Kretschmann kritisiert Automobilpolitik der Bundesregierung

Beim Autogipfel soll ein Format geschaffen werden

Stuttgart. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sieht im Zuge des Wandels der Automobilindustrie große Versäumnisse der Großen Koalition in Berlin. „Die Bundesregierung ist ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden. Sie hat sich vier Jahre lang mit der höchst fragwürdigen Ausländermaut beschäftigt und sich dadurch viel zu wenig um die tragenden Fragen der Mobilität gekümmert. Wir müssen uns den entscheidenden Dingen zuwenden“, sagte Kretschmann der „Heilbronner Stimme“ und dem „Mannheimer Morgen“.

Er helfe den Unternehmen gerade, weil diese schwere Fehler gemacht hätten, die das Ansehen der ganzen deutschen Industrie betreffen würden. „Es ist ein großer Kollateralschaden, wie hier das Vertrauen in das „Made in Germany“ beschädigt wurde. Politik ist keine pädagogische Veranstaltung, deshalb kümmere ich mich aus sehr rationalen Gründen darum. Weil der Umstieg auf Elektromobilität Arbeitsplätze betrifft, müssen wir den Wandel so gestalten, dass die Branche wettbewerbsfähig bleibt“, so Kretschmann. Dazu komme, dass es nicht nur um E-Mobilität, sondern auch um autonomes Fahren und die Vernetzung der Verkehrsträger gehe. „Das Automobil wird ja gewissermaßen noch einmal neu erfunden“, sagte Kretschmann den Zeitungen.

In Baden-Württemberg lade er deswegen am 19. Mai zu einem Autogipfel, an dem unter anderem die Chefs großer Konzerne wie Daimler, Porsche, Audi und Bosch sowie Gewerkschaften teilnehmen. „Beim Autogipfel soll ein Format geschaffen werden, das alle Akteure des Verkehrs, aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in einer Plattform zusammenbringt, damit der jeweils nächste Schritt in Gang gesetzt wird“, sagte Kretschmann weiter. +++