„Insgesamt sind wir bislang ganz gut durch die Corona-Krise gekommen. Was die Regierung dort beschlossen und relativ kurzfristig umgesetzt hat, ist phänomenal gut“, so der Vorsitzende des MIT Kreisverbandes Fulda, Jürgen Diener gegenüber fuldainfo.de in einem Telefongespräch. Weiter bekundet Diener, dass relativ schnell auf die Bedarfe reagiert worden sei. Man habe die Finanzierungshilfen in einer Bandbreite dargestellt, die man sich in anderen Zeiten schlecht hätte vorstellen können. Auch für Betriebe, die zuvor nicht gut dagestanden haben, habe man eine Lösung gefunden, sodass man zumindest die nächsten Monate überbrücken könnte.
„Dem Gastgewerbe und dem Tourismus werden keine Perspektiven in Aussicht gestellt“
Zu den neuen Beschlüssen sagte Diener, dass man sich hier etwas mehr erwartet hätte. „Ich dachte, dass sich etwas mehr entwickeln könne und wir ein Stück mehr in die Verantwortung der Bürger legen würden.“ Die Einschränkungen wie beispielsweise die Kontaktsperre seien von den Bürgerinnen und Bürgern gut angenommen worden, was unterm Strich gut funktioniert hätte. Dies müsse man weiter umsetzten. Die 800 Quadratmeter- Regelung sei eine fiktive Zahl, die aus diversen Forderungen entstanden sei. Große Probleme sieht der Kreisvorsitzende der MIT Fulda hingegen beim Gastgewerbe und dem Tourismus. „Hier gibt es keine Aussage, weshalb man sich hier mehr erwartet hat“, sagt Jürgen Diener. Wie der Vorsitzende des Fuldaer MIT Kreisverbandes bekundet, könne er sich gut vorstellen, dass man auch dort Regeln aufstellt, wie hier miteinander umgegangen werden könne. „Hier wird einer ganzen Branche keine Perspektive in Aussicht gestellt, wie es für sie weitergehen soll. Man hätte Lösungen finden können, dass man sich sicher fühlt, schließlich ist das bei den Betrieben auch möglich; Das hätte man hinbekommen können, denn dafür sei man verantwortungsbewusst genug.“
„Weiten Bevölkerungsteilen ist das Ausmaß dieser Pandemie nicht bewusst“
Zum volkswirtschaftlichen Schaden befragt, sagte der Vorsitzende des MIT Kreisverbandes Fulda: „Ich glaube, dass es in weiten Teilen der Bevölkerung noch gar nicht angekommen ist, wie groß der Schaden tatsächlich ist.“ Bei dem Virus handele es sich um eine Pandemie, die weltweit wirke. Es wird uns noch Jahre beschäftigen, bis das internationale Geschäft wieder zum Laufen komme und die Bedarfe wieder da sind – denn darum gehe es ja in einem Land, das zu 80 Prozent vom Export abhängt – werde es noch Jahre dauern, mutmaßt der Kreisvorsitzende der MIT Fulda sowie selbst Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens. „Und da hängen alle Systeme und Branchen davon ab. Es gibt Branchen, denen geht es noch relativ gut, aber es wird sich nach hinten verlagern“, mutmaßt er. In einem Stillstand ist es nun einmal so, dass weniger Geld eingenommen wird. Auch auf der Arbeitnehmerseite sind bei Kurzarbeit die Einnahmen mit 60 Prozent niedriger. Es sei zwar eine Übergangslösung, aber davon können die meisten ihre Miete nicht zahlen oder gar davon leben. „Im Nachgang wird sich auf das Konsumverhalten auswirken.“ Je länger man diesen Shutdown aushalten muss, desto schwieriger gestalte sich das wirtschaftliche Geschehen im Nachgang. Dies werde sich auch auf die Staatsfinanzen in Bund, Länder und Kommunen auswirken. In seinem eigenem Wäschereibetrieb sei die Auslastung von 100 - auf 10 Prozent gefallen. Da kann man sich in etwa ausrechnen, was passiert“, sagt er.
„Bis wir einen Impfstoff haben, wird man sich anders bewegen und verhalten müssen“
Das Großveranstaltungen bis Ende August nicht stattfinden werden, war ein weiteres Thema unseres Gesprächs. Auf die Frage, ob man Veranstaltung – auch mit Blick in unsere Region – bislang nur zögerlich absagt, liege nach Meinung des MIT Kreisvorsitzenden auch an der rechtlichen Situation. Denn, wenn diese nicht geklärt sind, könne man eine Veranstaltung auch nicht frühzeitig absagen. Hier stehen auch mögliche Schadensersatzforderung im Raum. Weiter verriet uns Jürgen Diener im Gespräch, dass er auch viele Sympathien für den Bericht der Leopoldina hatte; Beispielsweise, wo es hieß, dass man aus dieser Krise gestärkt hervorgehen müsse. „Wir werden uns neu aufstellen müssen, und dies muss nachhaltig geschehen, ein Zurück, wie es einmal war, wird es nicht geben“, sagt Diener. Auf die Frage nach dem richtigen Ausstiegstermin sagte Diener: „Man könnte auch mehr Verantwortung auf die Seite der Bürger legen; Denn danach beurteilt, was man so sieht, scheint es ja gut zu funktionieren. Dann wird sich ein Wirtschafsleben zumindest im Binnenmarkt relativ vernünftig wieder einspielen, wenn auch mit anderen Regeln. Bis wir einen Impfstoff haben, wird man sich anders bewegen und verhalten müssen, und ich glaube, das haben wir in der Bevölkerung weitgehend verstanden“, so der Vorsitzende des MIT Kreisverbandes Fulda, Jürgen Diener, abschließend unseres Gespräches. Danke Ihnen, Herr Diener, für das Gespräch. Bleiben Sie gesund!! +++

Hinterlasse jetzt einen Kommentar