Landrat Görig: „Die ersten Erfahrungen sind ermutigend“

Integrationsbüro informiert Arbeitgeber und Flüchtlinge

Die Fachleute im Integrationsbüro: Michael Richter (Kommunales Jobcenter KVA) und Beate Remagen (Agentur für Arbeit) beraten Arbeitgeber und Flüchtlinge rund ums Thema Integration in den Arbeitsmarkt.

Lauterbach. Das Thema Fachkräftesicherung begegnet uns fast täglich, ebenso präsent sind die zu uns geflohenen Menschen. Weil beides wichtige Faktoren auf dem regionalen Arbeitsmarkt sind, wurde das gemeinsame „Integrationsbüro“ von KVA Vogelsbergkreis – Kommunales Jobcenter und Arbeitsagentur ins Leben gerufen: Seit Anfang des Jahres arbeiten dort Beate Remagen von der Agentur für Arbeit und Michael Richter von der KVA Vogelsbergkreis – Kommunales Jobcenter. Sie sind Anlaufstelle für die vielen Fragen der Arbeitgeber wie auch der Flüchtlinge und Flüchtlingshelfer. Für Landrat Görig ein erfolgreiches Projekt: „Die ersten Erfahrungen sind ermutigend. Denn eines ist klar: Deutsche Sprache und ein Arbeitsplatz sind die Schlüssel zu jeder gelungenen Integration. Die meisten Migranten haben eine hohe Motivation, hier zu arbeiten und ihre Existenz selbst zu sichern. Dabei unterstützen wir sie aktiv.“

Im Integrationsbüro wurden bisher Beratungsgespräche mit 166 ratsuchenden Flüchtlingen geführt, 146 Flüchtlinge haben sich daraufhin bei der Agentur für Arbeit in Lauterbach registrieren lassen. Auch in Sachen Orientierung und bei der beruflichen Eingliederung übernimmt das Integrationsbüro eine wichtige Rolle: Schon 72 Praktika in Unternehmen wurden ermöglicht. „Die Arbeitgeber zeigen eine enorme Bereitschaft, den geflohenen Menschen eine Chance in ihrem Unternehmen zu geben“, so die Erfahrung von Richter und Remagen. Vielleicht könne man mit den neu gewonnenen Arbeitskräften die Auswirkungen des demografischen Wandels und der Abwanderung jüngerer Erwerbspersonen auf die wirtschaftliche Stabilität ein wenig abbremsen.

Jeden Dienstagvormittag können Ratsuchende ins Integrationsbüro (Bahnhofstraße 49 in Lauterbach) kommen und sich beraten lassen. „Ein Großteil unserer Arbeit passiert aber außerhalb dieser Sprechzeiten“, erklärt Beate Remagen. So nimmt das Integrationsbüro am „Netzwerk Migration“ des Vogelsbergkreises, der Arbeitsgruppe „Runder Tisch der Runden Tische“ sowie der Projektgruppe „Flüchtlinge und Asyl“ der Agentur für Arbeit Gießen teil. Außerdem wurden Arbeitgeber in Schotten, Schlitz, Lauterbach und Lautertal besucht, um über Beschäftigungsmöglichkeiten für Flüchtlinge zu informieren und Praktikum oder Beschäftigung zu vereinbaren.

Auch bei Treffen der Runden Tische in Schotten, Lauterbach, Schlitz, Wallenrod und Liederbach standen die Fachleute für Fragen zur Verfügung, sie besuchten Sprachkurse der Volkshochschule oder nahmen beispielsweise am Unternehmerforum in Gemünden teil, um dort ihre Arbeit vor Bürgermeister, Flüchtlingshelfern und ansässigen Unternehmen zu präsentieren. Zum Thema „Arbeitsrechtliche Grundlagen bei Einstellung von Flüchtlingen in Praktika und Beschäftigung“ referierte das Integrationsbüro sowohl in Gemünden als auch beim Unternehmertreffen des Vogelsbergkreises mit der Industrie- und Handelskammer (IHK). +++

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