich „durchgeimpft“ gelten.

Kinderärzte fordern Impf-Priorisierung chronisch kranker Kinder

Der Vorsitzende des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, hat gefordert, dass Kinder und Jugendliche mit chronischen Krankheiten bei der Priorisierung der Corona-Impfungen vorgezogen werden. „Sie sollten also in die gleiche Gruppe kommen, wie erwachsene chronisch Kranke“, sagte Fischbach dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Er warnte vor der Gefahr eines schweren Covid-19-Verlaufes auch für diese Altersgruppe. Deshalb bräuchten sie „so schnell wie möglich den Impfschutz.“ Einen sogenannten Off-Label-Use – also Kinder und Jugendliche auch ohne Zulassung zu impfen – lehnt der Mediziner allerdings ab. Stattdessen fordert der Verband „die Politik auf, Forschung und Zulassungsstudien für kindgerechte Corona-Impfstoffe zu fördern, so dass diese Vakzine möglichst schnell zur Verfügung stehen.“ Bislang sind die Impfstoffe gegen Covid-19 von der EU nur für Personen ab 16 beziehungsweise 18 Jahren zugelassen. In der Impfstrategie der Bundesregierung sind Kinder und Jugendliche gar nicht inbegriffen – also auch keine Priorisierung für Kinder mit Vorerkrankungen. Die Behindertenhilfe „Aktion Mensch“ fordert deshalb zumindest die Umgebung der Kinder mit Behinderungen zu schützen. Die Sprecherin Christiane Marx appelliert an die Politik „zunächst wenigstens die Kontaktpersonen dieser stark gefährdeten Gruppe – etwa erwachsene Familienmitglieder und Pflegepersonen – bei den Impfungen zu priorisieren.“ Ähnlich also zu den Kontaktpersonen von Schwangeren, die in der zweiten Gruppe erwähnt werden. „Die Impfverordnung müsste aus unserer Sicht dementsprechend angepasst werden“, sagte Marx. +++

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