Fulda. Beim heutigen Auftakt zur Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (21. September bis 24. September) im Auditorium maximum der Theologischen Fakultät Fulda, äußerte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, im Pressestatement, dass das Hauptaugenmerk der diesjährigen Vollversammlung auf der Flüchtlingsproblematik und auf den sich daraus ergebenden Fluchtbewegungen liegen wird. „Vor uns liegen wichtige Tage, wir stehen vor einer Herausforderung, die so groß ist, wie seit Jahrzehnten nicht mehr – vielleicht langfristig sogar größer, als die Deutsche Einheit“, so Marx am heutigen Montag bei der Eröffnung der Konferenz.
Das erfordere nicht nur politische Führung, sondern auch einen breiten, gesellschaftlichen Konsens. Dabei fokussierte Marx im Besonderen Verantwortung und Nachhaltigkeit. Während der Konferenz werden die Bischöfe über aktuelle Herausforderungen der Flüchtlingsproblematik sprechen. Für die ersten beiden Tage sind Beratungsgespräche mit Fachexperten der Flüchtlingsarbeit, kommunalen Vertretern sowie ehrenamtlichen Helfern vorgesehen. Festzuhalten galt es für den Vorsitzenden der Bischofskonferenz schon heute, dass es Priorität habe, dass sich politische Maßnahmen prioritär darauf konzentrieren müssen, dass jeder, der europäischen Boden betritt, ein Anrecht darauf habe, menschenwürdig behandelt zu werden. „Jeder, der sich europäischen Grenzen nähert, darf nicht Angst haben, um Leib und Leben, darf nicht Angst haben, dass er ertrinke, ersticke oder befürchte – sonst irgendwie zu Schaden zu kommen“, so Marxs Worte.
Des Weiteren führte Kardinal Marx an, dass sich die Bischofskonferenz auch mit der von Papst Franziskus ins Leben gerufene „Enzyklika Laudato si“ – diesen Marx heute, als „großen Wurf“ würdigte – beschäftigen wolle. Paps Franziskus habe – unter anderem – darin auch auf die unterschiedlichen Ursachen der Fluchtbewegungen hingewiesen und ein aktualisiertes Fortschrittsemblem formuliert. An dieser Stelle bekundete Kardinal Marx, dass es dem Heiligen Vater ein wichtiges Anliegen sei, gerade diese Krise – und alles, was sich in dessen Kontext und auch im Blick auf ihre nachhaltige Entwicklung auf der Welt tut, genauestens zu beobachten.
Ein weiteres, großes Thema der Vollversammlung wird es sein, sich gemeinsam an das Zweite Vatikanische Konzil, welches vor 50 Jahren beendet wurde, zurückzuerinnern. Man wolle sich noch einmal in Erinnerung rufen, was das Zweite Vatikanische Konzil damals einen Auftrieb für die Kirche gewesen ist und dieses Kalkül „fruchtbar machen für die Gegenwart“, dieses Marx heute, als „Blick der Öffnung“ und als „Blick, die Zeichen der Zeit zu erkennen“, deklarierte. In diesem Zusammenhang kam der Vorsitzende der Bischofskonferenz auch auf den Dialogprozess der Katholischen Kirche zu sprechen. Dieser Gesprächsprozess sei vor kurzem in Würzburg mit einem Doppelpunkt beendet worden. In diesem Sinne sei es essentiell, „miteinander voranzugehen“ dabei sei es ihm ein persönliches Anliegen, – gerade auch in der gegenwärtigen Flüchtlingssituation – der Öffentlichkeit bewusstzumachen, wie die Kirche in dieser Angelegenheit handelt und nach außen zu transferieren, was sie tut und wie sie es tut und appellierte an dieser Stelle an ein menschenwürdiges Handeln auf theologischem Boden. +++ fuldainfo | jessica auth
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