SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält Corona-Lockerungen erst ab einem Inzidenzwert von unter 25 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner für möglich. Grund hierfür sei, dass die mutierten Varianten des Coronavirus ansteckender seien als die bisherige Variante, sagte er der „Bild“. Auf die Frage, warum Bund und Länder in ihrem Beschlusspapier einen Richtwert von 35 statt wie bisher 50 geschrieben hätten, sagte Lauterbach: „Die alte Variante (des Virus) wird die aktuelle verdrängen. Dann muss ich natürlich auch den Inzidenzwert anpassen.“ Für ihn stehe fest, „die 25 ist die neue 50“, sagte Lauterbach der „Bild“. Flächendeckende Impfungen würden mit den aktuellen Impfstoffen nicht ausreichen, um die Pandemie zu besiegen. „Wir werden bald nochmal impfen müssen.“ Die erste Impfung werde nicht gegen alle Varianten wirken. „Die Wahrscheinlichkeit, dass wir mit diesem Impfstoffen langfristig über die Runden kommen, ist gleich null.“ Das heiße nicht, dass der Lockdown dauerhaft in Kraft bleiben müsse. Es werde aber weiter Einschränkungen geben. Jetzt gelte: „Wir müssen schneller sein und mehr Kapazität aufbauen, um für die zweite Impfrunde vorbereitet zu sein“, sagte Lauterbach der „Bild“.
Bericht: Länder wollen Lockdown-Verlängerung nur bis 7. März
In den länderinternen Beratungen zur Vorbereitung der Corona-Schalte mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist der erste Vorschlag für eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 14. März offenbar abgelehnt worden. Stattdessen wurde der 7. März empfohlen, sei die Position der Mehrheit der Länderregierungschefs, berichtet das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ am Mittwochmittag unter Berufung auf Verhandlungskreise. Als Öffnungsstrategie wurde untermauert, zuerst Schulen und Kitas in den Blick zu nehmen – das ist Ländersache – und danach Friseurbetriebe, schreibt das RND. Die Öffnung der Friseure ist nach einer Beschlussvorlage für den 1. März im Gespräch.
Hohmann (AfD) zur Lockdown-Politik
Das Bundesinnenministerium hatte im März 2020 Wissenschaftler angewiesen, möglichst drastische Corona-Schreckensszenarien zu entwerfen, so der Kreissprecher der AfD-Fulda, Martin Hohmann in einer Mitteilung. Hohmann weiter: „Was klingt wie in einem schlechten Film, ist Realität. Die CDU-SPD-Regierung hat so auf Basis von ‚Auftragsergebnissen‘ eine Rechtfertigungsgrundlage für Grundrechtseinschränkungen und einen Unendlich-Lockdown bestellt.“ Auch zur Verlängerung des Lockdowns bezieht Hohmann Stellung: „Ließe sich die Regierung von Rationalität leiten, würde sie endlich die Strategie ändern. Sie würde wissenschaftliche Erkenntnisse und die Expertise anderer, nicht regierungshöriger Fachleute in ihre Corona-Politik einfließen lassen. Mittlerweile ist unbestritten, dass Lockdowns ihre Wirkung verfehlen und ihre Kollateralschäden unverhältnismäßig hoch sind.“ Corona werde nicht verschwinden, stellt der Politiker fest und fügt hinzu: „Das Corona-Virus gehört nunmehr zu unserer Lebenswirklichkeit.“ Man müsse mit dem Virus leben lernen und Risikogruppen „insbesondere in den Heimen besser schützen.“ Durch die Merkel-Regierung drohe ein gesellschaftlicher, sozialer, kultureller und wirtschaftlicher Totalschaden. „Der Lockdown ist nicht alternativlos. Es gibt Alternativen. Die Regierung aber will ihren Irrweg nicht eingestehen“, so Hohmann in der Erklärung abschließend. +++

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