Land erscheint ab sofort in neuem Gewand

Foto: Hessische Staatskanzlei

Mit einem symbolträchtigen Schritt hat die hessische Landesregierung ihrem öffentlichen Auftritt ein neues Gesicht gegeben. In einer auswärtigen Kabinettssitzung im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main fiel am Montag der Beschluss für ein überarbeitetes Corporate Design – und damit für eine visuelle Neuausrichtung des Landes Hessen.

Ministerpräsident Boris Rhein nutzte den Anlass, um den Schritt auch historisch einzuordnen. Im Jahr des 80-jährigen Bestehens sei der Zeitpunkt bewusst gewählt: „Unser Land erscheint ab sofort in neuem Gewand – einheitlich, modern und wiedererkennbar.“ Das neue Erscheinungsbild solle verdeutlichen, wofür Hessen stehe: für die Verbindung von Tradition und Fortschritt, von Identität und Weltoffenheit.

Tatsächlich ersetzt das neue Design Gestaltungsrichtlinien aus dem Jahr 2004 – aus einer Zeit, in der digitale Kommunikation noch nicht die heutige Bedeutung hatte. Rhein betonte, Hessen habe sich seitdem „wirtschaftlich, gesellschaftlich und technologisch“ weiterentwickelt. Diese Dynamik spiegele sich nun auch visuell wider. Das neue Erscheinungsbild sei klar strukturiert und gleichermaßen für analoge wie digitale Anwendungen geeignet.

Im Zentrum steht dabei ein historisches Symbol: das modernisierte Volksstaatswappen von 1919. Es verweist auf das demokratische Erbe des Landes und bleibt zugleich fest in der Gegenwart verankert. Der hessische Löwe als Identifikationsfigur bleibt erhalten, ebenso die traditionellen Landesfarben Blau, Rot, Weiß und Gold. Ergänzt wird dies durch eine neue Typografie – kraftvoll, ruhig und gut lesbar. Eingeführt wird das Design schrittweise: Den Anfang machen Staatskanzlei und Ministerien, es folgen Behörden und schließlich Einrichtungen wie Finanzämter.

Auch wirtschaftspolitisch wird der Schritt eingeordnet. Der stellvertretende Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori hob die Rolle der Kultur- und Kreativwirtschaft hervor. Sie sei „wirtschaftlich stark, gesellschaftlich prägend und demokratiepolitisch von großer Bedeutung“. Kreative Impulse aus Design, Technologie und Kultur wirkten weit über einzelne Branchen hinaus. Mit der neuen Dachmarke setze Hessen daher ein sichtbares Zeichen für Zukunftsfähigkeit und Zusammenhalt.

Neben der gestalterischen Neuausrichtung stand im Kabinett auch das Jubiläumsprogramm „80 Jahre Hessen“ auf der Tagesordnung. Geplant ist eine Vielzahl von Veranstaltungen im ganzen Land: ein Großer Zapfenstreich am Vorabend des Hessischen Verfassungstags, ein eigens produziertes Hessen-Musical mit Premiere auf dem Hessentag in Fulda sowie ein Jubiläumswein der Staatsweingüter. Zudem sollen alle Dienstgebäude des Landes bis Jahresende dauerhaft beflaggt werden.

Für Rhein ist das Jubiläum mehr als ein Rückblick: Es sei Anlass, „die besondere Identität Hessens zu feiern“ – ein Land, das sich seit seiner Gründung zu einer modernen, vielfältigen und lebenswerten Region entwickelt habe. Die geplanten Veranstaltungen spiegelten genau diese Mischung aus Tradition und Gegenwart wider.

Auch kulinarisch soll das Jubiläumsjahr ein Zeichen setzen. Künftig sollen bei Veranstaltungen des Landes verstärkt regionale Produkte angeboten werden. Ein besonderer Fokus liegt auf einem hessischen Jubiläumswein, der aus Riesling aus dem Rheingau und Weißburgunder von der Hessischen Bergstraße komponiert ist. Für Rhein steht er sinnbildlich für Qualität, Leistungsfähigkeit und die Verwurzelung in der Region.

Schließlich blickt die Landesregierung bereits über das Jubiläumsjahr hinaus: Im Rahmen der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 wird Hessen die Ausstellung „Ausgezeichnet – Design Value ‚Made in Hessen’“ ausrichten. Sie soll die gestalterische Leistungsfähigkeit hessischer Unternehmen ins Rampenlicht rücken – und damit das neue Selbstbild des Landes weiter unterstreichen. 290.000 Euro hat nach Angaben der Staatskanzlei die Gestaltung gekostet. +++


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