LEADER-Förderperiode abgeschlossen – Übergang eingeläutet

Erfolgsmodell Regionalentwicklung

Regiomaten wie dieser in Linsengericht-Waldrode sind ein Erfolgsbeispiel für die Zusammenarbeit von SPESSARTregional und dem Main-Kinzig-Kreis. Das Motto lautet hier: „Regional genießen“. Am Regiomaten des Ziegenhofs Waldrode trafen sich Susanne Simmler, Erste Kreisbeigeordnete und Vorstandsmitglied von Spessart regional, der Vorsitzende von Spessart regional, Rainer Schreiber, und Tobias Groh (links) vom Ziegenhof Waldrode. Foto: mkk

Mit Ende des Jahrzehnts ist die EU-Förderperiode zunächst abgeschlossen. Der Verband SPESSARTregional und der Main-Kinzig-Kreis können auf erfolgreiche Jahre zurückblicken. Doch wie gestaltet sich die Zukunft der Regionalentwicklung? Denn Brexit und Pandemie haben nicht nur auf dem Europäischen Parkett ihre Spuren hinterlassen, sondern schlagen sich auch in der regionalen Förderpraxis nieder. Zwar geht die LEADER-Anerkennung für SPESSARTregional in die Verlängerung, doch gilt es die Weichen für die kommenden Jahre zu stellen, um den ländlichen Raum weiter voran bringen zu können.

„Die Regionalentwicklung – nicht nur in unserer Region – ist eine Erfolgsgeschichte“, darin sind sich die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler als zuständige Dezernentin und Bürgermeister Rainer Schreiber, Vorsitzender von SPESSARTregional, einig. Seit der Anerkennung als LEADER-Region wurden über 140 Projekte mit rund 6 Mio. Fördermitteln umgesetzt. Das damit verbundene Investitionsvolumen ist mehr als doppelt so hoch. Neben den fast 100 LEADER-Projekten konnten fünf Bundesmodellvorhaben und zwei Interreg-Projekte in transnationaler Kooperation durchgeführt werden. „Die Regionalentwicklung und LEADER haben wichtige Impulse für uns gesetzt. Denn wer will sich den Spessart heute ohne das herausragende Wander- oder Mountainbikeangebot vorstellen, um nur ein Beispiel unter vielen zu nennen“, so Susanne Simmler.

Für die LEADER-Förderung stehen nun mit 2021/2022 zwei Übergangsjahre an, bevor es dann ab 2023 in die nächste Förderperiode geht. Um den LEADER-Regionen eine Planungssicherheit zu geben, wurde die Anerkennung vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz bis Ende 2022 verlängert. Ebenso ist die Kontinuität der regionalen Prozesse durch die Finanzierung des Regionalmanagements gesichert. „Damit können wir arbeiten.“, bestätigt der Vorsitzende. Aufgabe der nächsten beiden Jahre wird es sein, die strategischen Ansätze des Verbands fortzuführen und die Bewerbung für die nächste Förderperiode vorzubereiten. Doch allein das reicht nicht aus. „Es ist wichtig, dass wir für die kommenden Jahren nicht nur auskömmliche Budgets vergleichbar der letzten Jahre haben. Die Regionalentwicklung muss mit ihren Finanzen den Stellenwert erhalten, den sie als wichtigster Motor in der Gestaltung der ländlichen Räume auch hat“ gibt der Vorsitzende Schreiber zu bedenken. „Daher sind wir erstaunt, dass die Regionalentwicklung im jüngst von der Landesregierung vorgestellten Aktionsplan ländlicher Raum so wenig Aufmerksamkeit erhält,“ stellt Susanne Simmler fest.

Denn LEADER ist weit mehr als eine Projektförderung für Tourismus, Daseinsvorsorge oder soziale Belange. Die fachliche Zusammenarbeit der regionalen Akteure schafft den Rahmen für neue Ideen und bringt Themen und Projekte voran. „Diese bewährte Zusammenarbeit wollen wir unbedingt fortsetzen,“ sind sich die Kreisbeigeordnete und der Vorsitzende einig. „Wir brauchen ein kooperatives Miteinander und starke Netzwerke“, um die anstehenden Herausforderungen vom demographischen Wandel bis zu neuen Lebens- und Arbeitswelten, von der Mobilitätswende bis zum Klimaschutz und einer allumfassenden Digitalisierung nicht nur bewältigen, sondern kreativ gestalten zu können.“ +++ pm

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