Lindner verlangt mehr Corona-Lockerungen ab Mittwoch

FDP-Chef Christian Lindner fordert mehr Corona-Lockerungen ab Mittwoch. „Wir müssen jetzt handeln. Morgen muss es eine andere Politik, ein anderes Krisenmanagement geben“, sagte Lindner am Dienstag der „Bild“. In den letzten 14 Tagen seien die Corona-Maßnahmen nicht mehr verhältnismäßig, die Freiheitseinschränkungen nicht angemessen gewesen, so der FDP-Chef. Auch höchste Gerichte hätten das geahndet, wie etwa bei der 800-Quadratmeter-Regel beim Handel in Bayern.

Zum Glück sei es inzwischen „common sense“, dass gelockert werden müsse. „Hygiene- und Abstandsregeln müssen eingehalten werden, aber wir müssen den Stillstand überwinden“, so Lindner weiter. „Inzwischen glaube ich, dass wir das überall in Deutschland flächendeckend können – bis auf wenige belastete Regionen Landkreise und Gemeinden“. Eine zweite Infektionswelle könne man nicht ausschließen, aber auch da könnte man regional wieder schließen, „also speziell in einer Gemeinde, in einem Landkreis, wenn es dort einen neuen Infektionsherd gibt“, so Lindner. Aber für das Land habe man insgesamt jetzt „intelligentere, freiheitsschonendere Wege, die zur Verfügung stehen“.

Kretschmann warnt vor Corona-Alleingängen

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann ruft seine Länderkollegen zu einem abgestimmten Vorgehen gegen die Corona-Pandemie auf und warnt vor übereilten Alleingängen. „Wir haben Fortschritte gemacht, die bundesweit niedrigen Infektionsraten belegen es – aber wir müssen weiter Vorsicht walten lassen“, sagte der Grünen-Politiker dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „In der Debatte über weitere Lockerungen der Maßnahmen müssen Bund und Länder zusammenbleiben“, sagte Kretschmann mit Blick auf die Videokonferenz der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen am Mittwoch. Er appellierte an Bund und Länder, ein „Mindestmaß an Gemeinsamkeiten“ beizubehalten: „Das Abstandsgebot, die Kontaktminimierung und die Hygieneregeln mitsamt Mund-Nasen-Schutz müssen bestehen bleiben.“ Auf dieser Grundlage lasse sich über Öffnungen im Gastronomie-, Sport- und Kulturbereich diskutieren. Diese sollten in kleinen Schritten erfolgen, damit sich im Falle ansteigender Erkrankungszahlen die Infektionsherde in den Landkreisen leicht lokalisieren ließen. „Wir sollten bei unserer vorsichtigen Linie bleiben“, mahnte Kretschmann. +++


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1 Kommentar

  1. Einer der Protagonisten der Corona-Maßnahmen-Kritiker ist Noch-FDP-Chef und Erregungspolitiker Lindner. Dabei sollte die FDP ihr bei der Frage einer Exit-Strategie an den Tag gelegtes einseitiges Engagement lieber auf die Frage einer überfälligen Exit-Strategie für ihren überschätzten Parteivorsitzenden und Vorzeige-Macho Lindner richten! Da steht seit Thüringen noch etwas aus!
    In der Corona-Krise stört Lindner aufgrund seines – wie er selbst bei Anne Will offenbarte – BILD-Zeitungswissens den bisherigen gesellschaftlichen Konsens, kündigt seinen selbsterklärten Konsens mit der Regierung auf und versucht sich – wie auch sein Vize Kubicki – in Verschwörungstheorien ggü. der Wissenschaft und der Kanzlerin. Da scheint er auf die Linie von Wirtschaftsverbänden einzuschwenken, die ja lautstark die angebliche Fixierung auf virologische Sichtweisen beklagen.
    Ob er auch schon mal an Verschwörungstheorien bastelt, weil ihm die Wähler scharenweise davonlaufen?
    PS: Übrigens sind das Übertragungsrisiko von Kindern sowie das Infektionsrisiko bei Kindern in der Realität zwei unterschiedliche Sachverhalte. Nicht aber in Lindner‘s Traumwelt.

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