Marco Klee von der B-Klasse in wenigen Jahren zum Profiverein

Marco Klee. Foto: privat

Das schlägt ein wie eine Bombe: Marco Klee (51) wechselt vom Fußball-Regionalligisten Steinbach Haiger zur U23 des Bundesliga-Vereins FC St. Pauli. Vor wenigen Jahren noch war er bei der SG Eiterfeld/Leimbach aktiv - nun führt ihn sein Weg in die Weltstadt Hamburg. Seine neue Stellenbeschreibung klingt gut: Teammanager/Zeugwart. Sein abgebender Verein wusste, was er an Marco Klee hatte - das möchte er nun auch auf großer Bühne zeigen.

Am Montag erst war er vor Ort am Trainingsgelände. Seinen zweijährigen Vertrag hatte er vor vierzehn Tagen schon online unterschrieben, jetzt ist endgültig alles in trockenen Tüchern. Klee wurde dem Trainerteam der U23 um Chef Benny Hoose vorgestellt, natürlich war auch der Sportliche Leiter, mit dem der Leimbacher bereits seit Längerem in Kontakt steht, präsent. Der 51-Jährige sah sich noch die schmucke Innenstadt der Weltmetropole an, auch die Außenalster. Abends begab er sich per Zug wieder in die Heimat.

Der Bundesligist hatte die Stelle ausgeschrieben, Klee sich beworben. Was ihn an der Aufgabe so reizt? Jetzt leuchten seine Augen: „Der ganze Verein ist schon interessant. Er hat eine Riesen-Tradition. St. Pauli ist Kult.“ Unumwunden schiebt er nach. „Ich wollte nochmal was anderes machen. Ich möchte so weit wie möglich nach oben kommen. Und das sehe ich als Chance bei diesem Verein.“

Er verrät und kratzt sein Fußball-Herz an. „Es waren sehr angenehme Vorstellungsgespräche. Der Verein hat sich sehr um mich bemüht.“ Eine Wohnung hat er noch nicht; dass es klappt, deutet sich aber an. In der kommenden Woche hat Marco Klee einen Besichtigungstermin; spätestens bis Anfang Juni soll die Bleibe fixiert sein. Trainingsbeginn der U23 ist am 8. Juni. Der neue Wohnort läge nur zehn Minuten vom Trainingsgelände entfernt. Seit fast zwei Jahren besitzt der Leimbacher einen E-Roller, diese Art der Fortbewegung hat sich bereits in Haiger bewährt.

Seine Aufgaben sind vielfältig. Sie haben sich - genauer gesagt - erweitert. Nicht nur durch die Kennzeichnung des Jobs. Als „Teammanager und Zeugwart“ fungiert er jetzt. Um „alles rund um die Mannschaft“ muss er sich kümmern, Trainingslager organisieren (das neue und nächste natürlich noch nicht, in die Nähe Hannovers geht es), Testspiele ausmachen mit Absprache des Trainers - dazu kommen die Tätigkeiten als Zeugwart, wie Wäsche erledigen und waschen, die Kabine herrichten und und und …

Während in der Gemeinde Eiterfeld schon seit einigen Tagen Gerüchte und Gespräche über Klees neues Engagement im Umlauf sind, haben die Verantwortlichen des Südwest-Regionalligisten TSV Steinbach Haiger, Klassenkamerad der SG Barockstadt, mit Klees Abgang zu kämpfen. Für sie fühlt sich das Schmerz an. Als Verlust, der wehtut. Drei Jahre war er dort tätig. „Für mich war es ja damals ein wesentlicher Schritt, in die Regionalliga zu gehen und hauptamtlicher Zeugwart zu sein. Wenn es jetzt nach den Steinbacher Spielern geht, sagen die, dass ich einen sehr guten Job gemacht habe und dass ich fehle. Doch jetzt musste ich den neuen Schritt tun und wagen.“

Marcos Vater August - von Borussia Fuldas Glanzzeiten noch ein Begriff, selbst ein prominenter Vertreter seines Fachs und gelegentlich als Platzsprecher am Eiterfelder Hain anzutreffen- unterstützt seinen Sohn in jeglicher Hinsicht. „Er war vor 14 Tagen bei den Vorstellungsgesprächen mit in Hamburg. Er findet das toll.“ Eine Anekdote, die die Wertigkeit seines Jobs umreißt, hat Marco Klee auch parat. „Als ich in Haiger anfing, fragten mich einige, wie lange arbeitest du eigentlich? Etwa acht Stunden?“ Klee schüttelte sich symbolisch. „Schön wär‘s“, antwortete er, „zehn bis zwölf Stunden bin ich schon da am Tag“.

Der Kreis schließt sich. Marco Klee macht sich wieder auf den Weg. Nach Haiger, das eine solide bis gute Restserie und noch die beiden Aufgaben im letzten Heimspiel der Saison gegen Freiburgs Zweite und am Bieberer Berg in Offenbach. Ehe ihn seine neue Zeitreise zum FC Sankt Pauli führt. In die Nähe der Kultstätte Millerntor. So gesehen, ist es für Marco Klee ein Treffer ins Herz. +++ rl


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