Fulda. „Der Konjunkturmotor läuft auch in Osthessen leicht gedrosselt“, kommentiert Stefan Schunck, Hauptgeschäftsführer der IHK Fulda die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage. 38,8 Prozent der Betriebe gehen von einer guten derzeitigen Geschäftslage aus, das sind etwas weniger als in der Frühjahrs-Umfrage. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Unternehmen auf 10,6 Prozent erhöht, die eine schlechte derzeitige Geschäftslage konstatieren müssen.
Für die nächsten Monate erwarten 62,4 Prozent eine in etwa gleich bleibende Entwicklung und 23,5 % eine günstigere Wirtschaftslage; 14,1 Prozent gehen von einem Rückgang ihrer Geschäftstätigkeit (Frühjahr 2015: 6,6 Prozent) aus. Der Geschäftsklimaindex, der sich aus den Einschätzungen der derzeitigen wie auch der zukünftigen Lage zusammensetzt, liegt mit 118,5 Punkten unter dem Niveau der Frühjahrsumfrage (123,5). „Es zeichnet sich damit ab. dass das Wirtschaftsjahr 2015 nicht so erfolgreich werden wird, wie zu Jahresbeginn noch angenommen wurde“, erläutert Stefan Schunck das Zahlenmaterial der Konjunkturumfrage.
Besonders die Industriebetriebe scheinen von dieser Entwicklung betroffen, denn hier sprechen immerhin über 18 Prozent der Firmen von einer eher schlechten Geschäftslage. In diesem Wirtschaftszweig fällt der Blick in die Zukunft jedoch recht optimistisch aus: Über 35 Prozent erwarten in den kommenden Monaten eine günstigere Entwicklung. Im Handel haben sich die Erwartungen bislang ebenfalls nicht in vollem Umfang erfüllt. Statt 28 Prozent (Frühjahr 2015) sprechen nun lediglich rund 24 Prozent von einer guten und über 71 Prozent von einer befriedigenden Geschäftslage. Hoffnungen setzt hier insbesondere der Einzelhandel auf das kommende Weihnachtsgeschäft.
Die Bewertung bei den Dienstleistungen fällt etwas anders aus: Hier wird die aktuelle Geschäftslage deutlich besser eingeschätzt als noch im Frühjahr, allerdings prognostizieren hier rund 26 Prozent der Unternehmen in den kommenden Wochen und Monaten eine nachlassende Geschäftstätigkeit. Die Investitionspläne der Unternehmen sind unverändert geblieben: über 30 Prozent planen steigende Investitionen, bei mehr als der Hälfte der Betriebe bleibt die Investitionstätigkeit konstant und 15 Prozent gehen von abnehmenden Investitionen aus. Die Beschäftigtenzahl wird bei rund 20 Prozent der Betriebe steigen, bei 69 Prozent gleich bleiben. Rund 11 Prozent der Betriebe gehen vom Abbau ihrer Mitarbeiterzahl in den kommenden Monaten aus.
Insbesondere bei den Industriebetrieben machen sich das nachlassende Russlandgeschäft und die Wachstumsschwäche in China bemerkbar. Als Hauptrisiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung werden die Inlandsnachfrage und der sich abzeichnende Fachkräftemangel gesehen. „Die Wirtschaft in Osthessen bewegt sich nach wie vor auf hohem Niveau, auch wenn sich in diesem Jahr bislang noch nicht alle Erwartungen erfüllt haben. Damit ist die regionale Wirtschaft ein Spiegelbild der bundesdeutschen Entwicklung, denn auch bundesweit sind die Wachstumserwartungen für das Jahr 2015 ebenfalls nach unten gesetzt worden“, erläutert Stefan Schunck die Ergebnisse der Herbstumfrage seiner IHK. +++ fuldainfo
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