Bad-Hersfeld. Die aktuelle Flüchtlingssituation war Thema einer Gesprächsrunde aller 20 Bürgermeister im Landkreis Hersfeld-Rotenburg mit der Leitung des Landratsamts. Landrat Dr. Michael Koch kündigte an, dem für Flüchtlinge zuständigen Fachdienst Migration personell unter die Arme zu greifen und wird das Personal in diesem derzeit stark geforderten Bereich mit weiteren 100 Stunden pro Woche aufstocken. Angesichts derzeitiger Prognosen könnten bis Ende des Jahres rund 1000 weitere Flüchtlinge im Kreis untergebracht werden müssen, legt man die Gesamtzahl von einer Million Flüchtlinge in ganz Deutschland zu Grunde. Daher bereitet sich der Kreis auf eine größere Sonderzuweisung vor.
„Nach wie vor versucht die Kreisverwaltung vorrangig, Flüchtlinge in vorhandene Wohnungen statt in Gemeinschaftsunterkünften oder gar Turnhallen unterzubringen“, informierte die Erste Beigeordnete Elke Künholz am Abend bei dem Treffen in der Nebenstelle des Landratsamts im Hubertusweg in Bad Hersfeld. Um künftig auch auf kurzfristige große Zuweisungen von Asylsuchenden vorbereitet zu sein, arbeiten Experten der Kreisverwaltung an Szenarien und „Notfallübungen“, Flüchtlinge auch in Dorfgemeinschaftshäusern oder Sporthallen unterzubringen. Landrat Koch betonte: „Die kurzen Vorlaufzeiten stellen uns logistisch vor große Herausforderungen, wir wollen gut vorbereitet sein. Für mich hat es oberste Priorität, nicht auf Schulsporthallen zurückgreifen zu müssen, wie dies etwa in unserem Nachbarlandkreis geschehen ist.“
Elke Künholz, zuständig innerhalb der Kreisverwaltung für den Fachdienst Migration, warb vor den Bürgermeistern darum, dem Kreis weitere geeignete Wohnobjekte zu benennen und die Kapazitäten ihrer örtlichen Bauhöfe zur Verfügung zu stellen, um bei der Einrichtung von Wohnungen zu helfen. Derzeit begutachten Mitarbeiter des Fachdienstes rund 60 Wohnungen im Kreis auf ihre Eignung als Unterkunft. Der Landkreis mietet geeignete Wohnungen ausschließlich zur ortsüblichen Miete und nach einem strengen Kriterienkatalog an. Zeltstädte oder Containerdörfer gibt es im Landkreis Hersfeld-Rotenburg nicht.
Ausdrücklich dankten Koch und Künholz auch im Namen aller Bürgermeister den Ehrenamtlichen, die sich derzeit im Kreis auf sehr vielfältige Art für Flüchtlinge engagieren, betonten: „Ohne ihre Hilfe ginge es nicht. Die Flut an Aufgaben wäre durch die Verwaltung allein nicht zu bewerkstelligen.“ Im Rahmen der Bürgermeisterdienstversammlungen wird das Thema Flüchtlinge künftig ein fester Tagesordnungspunkt sein. Erste Kreisbeigeordnete Künholz versprach den Bürgermeistern schnelle Informationen, sobald neue Erkenntnisse über Zuweisungen von Flüchtlingen vorlägen. +++ fuldainfo
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